Jugend der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft

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Logo der DLRG-Jugend

Die Jugend der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft e. V., häufig DLRG-Jugend genannt, ist seit dem 3. Juni 1962 eine eigenständige Organisation und vereinende Organisation aller Jugendgruppen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft. Sie versteht sich als Kinder- und Jugendverband und ist vorwiegend in diesem Bereich tätig. DLRG-Jugend-Mitglieder im Sinne der DLRG sind alle Mitglieder bis einschließlich 26 Jahre und ihre gewählten Vertreterinnen und Vertreter, wobei der Übergang vom Jugendverband zum Hauptverband fließend ist. Der Hauptsitz befindet sich wie der des Hauptverbands im niedersächsischen Bad Nenndorf. Die DLRG-Jugend ist Mitglied im Deutschen Bundesjugendring.

Das Logo der DLRG-Jugend ist dem des Hauptverbandes angelehnt. Es zeigt den DLRG-Adler mit der DLRG-Wortmarke und dem Schriftzug „Jugend“. Es ist ebenfalls nach dem Markenrecht im geschäftlichen Gebrauch geschützt.

Geschichte

Die Anfänge 1954–1974

Nach Gründung der DLRG im Jahre 1913 spielte die Jugend zunächst keine große Rolle. Der Verein bestand hauptsächlich aus Erwachsenen und hatte nur sehr wenige jugendliche Mitglieder. Die Bundesländer Hessen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen bekamen jedoch nach dem Krieg einen starken Zulauf von Kindern und Jugendlichen und nahmen Ende der 1940er Jahre, trotz ablehnender Haltung des Präsidiums und des Präsidialrates, die Jugendarbeit in ihr Handlungsumfeld auf. Schleswig-Holstein legte 1951 eine Jugendpflegearbeit als erster Landesverband in seiner Satzung fest. Am 16. und 17. Oktober 1954 beschloss der Präsidialrat einen Beauftragten für das Jugendwesen hinzuzuziehen. Trotzdem war es noch ein langer Weg zu einer selbstständigen Jugendarbeit auf Bundesebene, denn 1959 wurde zum Beispiel ein Antrag des Landesverbandes Schleswig-Holstein zur Einführung einer Jugendpflegearbeit auf Bundesebene abgelehnt. Im Jahre 1962 wurde endlich die Notwendigkeit einer Jugendarbeit erkannt und die DLRG-Jugend wurde auf der DLRG-Bundestagung vom 31. Mai bis zum 3. Juni für das gesamte Bundesgebiet gegründet. Zum ersten Bundesjugendwart wurde der damalige Landesjugendwart Harald Kracht aus Schleswig-Holstein kommissarisch bestimmt. Gleichzeitig wurde die Jugend unter § 7 in die DLRG-Satzung aufgenommen. Ein Jahr später fand erstmals die Bundesjugendtagung statt, die das höchste Entscheidungsgremium der DLRG-Jugend bildet. 1965 wurde auf Bundesebene eine eigene Jugendordnung verabschiedet, die jedoch weder Strukturen und Interessen noch Zielsetzungen der Jugendlichen beinhaltete und eher auf die Nachwuchsarbeit ausgerichtet war.

Jugendpolitische Profilierung 1974–1990

Erst Anfang der 1970er Jahre wurde die Bundesjugendordnung überarbeitet und den Zielen und Interessen der Jugendlichen angepasst. In dieser Zeit gab es auch einige Unstimmigkeiten mit Delegierten des Gesamtverbandes. Diese forderten eine Unterordnung der Jugend und dessen Ziele und Wünsche, zu einer Fachverbandsjugend, die dem Gesamtverband unterstellt sei. Außerdem stritt man sich über die Auseinandersetzung mit aktuellen Themengebieten wie „Krieg und Frieden“, „Arbeitslosigkeit“, „Sexualität“ usw. und fragte sich ob diese Themen überhaupt öffentlich thematisiert und diskutiert werden dürfen. 1980 fand erstmals der „DLRG-Jugend-Tag“ in Kassel statt und war mit 3000 Teilnehmern ein voller Erfolg und übertraf alle Erwartungen der Veranstalter.

Pragmatische Professionalisierung 1990 bis heute

Seit Gründung der DLRG-Jugend wurden die Ämter meist ehrenamtlich wahrgenommen. Erst seit Mitte der 1980er Jahre wurden die ehrenamtlichen Funktionsträger stärker durch hauptberufliche Mitarbeiter unterstützt. Seitdem ist die Arbeit von zunehmender Professionalisierung geprägt. Heute sind etwa 63 Prozent der Mitglieder der DLRG Kinder und Jugendliche und somit Mitglied in der DLRG-Jugend. Der Bundesjugendvorstand unter der Führung von Kathrin (Joe) Ripcke, Julia Cattelaens, Christoph Freudenhammer, Sven Steckhan, Dennis Makoschey, Christoph Mauer, dem Vertreter des Präsidiums Jochen Brünger und dem kraft Funktion eingesetzten hauptberuflichen Leiter des Bundesjugendsekretariates, Klaus Groß-Weege, leitet in der aktuellen Legislaturperiode seit dem 16. Bundesjugendtag der DLRG 2010 in Freiburg die Geschicke des Verbandes. Bei der Neuwahl des Bundesjugendvorstandes im Rahmen des Bundesjugendtages 2013 in Dresden schieden Julia Cattelaens, Sven Steckhan und Christoph Mauer aus dem Gremium aus. Dafür traten Steffi Nagel und Florian Mydlak als stellvertretende Bundesjugendvorsitzende und Jan Mahnke als Schatzmeister neu in die Vorstandschaft ein.

Im Jahr 2013 feiert die DLRG-Jugend ihr 50-jähriges Bestehen, da sie innerverbandlich ihre Gründung auf den ersten Bundesjugendtag 1963 in Stuttgart zurückführt.

Aufbau der DLRG-Jugend

Gliederung

Die DLRG-Jugend ist ein selbstständiger[1], öffentlich anerkannter Verein. Er ist integrierter Teil des Gesamtverbandes und versteht sich als eine Form der Selbstorganisation von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Die Jugend gibt sich eine eigene Ordnung und wählt ihre Gremien unabhängig.

Die Gliederung der DLRG-Jugend, gleicht im Großen und Ganzen der Gliederung des DLRG Hauptverbandes mit dem Unterschied, dass die verschiedenen Organe Jugendvorstand, Bezirksjugendrat usw. heißen.

Aufgaben

In ihrer verbandlichen, gesellschaftlichen und internationalen Arbeit fühlt sich die DLRG-Jugend den Prinzipien der Demokratie, Humanität, Toleranz, Solidarität, Pluralität und Ganzheitlichkeit verpflichtet. Diese Prinzipien bedeuten, dass sie sich für die körperliche und geistige Unversehrtheit aller Menschen einsetzt. Sie engagiert sich dafür, dass sich jeder einzelne Mensch umfassend und allseitig frei entfalten kann. Die dafür notwendigen gesellschaftlichen Voraussetzungen will sie mitgestalten. Des Weiteren will sie sich für die Natur und für die Umwelt einsetzen und den Hauptverband im Kampf gegen den Ertrinkungstod unterstützen.

Um all diese Aufgaben bewältigen zu können verfügt die DLRG-Jugend über eigene finanzielle Mittel in eigener Verantwortung.

Ziele

Die DLRG-Jugend hat fünf gleichberechtigte Ziele. Diese sind im Leitbild der DLRG-Jugend festgeschrieben:

  • Leben retten;
  • einen Beitrag zur Entwicklung junger Menschen zu selbstbestimmten, selbstbewussten und verantwortlichen Persönlichkeiten leisten;
  • die Interessen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen aktiv und wirksam innerhalb und außerhalb des Verbandes vertreten;
  • auf gesellschaftliche Probleme aufmerksam machen und aktiv zu deren Lösung beitragen;
  • die gleichberechtigte Teilhabe von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in ihren jeweiligen Lebenswelten.

Ausbildung

Die DLRG-Jugend hat das Ziel, ihre jugendlichen Mitglieder auf spielerische Art und Weise an die Aufgaben, Ausbildung und Technik der DLRG heranzuführen, sowie ihnen das Schwimmen beizubringen. Um das erreichen zu können, werden in den Ortsgruppen Ausbildungsstunden und Schwimmunterricht in regelmäßigen Abständen (meist wöchentlich) abgehalten. Die Ausbildungsinhalte sind im Artikel DLRG genauer erläutert.

Natürlich werden auch Spiele-, Film-, Bastel-, Grill- und Kameradschaftsabende veranstaltet, genauso wie gemeinsame Unternehmungen und Ausflüge. Dies passiert nicht nur innerhalb einer Ortsgruppe, sondern auch des Öfteren mit Jugendgruppen anderer Ortsgruppen oder Organisationen wie zum Beispiel der Feuerwehr.

Zusätzlich werden den Jugendlichen auch Seminare angeboten, die nicht unbedingt etwas mit der DLRG oder dem Thema Wasserrettung zu tun haben. Das Angebot dieser Seminare ist sehr umfangreich, so können die interessierten Jugendlichen zum Beispiel die Jugendleitercard (JuLeiCa) erwerben, Seminare zu den Themen Jugendarbeit, Pädagogik, Erste Hilfe, Spiele, Recht in der Jugendarbeit, Planung von Veranstaltungen usw. und Computerkurse besuchen, um eine Homepage kreieren zu können.

Veranstaltungen

Jedes Jahr im Herbst veranstaltet die DLRG-Jugend im Auftrag der DLRG seit 1999 die „Deutschen Meisterschaften im Rettungsschwimmen“. Es treten verschiedene Altersklassen in verschiedenen Disziplinen (z.B.: „Hindernisschwimmen“, „Retten mit Flossen“) gegeneinander an. Die Gewinner dürfen sich „Deutscher Meister“ ihrer Altersklasse nennen. Die Veranstaltung findet ausschließlich in der Halle statt und wird von der Orts- bis zur Bundesebene organisiert. Sie werden nach dem nationalen Regelwerk durchgeführt. Es gibt Einzel- und Mannschaftswettbewerbe. Weitere Informationen zu den Wettkämpfen der DLRG: siehe Rettungssport

Die DLRG und DLRG-Jugend veranstalten zusammen mit ihrem Partner NIVEA das DLRG/NIVEA-Strandfest für Kinder. Das seit 1989 stattfindende Spektakel soll Kinder und deren Eltern fit zum Thema „Wasser“ machen und auf Gefahren und das richtige Verhalten am und im Wasser aufmerksam machen. Es findet jeweils einen Nachmittag an ausgewählten Stränden der Nord- und Ostseeküste statt.

Die DLRG veranstaltet zusammen mit der DLRG-Jugend in verschiedenen Schwimmbädern in ganz Deutschland Badepartys. Unter dem Motto „Spiel, Spaß und Sport“ soll sie unter anderem Werbung für den Breitensport und sportliche Betätigungen machen. Hierzu stehen spezielle mit Wasserspielgeräten ausgerüstete Transportanhänger, sogenannte „Spielemobile“ zur Verfügung. Diese stehen den Gliederungen insgesamt 17-mal deutschlandweit zur Verfügung.

Der DLRG/NIVEA-Kindergartentag wird ebenfalls von der DLRG und der DLRG-Jugend mit ihrem Partner NIVEA angeboten. Er soll den Kindern vorwiegend Information über die Gefahrenquellen am Wasser geben, die Baderegeln vermitteln und das richtige Verhalten im und am Wasser lehren sowie Informationen über die Aufgaben und Ziele der DLRG den Kindern näher bringen.

Jährlich veranstaltet die DLRG-Jugend in den Bezirken und Landesverbänden auch das Bezirks- bzw. Landesjugendtreffen. Letzteres meistens in Verbindung mit den Landesmeisterschaften im Rettungsschwimmen. Auf diesen Veranstaltungen treffen sich alle Ortsgruppen eines Bezirkes bzw. eines Landesverbandes für ein Wochenende. Dort steht dann nicht nur das Schwimmen im Vordergrund, sondern auch der Spaß und die Kommunikation unter den Ortsgruppen. Es finden zwar auch Schwimmwettkämpfe statt, doch es wird eine Vielzahl anderer Aktivitäten für alle Altersgruppen angeboten.

Seit 2009 veranstaltet die DLRG-Jugend das Bundeskinder- und Jugendtreffen (BukiJu) in Verbindung mit den Deutschen Meisterschaften im Rettungsschwimmen. Ähnlich wie Bezirks- und Landesjugendtreffen stehen hier nicht nur das Schwimmen im Vordergrund, sondern auch der Spaß und Freizeit und es werden ebenfalls eine Vielzahl anderer Aktivitäten für alle Altersgruppen angeboten.

In manchen Gliederungen werden auch internationale Jugendaustauschmaßnahmen angeboten, teilweise werden diese Maßnahmen aber auch in der Verantwortung der Bezirks- oder Landesverbände durchgeführt.

Mitgliedschaften

Die DLRG-Jugend ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der helfenden Jugendverbände, dem Zusammenschluss der Nachwuchsorganisationen der im Bevölkerungsschutz aktiven Organisationen und betreiben deren Homepage. Weitere Mitglieder sind die Arbeiter-Samariter-Jugend, die THW-Jugend, die Jugendfeuerwehr, das Deutsche Jugendrotkreuz, die Johanniter-Jugend und die Malteser Jugend. [2]

Siehe auch

Weblinks

Quellen

  1. § 3 der Jugendordnung, abgerufen am 10. Februar 2011
  2. Homepage der Arbeitsgemeinschaft der helfenden Jugendverbände, abgerufen am 10. Februar 2011