Jones-Counter

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Der Jones-Counter ist ein Gerät zur exakten Vermessung von Strecken. Es besteht aus einem Zählwerk, das auf der Achse des Vorderrades eines Fahrrades montiert wird und die Zahl der Radumdrehungen, auch in Bruchteilen, festhält. Mit seiner Hilfe wird bei Straßenläufen die Rekordtauglichkeit der Strecken sichergestellt.

Anwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hat der Veranstalter eine Strecke festgelegt und sie von den zuständigen Behörden genehmigen lassen, beginnt die Arbeit des Streckenvermessers. Zunächst wird eine mindestens 300 m lange Strecke mit einem Stahlband oder mit elektronischer Distanzmessung ausgemessen und an dieser durch mehrmaliges Abfahren der Counter kalibriert. Danach wird die Strecke auf ihrer Ideallinie (der Linie, die ein Läufer zum schnellstmöglichen Vorankommen einschlägt) abgefahren und die relevanten Punkte (Kilometer- bzw. Meilen-Marken, Streckenhälfte usw.) markiert. Nach der eigentlichen Streckenmessung erfolgt eine erneute Kalibrierung an der Referenzstrecke, um eventuelle Schwankungen in der Ausdehnung des Radreifens auszugleichen. Auf die so ermittelte Streckenlänge erfolgt nun ein Sicherheitsaufschlag von einem Promille der Gesamtdistanz (bei einem Marathon etwa entspricht dies 42,195 zusätzlichen Metern).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

verschiedene Modelle

Der Jones-Counter wurde 1971 von Alan Jones entwickelt, als er die Strecke eines lokalen Straßenlaufs zu vermessen hatte. Die Nachfrage nach den von Jones’ Sohn Clain montierten Geräten stieg bald, und 1976 wurde die Marathonstrecke der Olympischen Spiele in Montreal mit einem von ihnen vermessen. 1983 übernahm der Verein New York Road Runners (Veranstalter des New-York-City-Marathons) die Produktion. 1990 übernahm Paul Oerth die Fertigung des von ihm modifizierten Geräts.

2008 kamen Tom und Pete Riegel mit dem von ihnen weiterentwickelten Jones Counter model JR auf den Markt.

Die Streckenvermessung mit dem Jones-Counter wurde von der Association of International Marathons and Distance Races (AIMS) seit den 1980er-Jahren propagiert und schließlich von der IAAF als Standardmethode übernommen, um die Rekord- und Bestenlistentauglichkeit von bei Straßenläufen erzielten Zeiten zu bestimmen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • IAAF (Hrsg.): The Measurement of Road Race Courses. 1989; zweite Ausgabe 2004, aktualisiert 2008 (PDF; 2,85 MB – offizielles Handbuch)
  • Manuel Stocker: 38.5 Zentimeter Richtung Uster. In: run+athletics. Nr. 8, November 2006, S. 47–49 (Bericht über die Vermessung des Greifenseelaufs)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]