Julius Richard Petri

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Julius Richard Petri, um 1888

Julius Richard Petri (* 31. Mai 1852 in Barmen, heute Ortsteil von Wuppertal; † 20. Dezember 1921 in Zeitz) war ein deutscher Bakteriologe.[1] Petri erfand 1887 während seiner Arbeit mit Robert Koch die nach ihm benannte Petrischale.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Petri studierte 1871–1875 in Berlin an der Kaiser-Wilhelm-Akademie Medizin[2] und war für kurze Zeit als Militärarzt tätig. In Görbersdorf arbeitete er von 1882–1885 als Assistent von Hermann Brehmer an dessen Heilstätte für Lungenkranke, bevor er 1886 ins bakteriologische Institut von Robert Koch ging. Ebenfalls 1886 wurde Petri zum Kustos am Hygienemuseum der Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin berufen.[3] 1887 stellte Petri die später nach ihm benannte Petrischale der Forschungswelt vor.[4][5] Neben der Petrischale verbesserte er auch zahlreiche Arbeitsverfahren und Gerätschaften für den medizinischen Gebrauch, darunter einen Sandfilter und Versandgefäße für Stuhl- und Urinproben.[2] 1889 wurde Petri Regierungsrat am Kaiserlichen Gesundheitsamtes und Leiter eines bakteriologischen Labors. Im Jahr 1900 ging er mit dem Titel eines Geheimen Regierungsrates in den vorzeitigen Ruhestand und übernahm für drei Jahre die Leitung der Brehmerschen Heilanstalt in Görbersdorf.

Petri war Freimaurer und von 1880 bis 1892 Mitglied der Loge Zum Todtenkopf und Phoenix in Königsberg.[6]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Versuche zur Chemie des Eiweissharns. 1876.
  • Apparat zur Bestimmung des Wassergehalts in der Milch durch Destillation im Vacuum. 1880.
  • Eine kleine Modification des Koch’schen Plattenverfahrens. 1887
  • Über die Methoden der modernen Bakterienforschung, 1887 (In: Sammlung gemeinverständlicher wissenschaftlicher Vorträge).
  • Die Gefährlichkeit der Carbon-Natron-Oefen. 1889.
  • Gewerbehygiene. 1890.
  • Versuche über die Verbreitung ansteckender Krankheiten, insbesondere der Tuberkulose, durch den Eisenbahnverkehr und über die dagegen zu ergreifenden Maßnahmen. 1893.
  • Das Mikroskop. Von seinen Anfängen bis zur jetzigen Vervollkommnung. 1896.[7]
  • Zur Beurteilung der Hochdruck-Pasteurisir-Apparate, zum Nachweis in Butter und Milch. 1897.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Daten Digitale-Sammlungen.de. Abgerufen am 31. Mai 2013.
  2. a b vgl. auch im Folgenden: Peter Voswinckel: Petri, Julius Richard. Eintrag in der Neuen Deutschen Biographie, abgerufen am 31. Juli 2016.
  3. Petri, Richard Julius. Eintrag im Biographischen Lexikon hervorragender Ärzte des neunzehnten Jahrhunderts. J. Pagel (Hrsg.), Berlin, Wien 1901 (Text und Digitalisat bei Zeno.org).
  4. Enzyklopädie Medizingeschichte. Hrsg. von Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil u. a. De Gruyter, Berlin 2005. ISBN 3-11-015714-4, S. 988.
  5. R. J. Petri: Eine kleine Modification des Koch’schen Plattenverfahrens. In: Centralblatt für Bacteriologie und Parasitenkunde. Band 1, 1887, S. 279-280.
  6. Otto Hieber: Geschichte der Vereinigten Johannis-Loge zum Todtenkopf und Phönix zu Königsberg i. Pr. Im Selbstverlag des Verfassers, Königsberg 1897.
  7. J. R. Petri: Das Mikroskop. 1896, Digitalisat, Download (PDF).