Körnerzelle

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Darstellung zweier Purkinje- (A) und einiger Körnerzellen (B) aus dem Kleinhirn einer Taube (gezeichnet 1899 von Ramón y Cajal)
Gewebeschnitt aus dem Kleinhirn (Bielschowsky-Färbung):
Im Bild oben umgeben von Glia hellbraun angefäbt die Fortsätze und großen Zellkörper weniger Purkinjezellen in engem Kontakt mit einigen schwarz angefärbten Fortsätzen von Korbzellen.
Darunter die Lage der cerebellaren Körnerzellen; diese stellen bei Säugetieren weit über 50 % aller Neuronen.

Körnerzellen (oder Granularzellen) sind ein Typus relativ kleiner, multipolarer Nervenzellen. Körnerzellen kommen besonders dicht in der Schicht IV der Großhirnrinde vor, im Hippocampus, im Riechkolben und außerdem überwiegend im Kleinhirn.

Körnerzellen im Cortex des Großhirns: Körnerzellen der Großhirnrinde können inhibitorisch und exzitatorisch sein. Sie gehören zu den Sternzellen und zeichnen sich durch eine apolare Ausrichtung aus, das heißt, dass sie sich im Gegensatz zu Pyramidenzellen nicht zur Hirnoberfläche orientieren. Im Gegensatz zu Pyramidenzellen haben sie nur relativ kurze Axone, durch die sie Kontakt mit benachbarten Neuronen aufnehmen. Der Zellkörper ist etwa 10 µm groß und damit rund zehnmal kleiner als jener der Pyramidenzellen. Je nach dem Besatz der Dendriten mit postsynaptischen Ausstülpungen, die wie Dornen aussehen (den sogenannten Spines), werden glatte und dornige corticale Körnerzellen unterschieden.

Körnerzellen im Hippocampus: Hippocampale Körnerzellen benutzen als Neurotransmitter Glutamat und wirken somit erregend (exzitatorisch).

Körnerzellen im Riechkolben: Die Körnerzellen im Riechkolben bilden über GABA-hemmende (inhibitorische) Synapsen aus.

Körnerzellen im Kleinhirn:
Die Körnerzellen des Cerebellums stellen die größte Anzahl aller Neurone im Säugetiergehirn. Beim Menschen sind über 50 % aller Nervenzellen Körnerzellen des Kleinhirns. Sie liegen in der sogenannten Körnerzellschicht der Kleinhirnrinde. Jede dieser Zellen verfügt über vier kurze unverzweigte Dendriten und sendet jeweils ein Axon in die Molekularschicht der Kleinhirnrinde. Dort verzweigen sich die Axone der Körnerzellen und bilden die sogenannten Parallelfasern aus. Diese wirken glutamaterg erregend.
In vivo feuern cerebellare Körnerzellen mit niedriger Frequenz (0.2-0.5 Hz). Durch sensorische Stimulation (z.B. der Schnurrhaare), die durch die Moosfasern in die Körnerzellschicht des Kleinhirns vermittelt wird, werden Körnerzellen zum Feuern von "Paketen" von Aktionspotentialen angeregt ("bursts")[1].

Quellen[Bearbeiten]

  1. doi:10.1038/nature02442.

Siehe auch[Bearbeiten]