John Bel Edwards

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John Bel Edwards (2016)

John Bel Edwards (* 16. September 1966 in Amite City, Louisiana) ist ein US-amerikanischer Politiker der Demokratischen Partei und seit dem 11. Januar 2016 Gouverneur von Louisiana.

Seit dem Jahr 2008 war er Abgeordneter im Repräsentantenhaus von Louisiana, wo er 2012 den Vorsitz der demokratischen Fraktion übernahm. Seine Partei stellte ihn zur Gouverneurswahl in Louisiana 2015 als Kandidaten auf. Aus dem ersten Wahlgang im Oktober ging Edwards mit einer relativen Mehrheit siegreich hervor; bei der am 21. November 2015 stattfindenden Wahl konnte er den Republikaner David Vitter mit rund 56 % Stimmen besiegen.[1]

Werdegang und politischer Aufstieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Edwards kam in Amite City zur Welt, wo er aufwuchs und die Schule besuchte. Im Jahr 1988 trat er den US-Streitkräften bei, denen er acht Jahre lang bis 1996 angehörte. Bereits seit 1984, nach dem Highschool-Abschluss, war er vier Jahre lang auf einer Militärakademie. Nach seiner militärischen Laufbahn studierte er an der Louisiana State University Rechtswissenschaften. Seinen Abschluss erwarb er dort im Jahre 1999. Im Anschluss war Edwards in Louisiana mehrere Jahre lang als Jurist auf verschiedenen Gebieten tätig. Da sein Bruder in der gleichen Region als Sheriff fungierte, beschäftigte er sich jedoch nicht mit lokalen Verbrechen, um einen Interessenkonflikt zu vermeiden.[2]

Als Mitglied der Demokratischen Partei kandidierte er im Jahr 2007 erfolgreich als Abgeordneter im Repräsentantenhaus von Louisiana. Sein neues Mandat als Vertreter der 72. Wahlbezirks trat er im Januar 2008 an. Nach Ablauf der vierjährigen Amtszeit wurde Edwards 2011 wiedergewählt. Nach den Wahlen übernahm er im Januar 2012 den Vorsitz der demokratischen Fraktion. Nach seinem Anzug in das Parlament übernahm er den Vorsitz über das Komitee für Veteranen. Dies war insofern bemerkenswert, da er zum einzigen neu gewählten Abgeordneten gehörte, der den Vorsitz über einen Ausschuss übernahm. Als Abgeordneter und später als Fraktionschef der Demokraten gehörte er zu einen prominenten Kritiker der Politik des republikanischen Gouverneurs Bobby Jindal. Unter anderem kritisierte er dessen Einsparungen im Bildungswesen. Zu den Wahlen 2011 lehnte er jedoch eine Gegenkandidatur zu Jindal ab, nachdem einige Parteifreunde ihn als potentiellen Bewerber ins Gespräch brachten.

Nach längeren Spekulationen kündigte Edwards dann schließlich Februar 2013 seine Absicht an, 2015 als Gouverneur kandidieren zu wollen. Anders als in den meisten Bundesstaaten werden in Louisiana keine parteiinternen Vorwahlen abgehalten, sondern es wird nach dem sogenannten Nonpartisan-blanket-primary-System angestimmt. Dabei in einem ersten Wahlgang stehen alle Bewerber sämtlicher Parteien auf dem Stimmzettel. Erreicht ein Kandidat die absolute Mehrheit, ist er sofort zum Gouverneur gewählt (in anderen Staaten wie etwa Kalifornien findet immer ein erneuter Wahlgang zwischen dem erst- und zweitplatzierten statt). Vereint keiner die absolute Mehrheit auf sich, findet eine Stichwahl statt. Aus dem ersten Wahlgang, der am 24. Oktober 2015 stattfand, ging Edwards mit 39,8 % der Stimmen als Gewinner hervor. Den zweiten Platz erreichte der republikanische US-Senator David Vitter (23 %). Damit kam es am 21. November 2015 zu einer Stichwahl zwischen Edwards und Vitter, bei der sich Edwards mit rund einem Stimmenanteil von 56 % klar durchsetzte. Umfragen sahen zuletzt klare Vorsprünge des Demokraten, obwohl der Bundesstaat strukturell eher den Republikanern zuneigt, konnte Edwards vor allem von der umstrittenen Person Vitters profitieren. Zuletzt sprachen sich auch eine Reihe republikanischer Politiker wie etwa der amtierende Vizegouverneur Jay Dardenne, der mit seiner Bewerbung nach dem ersten Wahlgang ausschied, für ihn aus. Auch von den niedrigen Beliebtheitswerten des scheidenden Gouverneurs Bobby Jindal konnte der Demokrat Edwards im Wahlkampf profitieren.[3]

Gouverneur von Louisiana[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Edwards wurde am 11. Januar 2016 im Rahmen einer feierlichen Zeremonie als Gouverneur vereidigt. Als eine seiner ersten Amtshandlungen unterzeichnete der neue Regierungschef eine Direktive, mit der das Gesundheitsfürsorgeprogramm Medicaid in seinem Bundesstaat ausgeweitet werden soll. Sein republikanischer Vorgänger Jindal hatte eine Ausweitung des Programms unter Präsident Obamas Gesundheitsreform stets abgelehnt. Mit der Ausweitung sollen mehr Menschen, vor allem mit niedrigerem Einkommen, vollständigen Krankenversicherungsschutz erhalten.[4] Nachdem das Programm Anfang Juni 2016 begonnen worden war, hatten sich bis Anfang August über 260.000 Einwohner Louisianas mit geringen Einkommen für diese Erweiterung angemeldet, was als Beleg des großen Bedarfs nach höherem Versicherungsschutz in diesem Bundesstaat gewertet worden ist.[5]

Im Sommer 2016 kam in Louisiana zu einer Flutkatastrophe, bei der er als Gouverneur die staatliche Hilfe zu koordinieren hatte.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Edwards mit seiner Frau Donna (2015)

Edwards ist verheiratet. Mit seiner Frau Donna hat er zwei gemeinsame Töchter und einen Sohn. Er gehört der katholischen Kirche an.

John Bel Edwards ist trotz des identischen Familiennamens nicht mit Edwin Edwards, einem ehemaligen Gouverneur von Louisiana verwandt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: John Bel Edwards – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. John Bel Edwards defeats David Vitter in Louisiana governor’s race
  2. About John Bel Edwards, Biografie auf seiner Website (englisch)
  3. Dardenne endorses Edwards, called traitor by GOP, Shreveport-Times, 5. November 2015 (englisch)
  4. Louisiana’s New Governor Signs an Order to Expand Medicaid. In: The New York Times, 12. Januar 2016 (englisch).
  5. Noam N. Levey: In Louisiana, the rush to sign up for Obamacare highlights a ‘long overdue’ demand for health insurance. In: The Los Angeles Times, 7. August 2016 (englisch).