José dos Santos Vaquinhas

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José dos Santos Vaquinhas († 1888 in Macau) war ein portugiesischer Offizier und Kolonialverwalter.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1873 kam Vaquinhas mit der Brigg Concordia von Goa nach Macau. Als Leutnant hatte er das Kommando über 41 muslimische Söldner und einen europäischen Unteroffizier, die für die Polizei von Macau entsandt wurden. Nach Zwischenstopps in Penang und Singapur erreichte das Schiff Macau am 17. Juni 1873. Als im März 1874 der Posten des Kommandanten des Militärpostens von Taipa und Coloane vakant wurde, übernahm ihn Vaquinhas vom 6. April bis zum 30. Juni.[1][2]

Vaquinhas reiste mehrfach in die portugiesischen Besitzungen in Südostasien, die unter der Oberhoheit von Macau standen. Im Mai 1881 war er, nun im Range eines Majors, Regierungssekretär in Portugiesisch-Timor und wurde von Gouverneur der Kolonie Portugiesisch-Timor Augusto César Cardoso de Carvalho als Präsident eines Komitees beauftragt, die Produkte der Kolonie zusammenzustellen und zu klassifizieren, um diese wirtschaftlich nutzen zu können. In Juni und November wurden Sammlungen von landwirtschaftlichen Produkten, Mineralien und Pflanzen sowie Alltagsgegenständen und anderen Kulturgütern an die Kolonialregierung in Macau gesendet.[3] Vom 30. Dezember 1881 bis 3. Mai 1882 war Vaquinhas Interimsgouverneur von Portugiesisch-Timor.[4] Danach wurde er zweiter Kommandant der Polizeigarde in Macau.[1][5] Als Brandinspektor erhielt Vaquinhas 1888 den Auftrag, sich um einen Ausbruch von Cholera morbus auf dem am 16. August aus Hongkong eingetroffenen Kriegstransporter Índia zu kümmern. Dabei infizierte er sich und verstarb noch im selben Jahr an „zerebralen Komplikationen“.[1]

Wissenschaftliches Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vaquinhas verfasste zwischen 1881 und 1887 mehrere Beiträge über die Geschichte der Kolonisation Timors und den Bräuchen und Glauben der Timoresen im Boletim da Sociedade de Geografia de Lisboa. Auch schrieb er mehrere Briefe an den deutsch-österreichischen Romanisten Hugo Schuchardt. Thema waren die portugiesischen Kreolsprachen in Ostasien.[6] Auch mit dem portugiesischen Romanisten Francisco Adolfo Coelho war er in Kontakt. Rafael das Dores unterstütze er bei einem der ersten Wörterbücher für die timoresische Sprache Tetum.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Neno ta vai conta: NOTÍCIA DE 30 DE ABRIL DE 1873 – BRIGUE CONCORDIA E O CONTINGENTE DE MOUROS (I), abgerufen am 11. Dezember 2020.
  2. Neno ta vai conta: NOTÍCIA DE 18 DE JULHO DE 1954 – FESTA DE NOSSA SENHORA DO CARMO, abgerufen am 11. Dezember 2020.
  3. Ricardo Roque: Headhunting and Colonialism: Anthropology and the Circulation of Human Skulls in the Portuguese Empire, 1870-1930, 2010, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche.
  4. Monika Schlicher: Portugal in Osttimor. Eine kritische Untersuchung zur portugiesischen Kolonialgeschichte in Osttimor 1850 bis 1912. Abera, Hamburg 1996, ISBN 3-931567-08-7, (Abera Network Asia-Pacific 4), (Zugleich: Heidelberg, Univ., Diss., 1994); Quellenangabe: Gonçalo Pimenta de Castro: Timor, S. 44–162 und Marques, A.H. de Oliveira: História de Portugal, Band III, Lissabon, Palas Editores, 1984, S. 627/628.
  5. Memóias de África e d'Oriente: Cartas de José dos Santos Vaquinhas, Major segundo commandante da guarda policial de Macao, socio da Sociedade de Geographia de Lisboa in Boletim da Sociedade de Geographia de Lisboa. - 4ª Série, Nº 6 (1883), S. 277-286, abgerufen am 11. Dezember 2020.
  6. Hugo Schuchardt Archiv: José dos Santos Vaquinhas, abgerufen am 11. Dezember 2020.
  7. Alan N. Baxter, Hugo C. Cardoso: Early Notices Regarding Creole Portuguese in Former Portuguese Timor, Journal of language contact 10 (2017) 264–317.
VorgängerAmtNachfolger
Augusto César Cardoso de CarvalhoGouverneur von Portugiesisch-Timor
30. Dezember 1881– 3. Mai 1882
Bento da França Pinto de Oliveira