Bad Nenndorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Nenndorf
Bad Nenndorf
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bad Nenndorf hervorgehoben
Koordinaten: 52° 20′ N, 9° 23′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Schaumburg
Samtgemeinde: Nenndorf
Höhe: 88 m ü. NHN
Fläche: 23 km²
Einwohner: 10.537 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 458 Einwohner je km²
Postleitzahl: 31542
Vorwahl: 05723
Kfz-Kennzeichen: SHG, RI
Gemeindeschlüssel: 03 2 57 006
Stadtgliederung: 4 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rodenberger Allee 13
31542 Bad Nenndorf
Webpräsenz: www.badnenndorf.de
Bürgermeisterin: Gudrun Olk (SPD)
Lage der Stadt Bad Nenndorf im Landkreis Schaumburg
Nordrhein-Westfalen Landkreis Hameln-Pyrmont Landkreis Nienburg/Weser Region Hannover Ahnsen Apelern Auetal Auhagen Bad Eilsen Bad Nenndorf Beckedorf Bückeburg Buchholz (bei Stadthagen) Hagenburg Haste Heeßen Helpsen Hespe Heuerßen Hohnhorst Hülsede Lauenau Lauenhagen Lindhorst Lüdersfeld Luhden Meerbeck Messenkamp Niedernwöhren Nienstädt Nordsehl Obernkirchen Pohle Pollhagen Rinteln Rodenberg Sachsenhagen Seggebruch Stadthagen Suthfeld Wiedensahl WölpinghausenKarte
Über dieses Bild

Bad Nenndorf ist eine Stadt im Osten des Landkreises Schaumburg, westlich von Hannover in Niedersachsen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bad Nenndorf liegt am nordwestlichen Rand des Deisters und 15 km südlich des Steinhuder Meeres, zwischen Weser und Leine, am Übergang des Mittelgebirges zur Norddeutschen Tiefebene, 26 km westlich von Hannover.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Uhrzeigersinn sind dieses die Gemeinden Hohnhorst und Suthfeld, die Städte Barsinghausen und Rodenberg, sowie die Gemeinden Beckedorf, Lindhorst und Auhagen.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alte Mühle im Ortsteil Waltringhausen

Die Stadt Bad Nenndorf setzt sich aus der Kernstadt Bad Nenndorf und den Ortsteilen Waltringhausen mit der Bückethaler Landwehr, Horsten mit der Horster Mühle und Riepen zusammen.

Die Einwohnerzahl betrug am 31. Dezember 2012 10876 Personen und ist zum Vorjahr um 176 gestiegen. Diese verteilen sich auf Bad Nenndorf mit 8709, Waltringhausen mit 1332, Horsten mit 214 und Riepen mit 621 Einwohnern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das vermutlich am Anfang des 9. Jahrhunderts entstandene Dorf am Nordwestrand des Deisters wurde erstmals im Jahr 936 als Nyanthorpe („Neues Dorf“) in den Urkunden des Klosters Corvey erwähnt.

Im Jahr 1136 wurde die erste Kirche errichtet und 1150 wurde der Ort Niendorpe genannt. Nachdem südwestlich des Ortes eine kleine Siedlung entstanden war, unterschied man künftig Groß Nenndorf und Klein Nenndorf. Eine weitere Siedlung im heutigen Stadtgebiet namens Densinghausen wurde im Dreißigjährigen Krieg ausgelöscht. Seit der Teilung der Grafschaft Schaumburg 1647 gehörte Nenndorf zu Hessen-Kassel.

Kurort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Heilkraft der 1546 erstmals auf dem so genannten „Dübelsdreck“ beurkundeten Schwefelquellen, zwischen Groß und Klein Nenndorf gelegen, wurden später von der Landbevölkerung zu Heilzwecken genutzt.

1911 errichtetes Denkmal für den Landgrafen Wilhelm IX. von Hessen-Kassel als Gründer des Bades Nenndorf 1787

Nach einem ärztlichen Gutachten der Universität Rinteln wurde sie auf Befehl des hessischen Landgrafen Friedrich II. eingefasst. Landgraf Wilhelm IX. von Hessen-Kassel überzeugte sich 1786 persönlich von dem Wert der Schwefelquelle und gründete 1787 nach einem Gesamtplan des Hofarchitekten Simon Louis du Ry den „Gutsbezirk Nendorff“ mit den Badeeinrichtungen und dem Kurpark. Erster Brunnenarzt wurde der Rintelner Medizinprofessor Ludwig Philipp Schröter, der das neue Bad durch Veröffentlichungen bekannt machte.

Interessanter wurde der Aufenthalt auch durch erstmals 1787 konzessionierte Glücksspiel. Gespielt wurde vornehmlich Pharo, zunächst in den Räumen einer Apotheke, in der auch Kaffee und Kakao ausgeschenkt wurde. Einen Spielsaal richtete man um 1840 in einem Raum des Arkadengebäudes ein, bald danach zog man in die Galerie um. Der Pächter Dr. Biermann (ab 1848), ehemals Angestellter bei François Blanc, bezahlte zweihundert Louis d’or Pacht und eintausend Taler für die Verschönerung des Ortes. Der Vertrag sollte sechs Jahre laufen. Das Spiel wurde im ehemaligen Theatersaal aufgenommen, in dem einmal wöchentlich getanzt wurde. Angeboten wurde außer Pharo auch das aufkommende Trente et quarante. Als Mindesteinsatz waren 10 Silbergroschen festgesetzt. Das Spiel war 1849–52 zunächst wegen des Verbots der Paulskirchenversammlung, dann wegen Unregelmäßigkeiten unterbrochen. Mitinhaber wurde daraufhin Leutnant Schönewolf. Als der Kurfürst Wilhelm I. sich 1863 im Ort aufhielt und zahlreiche kleinliche Anordnungen traf, schloss er auch die Spielbank.

Die Schwefelquellen gehören zu den stärksten Europas und konnten nun endlich mit großem Erfolg bei Rheuma, Gicht und Hautleiden eingesetzt werden. Schon bald gehörte Nenndorf zu den führenden deutschen Heilbädern. 1806 ließ der Landgraf eine Sommerresidenz im klassizistischen Stil, das so genannte Schlößchen (Lodge), erbauen, bei dem er und seine Nachfolger bei zahlreichen Aufenthalten in Nenndorf residierten. Im Jahr 1866 wurde Bad Nenndorf Königlich Preußisches Staatsbad und konnte durch finanzielle Unterstützung aus Berlin weiter expandieren.

19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bad Nenndorf am Galenberg

Sehr günstig wirkte sich auch die geografische Lage auf die Entwicklung des Ortes aus. Am nördlichen Rand des deutschen Mittelgebirges liegt Bad Nenndorf auf einer seit Jahrhunderten genutzten Rhein-Elbe-Verbindung, dem Hellweg, und so bekam der Ort Anschluss an das Eisenbahnnetz (1847 in Haste und 1872 in Nenndorf), den Mittellandkanal (in Haste 1916) und die Autobahn (1939).

Schon in der kurhessischen Zeit bestanden Vorschriften zur Sicherung des Eigentums gegen Unglücksfälle von Seiten der Elemente. Nach einer Verordnung der kurfürstlichen Regierungskommission in Rinteln vom 22. Mai 1858 war jeder Bewohner der Grafschaft Schaumburg verpflichtet, beim Ausbruch eines Brandes an dessen Bekämpfung mitzuwirken. Bürgermeister und Ortsvorstände waren angewiesen, Einwohner zur Abgabe der herkömmlichen Feuerzeichen zu bestimmen, mehrere Feuerreiter und Feuerläufer einzuteilen und in Orten, in denen Spritzen vorhanden waren, für deren ordnungsmäßige Besetzung zu sorgen. Auf Grund dieser Anordnungen kam durch Zusammenarbeit zwischen dem Staatsbad und der beiden Gemeinden Groß- und Klein-Nenndorf die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr zustande.

Am 6. Juni 1880 fanden die ersten Besprechungen über Maßnahmen eines wirksamen Feuerschutzes statt. Den Vertretern des Staatsbades und der beiden Nenndorfer Gemeinden standen hierbei sicher noch die ungenügenden Hilfsmaßnahmen beim Brand des Großen Logierhauses am 20. Juli 1874 vor Augen. Trotz großer Anstrengungen war das Gebäude bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Hinzu kam, dass im Jahre 1873 im Bantorfer Bergwerk wasserführende Klüfte angehauen waren und deshalb die Nenndorfer Wasserstände ständig niedriger wurden. Zwischen Groß-Nenndorf und der Landwehr waren, bis auf zwei, alle Brunnen versiegt. Bei den Verhandlungen am 6. Juni 1880 wurde vereinbart, die nicht ausreichenden Löschgeräte durch das Staatsbad zu vervollständigen und die Löschmannschaften von den beiden Gemeinden zu stellen.

Zum ersten Wehrführer wurde der Bademeister Martin Heinrich Heckmann bestimmt, der sogleich mit der Aufstellung und Ausbildung der Feuerwehr begann. Wie aus der Chronik nachzulesen ist, hatte Heckmann die Feuerwehr in straffer Zucht und Ordnung nach militärischen Grundsätzen geführt.[2]

1929 entstand die Gemeinde Bad Nenndorf durch Zusammenschluss der Orte Groß Nenndorf und Klein Nenndorf mit dem Gutsbezirk Bad Nenndorf.

Zur Zeit des Nationalsozialismus wurden die Kuranlagen von Bad Nenndorf nach Planung und unter Bauleitung des Architekten Otto Hodler neu gestaltet.[3]

Internierungslager[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gebäudefassade des Wincklerbades, von 1945–1947 britisches Internierungslager Bad Nenndorf

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde von der britischen Rheinarmee von 1945 bis 1947 im Badehaus von Bad Nenndorf, dem Wincklerbad, und angrenzenden Gebäuden das Internierungslager Bad Nenndorf betrieben. Bei dem Internierungslager handelte es sich um ein streng abgeschirmtes Geheimgefängnis des britischen militärischen Geheimdienstes, in dem insgesamt 372 Männer sowie 44 Frauen inhaftiert und verhört wurden. Darunter waren neben zuerst hohen und höchsten Funktionären der NSDAP, Diplomaten, Offizieren der Abwehr und aller Wehrmachtteile später auch „kleine Fische“, wie Grenzgänger, die der Spionage für die Sowjetunion bezichtigt wurden, und Kommunisten[4]. Im Frühjahr 1947 sickerte durch, dass in der Einrichtung katastrophale Zustände herrschten, so dass sie nach deutschen und britischen Interventionen geschlossen wurde.

Seit 2006 führt die Neonaziszene jährlich jeweils im August in Bad Nenndorf sogenannte Trauermärsche zum Wincklerbad durch, angekündigt bis zum Jahr 2030. Tenor dabei ist das Gedenken an die „Opfer des alliierten Folterlagers im Wincklerbad“. Bürger in Bad Nenndorf gründeten aus Besorgnis, dass sich Bad Nenndorf zu einem Treffpunkt der rechten Szene entwickelt, das Bündnis Bad Nenndorf ist bunt. Die Vereinigung organisiert zu den jährlichen Demonstrationen der rechten Szene jeweils Gegendemonstrationen.[5] [6] Da zum Schutz der Versammlungen mehrere tausend Polizeibeamte eingesetzt werden, herrscht am Veranstaltungstag Ausnahmezustand im Ort.

21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 2000 wurden Bad Nenndorf die Stadtrechte verliehen.[7]

Im Januar 2005 wurden große Teile des Staatsbades vom Land Niedersachsen an die Stadt Bad Nenndorf übergeben. Mit rückläufigen Kurgastzahlen sieht das Staatsbad einer ungewissen Zukunft entgegen. Davon unberührt expandiert die Stadt weiter als beliebter Wohnort in einer schönen Landschaft mit günstigen Verkehrsanbindungen.

Am 25. Mai 2009 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • St. Godehardi-Kirchengemeinde, gehört zum Evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Grafschaft Schaumburg. Zu ihr gehören die Orte Bad Nenndorf, Horsten, Waltringhausen sowie aus der Gemeinde Suthfeld die Dörfer Riehe und Kreuzriehe.
  • Katholische Pfarrgemeinde Maria vom hl. Rosenkranz, gehört zum Dekanat Weserbergland des Bistums Hildesheim
  • Neuapostolische Gemeinde Bad Nenndorf
  • Jüdische Gemeinde Bad Nenndorf (88 Mitglieder)

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Horsten, Riepen und Waltringhausen eingegliedert.[8]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindewahl 2011[9]
Wahlbeteiligung: 50,89 %
 %
40
30
20
10
0
38,07 %
32,25 %
24,83 %
2,98 %
1,85 %
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Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtrat von Bad Nenndorf setzt sich aus 27 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

SPD CDU WGN LINKE Gesamt
2011 10 9 7 1 27 Sitze

Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011

Eine Ratsherrin verließ im Januar 2013 die Gruppe SPD/Die Linke und bildet nun mit der Wählergemeinschaft die Gruppe WGN/Finsterle.

Bürgermeisterin / Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeisterin ist seit 2001 Gudrun Olk (SPD). Zum Stadtdirektor ist Samtgemeindebürgermeister Mike Schmidt (CDU) bestellt. Die Verwaltung der Stadt liegt bei der Samtgemeinde Nenndorf.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt unterhält Städtepartnerschaften zu Doudeville in Frankreich und Gdów in Polen.[10]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Ohndorf-Theater ist eine Laienspielgruppe.
  • Die Theaterkiste Waltringhausen bevorzugt humoristische Aufführungen.

Tradition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Nenndorfer Rotröcke sind eine Trachtentanzgruppe, die auf vielen Veranstaltungen der Umgebung präsent ist.
  • Die Trachtengruppe Niendärsche Kaumelkers aus Horsten präsentiert Trachten und organisiert volkskundlichen Ausflüge in die Vergangenheit.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das „Kultur-Forum“ und unterstützend „Kultur-Forum & friends“ engagieren herausragende Künstler und sorgen für zahlreiche Live-Konzerte unterschiedlicher Musikrichtungen.
  • Ferdy Doernberg (ein international tätiger Musiker, Singer/Songwriter & Produzent wohnhaft Bad Nenndorf)
  • Rough Silk (Heavy-Metal-Band aus Bad Nenndorf mit internationalen Erfolgen)
  • Das fröhliche Dutzend präsentiert Schlager und Volksmusik.
  • Bad Nenndorf Boys (Ska-Punk-Band aus Bad Nenndorf)
  • Blasorchester Bad Nenndorf
  • Männergesangverein mit Shantychor, singt in einer Chorgemeinschaft mit den Männergesangvereinen Rehren und Ohndorf.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lichterfest im Kurpark
  • Gartenträume mit Moorwannenrennen im Kurpark (März)
  • Kurparklauf im Juni
  • Kulturfest "Bad Nenndorf ist bunt" im Juni
  • Schützenfest im Juli
  • Schützen- und Dorfgemeinschaftsfest in Horsten im August
  • Lichterfest (Illumination des Kurparks) und Gourmetfestival im August
  • Bauernmarkt im Oktober
  • Erntefeste in Waltringhausen und Riepen im September
  • Weihnachtsmarkt im Dezember in Bad Nenndorf im Kurpark
  • Weihnachtsmarkt in Waltringhausen am Glockenturm

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliges Schwefelbadehaus, vollendet 1906, heute Hotel
Brunnentempel vor der Esplanade
Süntelbuchenallee im Kurpark
  • Evangelische St. Godehardi-Kirche, erbaut 1853.
  • Katholische Kirche Maria vom hl. Rosenkranz, erbaut 1896/1954/1999
  • Kurapotheke, ältestes Gebäude in Bad Nenndorf, einst Jagdhaus von Graf Wilhelm zu Schaumburg-Lippe, 1790 hierher versetzt
  • Hotel Esplanade, ehemaliges Badehaus im Kurpark, erbaut 1906
  • Schlösschen im Kurpark, erbaut 1806
  • Haus Kassel im Kurpark, erbaut 1790/91 durch Simon Louis du Ry, 1929 erweitert
  • Landgrafenhaus im Kurpark, 1791/92 erbaut durch Simon Louis du Ry, Brand 1934, 1936 erneuert
  • Brunnentempel über der Schwefelquelle im Kurpark, 1842 erbaut, Wahrzeichen von Bad Nenndorf

Parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bad Nenndorf besitzt einen 34 ha großen sehenswerten Kurpark mit historischen Bauten und einem über 200 Jahre alten Baumbestand. Einmalig in Deutschland ist eine kleine Allee aus knapp 100 seltenen Süntelbuchen am westlichen Rand des Kurparks.
  • Der Vogelpark am Krater ist ein kleiner Vogelpark in der Nähe einer Quelle an der B65 in Richtung Stadthagen.

Alleen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In Bad Nenndorf gibt es zwei repräsentative Alleen, die Rodenberger Allee und die Buchenallee. Beide Alleen wurden im Zusammenhang mit dem Ausbau des „Schwefelbades Nendorf“ Ende des 18. Jahrhunderts angelegt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhofsgebäude mit Gaststätte

Bad Nenndorf liegt an der BAB 2 und an den Bundesstraßen 65 und 442.

Der Haltepunkt Bad Nenndorf an der Deisterbahn der S-Bahn Hannover wird von den Linien S 1 und S 2 angefahren.

Busverbindungen bestehen in Richtung Haste, Lauenau, Rinteln, Stadthagen und Empelde. Außerdem wird von März bis Oktober Bad Nenndorf einmal wöchentlich vom Bus "Westliche Heilbäder" Berlin – Horn / Bad Meinberg angefahren.

Innerhalb des Stadtgebietes, mit einem Schlenker in den Hohnhorster Ortsteil Ohndorf, betreibt der Bürgerbusverein ein Liniennetz mit 26 Haltestellen.

In 30 Minuten erreicht man per Pkw den Flughafen Hannover-Langenhagen.

Ansässige Unternehmen von überregionaler Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bioclimatic GmbH (Luftaufbereitungs- und Entkeimungssysteme)
  • Gerüstbau Wilhelm Kunkel GmbH
  • Möbel Heinrich GmbH & Co. KG
  • Knoche Maschinenbau GmbH (für landwirtschaftliche Geräte)

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • DSG DLRG Service Gesellschaft mbH
  • Schaumburger Nachrichten, Sitz einer Lokalredaktion
  • Schaumburger Wochenblatt, Anzeigenblatt, erscheint zweimal wöchentlich

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bundesgeschäftsstelle der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Sitz des DLRG-Präsidiums. An diese angeschlossen ist das Bildungswerk der DLRG und ein zugehöriges Tagungshotel.
  • Evangelischer Kindergarten, 7 Samtgemeinde-Kindergärten und ein Waldkindergarten
  • Evangelische Kirchengemeinde (St. Godehardi) mit Gemeindehaus („Haus der Begegnung“).
  • Katholische Kirchengemeinde (St. Maria vom Hl. Rosenkranz).
  • Neuapostolische Gemeinde
  • Jugendzentrum im Mehrgenerationenhaus (ehemals Vereinsheim).
  • THW-Übungsgelände des Landesverbandes Bremen, Niedersachsen.

Kliniken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klinik Niedersachsen, Rehabilitationsklinik für Neurologie, Neuro-Orthopädie, Klinische Neuropsychologie, Orthopädie, Innere Medizin, Angiologie und Rheumatologie, neurologische, internistische und orthopädische Privatambulanz.
  • Landgrafenklinik Bad Nenndorf, Reha-Fachklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie mit ambulantem Therapiezentrum.

Sport und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Landgrafentherme, Thermal-Sole-Bad, Hallen- und Freibad mit verschiedenen Saunen
  • Hallenbad mit Solarium und Sauna in Bad Nenndorf
  • Sportzentrum in Bad Nenndorf mit mehreren Plätzen und Hallen
  • Sportpark (Tennishalle, Badminton etc.)
  • Sporthallen und -plätze in Riepen und Waltringhausen
  • Tennisplätze in Bad Nenndorf, Riepen und Waltringhausen
  • 3 Bouleplätze im Kurpark
  • 1 Minigolf-Anlage
  • Kurtheater mit Kurlichtspiele
  • Haus der Begegnung mit öffentlicher evangelischer Bücherei
  • Katholische Bücherei
  • Indoorsoccer-Halle in Bad Nenndorf
  • VfL Dorado
  • Schiessstände des Schützenvereins im Mehrgenerationenhaus und auf der Cecilienhöhe.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Berlin-Schule“, Grundschule in Bad Nenndorf
  • CJD Schule Schlaffhorst-Andersen Bad Nenndorf (Ausbildungsstätte für staatlich geprüfte Atem-, Sprech- und StimmlehrerInnen)
  • Gymnasium Bad Nenndorf (Europaschule, hat Kontakt zu sechs anderen Europäischen Ländern, unter anderem Belgien und Frankreich)
  • „DLRG Bildungswerk“ (gesamtverbandliche Aus-, Fort- und Weiterbildungseinrichtung der DLRG)
  • Im Kurhaus hat sich eine private Musikschule angesiedelt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Landgraf Wilhelm IX. von Hessen-Kassel (1743–1821) war 1787 Gründer des Bades.
  • Jérôme Bonaparte (1784–1860), König von Westphalen (1807–1813), weilte während seiner Regierungszeit des Öfteren in Bad Nenndorf zur Kur. Er führte das Schlammbaden ein und erweiterte die Kureinrichtungen (Bau des Schlammbades 1809).[11]
  • Viktor von Podbielski (1844–1916), preußischer Landwirtschaftsminister zu Beginn des 20. Jahrhunderts, war verantwortlich für große Investitionen des preußischen Staates in Bad Nenndorf, u. a. Bau der Esplanade und Erweiterung des Kurparks.
  • Carl Thon (1867–1955), Brunnengärtner und Dendrologe, war 55 Jahre für die Kurparkanlagen verantwortlich, bekam 1955 das Bundesverdienstkreuz. Er schuf u. a. die Erlengrundanlage, die Kugelahornallee („Bubikopfallee“), die Süntelbuchenallee und den Sonnengarten.
  • Axel Winckler (1852–1934), führender deutscher Balneologe und Dirigierender Brunnenarzt in Bad Nenndorf von 1898–1934, war verantwortlich für erhebliche Erweiterungen der Kuranlagen und Verbesserungen der Kuranwendungen.
  • Arrien Evers (1904–2001), führender deutscher Balneologe, Nenndorfer Dirigierender Brunnenarzt, Gründer (1936) und langjähriger Leiter des Balneologischen Instituts des Staatsbades Nenndorf.
  • Die ostpreußische Dichterin Agnes Miegel (1879–1964) lebte von 1948 bis 1964 in Bad Nenndorf. Ihr ehemaliges Wohnhaus ist heute Sitz der Agnes-Miegel-Gesellschaft. Seit 1954 ist sie Ehrenbürgerin der Stadt.
  • Ernst Blumenberg (1888–1973), jüdischer Arzt von 1929 bis 1937 und machte sich vor allem um die Nenndorfer Arbeiterschaft verdient; Gedenktafel am Haus an der Hauptstraße seit 1989[12]
  • Martin Doernberg (1920–2013), evangelischer Pastor der nahe gelegenen Kirchengemeinden Bantorf und Hohenbostel (1970–1985), Geiger und Komponist, lebte seit den 1960er Jahren in Bad Nenndorf.
  • Dieter Hecking (* 1964), ehemaliger Fußballprofi und aktuell Trainer beim VfL Wolfsburg.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karljo Kreter: Bad Nenndorf im Dritten Reich. Lebenswege der Nenndorfer jüdischen Glaubens, in Zusammenarbeit mit der Dr.-Blumenberg-Initiative, Bad Nenndorf, Hannover: Hildesheimer Str. 87, K. Kreter (Eigenverlag), 1987.
  • 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Bad Nenndorf. Festschrift, Bad Nenndorf 1980.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bad Nenndorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Bad Nenndorf – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. Ausführlich: Matthias Blazek: Feuerwehrwesen im Landkreis Schaumburg im 19. Jahrhundert. 2. aktualisierte und ergänzte Auflage. Adelheidsdorf 2002, S. 32 ff.
  3. Friedrich Lindau: Hannover. Wiederaufbau und Zerstörung. Die Stadt im Umgang mit ihrer bauhistorischen Identität, 2., überarbeitete Auflage, Hannover: Schlütersche Verlagsgesellschaft, 2001, ISBN 3-87706-607-0, passim; Vorschau über Google-Bücher
  4. Utz Anhalt / Steffen Holz, Das verbotene Dorf. Das Verhörzentrum Wincklerbad der britischen Besatzungsmacht in Bad Nenndorf 1945 – 1947, Hannover, Offizin, 2011 ISBN 978-3-930345-90-8.
  5. Angelika Henkel, Stefan Schölermann: Bad Nenndorf wehrt sich gegen Rechts. ndr.de, 2. Juli 2012, abgerufen am 25. Juli 2013.
  6. Kai Budler: Bad Nenndorf 2013: Naziaufmarsch durchs Hintergässchen? Publikative.org, 23. Juli 2013, abgerufen am 25. Juli 2013.
  7. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2000
  8. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 192.
  9. http://wahlen.kdo.de/content.php?kunde=sg_nenndorf&wahlverz=sg_nenndorf/web/201109_K__Gemeindewahl_Bad_Nenndorf_11.09.2011&wahlname=Gemeindewahl_Bad_Nenndorf_11.09.2011&datei=110809164475948_0_1_txt_p_.html
  10. http://www.badnenndorf.de/Unsere-Partnerstaedte.318.0.html
  11. Matthias Blazek: Das Kurfürstentum Hannover und die Jahre der Fremdherrschaft 1803-1813. ibidem, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-89821-777-4, S. 31.
  12. Lit.: Kreter, Karljo, Bad Nenndorf im Dritten Reich. Lebenswege der Nenndorfer jüdischen Glaubens, Bad Nenndorf 1987.