Coloane

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Dieser Artikel beschreibt einen Gemeindebezirk Macaus. Träger des Familiennamens Coloane ist der chilenische Autor Francisco Coloane.
Lage der Halbinsel Coloane in Macau

Coloane (chinesisch 路環島 / 路环岛, Pinyin Lùhuán Dǎo) ist eine Stadt auf dem gleichnamigen Inselteil in der Sonderverwaltungszone Macau, Volksrepublik China. Im Gemeindebezirk Coloane leben 14.400 Menschen (Stand: 31. Dezember 2014; offizielle Schätzung) [1] auf einer Fläche von 7,6 Quadratkilometern. Die Bevölkerungsdichte liegt bei 1895 Einwohner pro Quadratkilometer. In den letzten Jahren ist die Bevölkerung sprunghaft gewachsen; beim letzten Zensus im Jahr 2011 hatte Coloane lediglich 4262 Einwohner.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Coloane liegt südlich der Halbinsel Macau und östlich der Insel Hengqin, die Teil der Stadt Zhuhai in der Provinz Guangdong ist. 2001 wurde die Insel Coloane durch Landgewinnung mit der Insel Taipa zu einer größeren Insel mit einer Fläche von 21,0 Quadratkilometern (Stand 2014) [3] verbunden.

Der Gemeindebezirk Coloane hat eine Länge von vier Kilometern. Die höchste Erhebung ist der 171 Meter hohe Alto de Coloane (chin.: 疊石塘山). Der östlich gelegene Strand Hac Sa (chin.: 黑沙海灘, port.: Baía en Hác Sá) und die südlich gelegene Bucht Cheoc Van (chin.: 竹灣, port.: Baía en Cheoc Van) werden von der Bevölkerung zur Erholung genutzt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tempel „Tam Kung“

Coloane war früher unter den Namen Jiuhaoshan (九澳山 "Berg der neun Buchten"), Yanzaowan (鹽灶灣 "Salzofenbucht"), und Guoluhuan (過路環 "Ringstraße") bekannt.

Von der Song-Dynastie (960-1279) bis zum Beginn der portugiesischen Herrschaft 1864 war Coloane Salz-Lieferant für China. Nach dem Ausbau Macaus zu einem wichtigen Handelshafen verlor Coloane an Bedeutung und war bis 1910 Stützpunkt von Piraten, als zwischen dem 12. und 19. Juli portugiesische Polizisten unter dem Feuerschutz der Kanonenboote Pátria und Macau auf der Insel Coloane mehrere chinesische Kinder aus Piratenhand befreiten.[4]

Mit der Eröffnung einer 2,2 Kilometer langen Brücke nach Taipa 1969, der Estrada do Istmo, begann eine stärkere Besiedlung Coloanes. 1999 endete die portugiesische Kolonialherrschaft und Coloane wurde an die Volksrepublik China übergeben.

Seit 2001 verbindet ein Neulandgebiet mit dem Namen Cotai (gebildet aus den Wörtern Coloane und Taipa) die bisherig einzelnen Inseln. Dort entstand eine neue Stadt mit zahlreichen Hotels, Kasinos, Restaurants und Geschäften. Ebenfalls errichtet wurden Filmstudios, Theater, eine Arena sowie Messe- und Tagungszentren. Weitere Hotel- und Kasinokomplexe sind im Bau oder in der Planung.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kapelle des „Heiligen Francisco de Xavier“

Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten gehört die Kapelle des Heiligen Francisco de Xavier (聖方濟各聖堂). Die Kapelle, erbaut 1928, befindet sich an der Südküste der Halbinsel. In der Nähe steht ein Denkmal zum Gedenken an den Sieg über die Piraten im Jahre 1910.

Die Kapelle enthält einige der wichtigsten heiligen christlichen Reliquien in Asien, darunter die Überreste von 26 ausländischen und japanischen katholischen Priestern, die 1597 in Nagasaki gekreuzigt wurden, sowie die von einigen der japanischen Christen, die während des Shimabara-Aufstands 1637 getötet wurden. Die Kapelle beherbergt auch einen Knochen aus dem Arm von Francisco de Xavier, der 1552 auf der Insel Shangchuan, 50 Meilen vor Macau, starb.

Weitere bedeutende Sehenswürdigkeiten Coloanes sind ein taoistischer Tempel, der der Seefahrer-Göttin „Tam Kung“ (譚公廟) geweiht ist, der alte Tempel „Tin Hau“ (天后古廟), die 1998 errichtete Statue „A-Ma“ (媽祖像), die Kirche „Gedächtnis der Schmerzen Mariens“ (九澳七苦聖母小堂), das Museum der Natur und Landwirtschaft (土地暨自然博物館), die Avenida de Cinco de Outubro (十月初五馬路), der Park „Baía de Hác Sá“ und der Coloane-Park.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Coloane – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Population Estimate 2014 (auf DSEC Statistics/Demographic/Population Estimate, PDF-Datei, Seite 2, abgerufen am 9. Oktober 2015)
  2. Population Census 2011 (auf DSEC Statistics/Demographic/Population Census, PDF-Datei, Seite 57, abgerufen am 9. Oktober 2015)
  3. Macao in Figures 2015 (auf DSEC Statistics/General/Macao in Figures, PDF-Datei, Seite 4, abgerufen am 9. Oktober 2015)
  4. Portuguese Gunboat Macau (Memento vom 14. Juni 2011 im Internet Archive)

Koordinaten: 22° 7′ N, 113° 34′ O