Judenbart

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Judenbart
Judenbart (Saxifraga stolonifera)

Judenbart (Saxifraga stolonifera)

Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Steinbrechartige (Saxifragales)
Familie: Steinbrechgewächse (Saxifragaceae)
Gattung: Steinbrech (Saxifraga)
Art: Judenbart
Wissenschaftlicher Name
Saxifraga stolonifera
Meerb.

Der Judenbart oder Kriech-Steinbrech (Saxifraga stolonifera) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Steinbrech (Saxifraga).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blütenstand
Blüte im Detail

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kriech-Steinbrech wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 8-45 Zentimetern. Er entwickelt lange fadenförmige Ausläufer mit schuppenförmigen Blättern. Die Stängel sind drüsig behaart. Die grundständigen Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Ihr Blattstiel ist 15-21 cm lang. Die Grundblätter sind oberseits grün mit silbergrauen Nerven und unterseits rötlich. Ihre oberseits behaarte Spreite ist im Umriss rund und am Rand unregelmäßig gekerbt-gesägt, an der Basis gestutzt, abgerundet oder herzförmig. Die Stängelblätter sind lanzettlich und nur 6 mm lang und 2 mm breit.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blütezeit ist Mai bis August. Der lockere, rispige Blütenstand enthält 7 bis 60 Blüten. Die zwittrigen Blüten sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die Kelchblätter sind abstehend oder zurückgeschlagen. Zwei der fünf weißen Kronblätter sind charakteristischerweise länger als die übrigen. Die längeren Kronblätter sind lanzettlich, 6-15 mm lang und 2-4 mm breit und zugespitzt. Die kleineren Kronblätter sind rot oder gelb gepunktet und 2-4 mm lang und 1-2 mm breit. Die Staubblätter sind 4,5 mm lang. Der Fruchtknoten ist hellgelb.

Chromosomenzahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 30.[1]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich stammt Saxifraga stolonifera aus China, Japan und Korea. Sie ist aber in weiten Teilen der gemäßigten Gebiete Eurasiens verbreitet und in Nordamerika ein Neophyt. In ihrer Heimat gedeiht sie in Wäldern, in Gebüschen, auf Wiesen, auch auf Felsen, in Höhenlagen von 400 bis 4500 Metern.

Taxonomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Synonym für Saxifraga stolonifera Meerb. ist Saxifraga sarmentosa L. f.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Judenbart wird als Zierpflanze verwendet. Die Blätter finden in der japanischen Küche Anwendung als Gewürz. Er ist seit 1771 in Kultur.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eckehart J. Jäger, Friedrich Ebel, Peter Hanelt, Gerd K. Müller (Hrsg.): Exkursionsflora von Deutschland. Begründet von Werner Rothmaler. Band 5: Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Springer, Spektrum Akademischer Verlag, Berlin/Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8274-0918-8, S. 342.
  • Pan Jintang, Richard Gornall, Hideaki Ohba: Saxifraga.: Saxifraga stolonifera, S. 280 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 8: Brassicaceae through Saxifragaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2001, ISBN 0-915279-93-2.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Saxifraga stolonifera bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. Louis

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Judenbart (Saxifraga stolonifera) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien