Charles Gillispie

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Charles Coulston Gillispie (* 6. August 1918 in Harrisburg, Pennsylvania; † 6. Oktober 2015[1]) war ein US-amerikanischer Wissenschaftshistoriker. Sein Hauptarbeitsgebiet war die Entwicklung des französischen Wissenschaftssystems im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert.

Wissenschaftlicher Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gillispie wuchs in Bethlehem (Pennsylvania) auf und studierte an der Wesleyan University (Abschluss 1940). Von 1946 bis 1947 lehrte er Geschichte als Teaching Fellow und Tutor an der Harvard-Universität, wo er 1949 promovierte. Ab 1947 lehrte er an der Princeton University; dort war er von 1947 bis 1950 als „Instructor in History“ tätig, von 1950 bis 1956 hatte er eine Assistenzprofessur für Geschichte, um dann bis 1959 als Associate Professor of History tätig zu werden. Von 1959 bis 1987 war er Professor für Wissenschaftsgeschichte (und Gründer eines entsprechenden Programms innerhalb der Historischen Fakultät) an der Princeton University (Dayton-Stockton-Professor for the History of Science). Zudem war er 1980 bis 1982 und 1985 bis 1987 Directeur d’Etudes Associé an der École des Hautes Études en Sciences Sociales in Paris.

Gillispie ist bekannt als Herausgeber des monumentalen, vielbändigen, 1970 bis 1980 erschienenen Dictionary of Scientific Biography (Charles Scribners, New York)[2]. Aus seinem Beitrag zu diesem Dictionary entstand auch seine Biographie von Pierre Simon de Laplace. Er schrieb daneben vor allem über französische Wissenschaftsgeschichte. Er gab unter anderem die Graphiken der französischen Enzyklopädie zu Handel und Industrie von Denis Diderot und anderen heraus[3] und beschäftigte sich mit Napoleons Ägypten-Expedition[4], wobei er den Bericht der Expedition neu herausgab.[5]

1963 wurde Gillispie in die American Academy of Arts and Sciences gewählt. 1984 erhielt er die George-Sarton-Medaille für Wissenschaftsgeschichte und 1986 die Koyré-Medaille. 1997 wurde ihm der Balzan-Preis verliehen „für den außerordentlichen Beitrag, den er mit seinen ideenreichen und inhaltlich präzisen Werken sowie der Herausgabe seines großen Nachschlagewerks zur Geschichte und Philosophie der Wissenschaften geleistet hat“.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pierre Simon de Laplace 1749–1827 – a life in exact science, Princeton University Press 1997
  • The Montgolfier Brothers and the Invention of Aviation 1783–1784, with a word on the importance of ballooning for the science of heat and the art of building railroads, Princeton University Press 1983 (französische Ausgabe 1989)
  • Science and polity in France at the end of the old regime, Princeton University Press 1980 (er erhielt dafür den Pfizer-Preis)
  • Science and polity in France: the revolutionary and Napoleonic years, Princeton University Press 2004
  • Lazare Carnot Savant – a monograph treating Carnot’s scientific work, with facsimile reproduction of his unpublished writings on mechanics and on the calculus, Princeton University Press 1971 (mit einem Essay von Adolf Juschkewitsch)
  • Genesis and Geology – a study of the relation of scientific thought, natural theology and social opinion in Great Britain 1790–1850, Harvard University Press 1951, Harper 1959, 2. Auflage Harvard UP, 1969
  • Edge of objectivity – an essay on the history of scientific ideas, Princeton University Press 1960, 1990
  • Essays and reviews in history and history of science 2007

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Charles Coulston Gillispie dies
  2. zwei Supplementbände erschienen 1990
  3. A Diderot Pictorial Encyclopedia of Trades and Industry: Manufacturing and the Technical Arts in Plates Selected from L'Encyclopédie.of Denis Diderot, 2 Bände, Dover Publications, New York, 1959
  4. Gillispie „The scientific importance of Napoleons Egyptian Expedition“, Scientific American, September 1994
  5. Gillespie: Monuments of Egypt: The Napoleonic edition: The complete archeological plates from „La description de l´Egypte“, Princeton Architectural Press 1987, 1994