Nivea

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Nivea
Nivea-Logo
Besitzer/Verwender Beiersdorf AG
Einführungsjahr 1911
Produkte Hautpflegeprodukte
Website www.nivea.de
Nivea-Creme-Dose (1993)

Nivea (Eigenschreibweise: NIVEA) ist eine geschützte Marke der Beiersdorf AG. Die Marke Nivea wurde in den vergangenen Jahrzehnten zur Dachmarke mit diversen Submarken und umfasst heute Reinigungs- und Pflegeprodukte für den ganzen Körper. 1890 kaufte der Apotheker Oscar Troplowitz das Unternehmen Beiersdorf von dessen Namensgeber Paul C. Beiersdorf ab. Das Unternehmen war bis dahin auf die Herstellung medizinischer Pflaster spezialisiert. Im Dezember 1911 verkaufte Beiersdorf die erste Nivea-Creme an Apotheken und Drogerien. Die erste Nivea-Dose war gelb mit grünen Jugendstilranken am Rand. Im Jahr 1925 bekam die Nivea-Creme-Dose ihr typisches Blau. Heute gehört die Hautpflegecreme Nivea neben dem Labello und dem tesafilm zu den bekanntesten Produkten der Beiersdorf AG.[1] Den Namen leitete Oscar Troplowitz ab von der weiblichen Form des lateinischen Adjektivs niveus (zu nix, nivis, Schnee). Nivea bedeutet „die Schneeweiße“. Zuvor gab es bereits seit 1906 eine ebenfalls weiße Nivea-Seife.[2]

Zusammensetzung der Hautpflegecreme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundlage war die Entdeckung von Eucerit, einem aus Schafswollfett gewonnenen Emulgator, dem ersten stabilen Wasser-in-Öl-Emulgator. 1911 entwickelte der Besitzer von Beiersdorf, Oscar Troplowitz, eine Hautcreme in enger Zusammenarbeit mit dem Chemiker Isaac Lifschütz und dem Dermatologen Paul Gerson Unna. Im Dezember desselben Jahres kam die erste Hautcreme der Welt mit langanhaltender Wirkung auf den Markt. Die Rezeptur ist seit den Anfangstagen nahezu unverändert geblieben:

Produktlinien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Produktlinien der Marke Nivea umfassen unter anderem Gesichtspflege, dekorative Kosmetik, Haarpflege und Haarstyling, Deodorants, Körperlotionen, Handcremes, Sonnenschutzmittel, Feinseifen und Duschgel. Historisch war die klassische Anwendung die Hand- und Gesichtspflege. In den 1930er Jahren warb Nivea bereits mit dem Sonnenschutz, denn „sonst gibt's statt Bräunung Sonnenbrand.“ Der Werbespruch im Mai 1936 lautete: „Mit Nivea in Luft und Sonne.“[4]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige Nivea-Produkte standen 2004 aufgrund bedenklicher Inhaltsstoffe in der Kritik. Darunter waren zehn Produkte, die laut Öko-Test Formaldehyd/-abspalter enthielten, welche zur Konservierung eingesetzt wurden. Formaldehyd steht im Verdacht, Krebs auszulösen und kann Allergien verursachen. Beiersdorf gab bekannt, dass in Duschgels und Shampoos auf Formaldehyd, Erdöl und halogenorganische Verbindungen verzichtet würde (2007). Bis 2015 enthielt ein Teil der Reinigungs- und Duschprodukte Mikroplastik in Form von Polyethylen-Microbeads.[5] Seit 2016 sind alle Nivea-Produkte frei von diesen Polyethylen-Partikeln. Stattdessen werden biologisch abbaubare Substanzen, wie mikrokristalline Cellulosepartikel, verwendet.[6] 2017 geriet Nivea zusammen mit vielen anderen Kosmetik-Unternehmen jedoch wieder in die Kritik, als Greenpeace auf die Verwendung von Mikrokunststoffen wie Cyclomethicon, Polyquaternium-Verbindungen oder auch Polyamide, aufmerksam machte. Diese Kunststoffe gelten dabei als aquatisch toxisch oder auch als nicht biologisch abbaubar.[7]

Niveablau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die charakteristische blaue Farbe ist eines der wenigen Beispiele für eine Farbmarke.

Nivea-Häuser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nivea betreibt in Hamburg und Berlin ein sogenanntes Nivea Haus, in dem auch Behandlungen mit den Produkten erfolgen. In Hamburg handelt es sich um das Prien-Haus.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zeitgeist Media, Beiersdorf AG (Hrsg.): NIVEA Creme. 100 Jahre Hautpflege fürs Leben. Beiersdorf, Hamburg 2011, ISBN 978-3-941396-05-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nivea – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Mann, der die Nivea-Creme erfand
  2. Ausstellung: NIVEA-Erfinder Oscar Troplowitz. In: Webseite Hamburgs Kreative 2015/16. Abgerufen am 4. August 2016.
  3. Beiersdorf AG (Hrsg.): Nivea Creme – Inhaltsstoffe. Abgerufen am 4. August 2016.
  4. Werbung in der Zeitschrift Die Woche, Heft 21 vom 20. Mai 1936, S. 27. Die Creme gab es damals in Dosen für 15, 24, 54 Pf. und RM 1.-, in Tuben für 40 und 60 Pf. und als Öl für 35 Pf. bis RM 1,20.
  5. Inhaltsstoff Polyethylen
  6. Pflege ohne Mikroplastik. In: Webseite Beiersdorf / Nachhaltigkeit. Abgerufen am 4. August 2016.
  7. Vom Waschbecken ins Meer. Greenpeace, abgerufen am 17. Juni 2017 (PDF).