Körperliche Leistungsfähigkeit

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Belastungs-Beanspruchungs-Modell

Die körperliche Leistungsfähigkeit (auch physische Leistungsfähigkeit, Kondition, Leistungsvermögen, Leistungskapazität oder Leistungspotenzial)[1] ist ein Begriff aus der Sportwissenschaft und bezeichnet die Fähigkeit des Menschen eine bestimmte Aufgabe in der höchsten erreichbaren Belastungsstufe zu erfüllen.[2] Sie ist von dem Leistungsvermögen und der Leistungsbereitschaft abhängig,[3] wird durch Lernen erworben und im Training verbessert. Eine erhöhte Leistungsfähigkeit resultiert aus Anpassungen des Organismus.[4]

Strukturierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die körperliche Leistungsfähigkeit lässt sich zum einen qualitativ nach den motorischen Hauptbeanspruchungsformen Koordination, Beweglichkeit, Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer, zum anderen quantitativ nach den Belastungsnormativen Intensität, Dauer und Häufigkeit einteilen. Je nach Art der sportlichen Bewegung werden die Beanspruchungsformen einzeln oder in Kombination zu leistungslimitierenden Größen. Daher ist eine Vielzahl unterschiedlicher körperlicher Leistungsfähigkeiten möglich.[5]

Beeinflussende Faktoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Komponenten der sportlichen Leistungsfähigkeit.gif

Die aktuelle Leistungsfähigkeit wird von physischen, psychischen, sozialen sowie externen Faktoren bestimmt:[4][5][1][6]

  • Kondition (Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer, Beweglichkeit)
  • Technik (Koordinative Fähigkeiten, Bewegungsfertigkeiten)
  • Psychische Fähigkeiten (Mentale Fitness)
  • Veranlagungsbedingte, konstitutionelle und gesundheitliche Faktoren (Begabung, Konstitution, Gesundheit, Alter, Geschlecht, Ernährung)
  • Taktisch-kognitive Fähigkeiten (Intelligenz, Technik & Taktik)
  • Soziale Fähigkeiten
  • Umweltfaktoren, Rahmenbedingungen und familiäre Faktoren

Ausdauer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ausdauersport ist die Leistungsfähigkeit speziell abhängig von den internen Faktoren Lungenventilation, Diffusionskapazität der Lunge, Herzminutenvolumen, Sauerstofftransportkapazität des Blutes, periphere Sauerstoffverwertung und Muskelfaserzusammensetzung sowie den externen Faktoren Belastungsmodus, Größe der eingesetzten Muskelmasse, Körperposition, Sauerstoffpartialdruck und Klima.[7]

Messung der körperlichen Leistungsfähigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es ist nicht möglich ein einzelnes einheitliches Maß für die Leistungsfähigkeit des Menschen aufzustellen. Stattdessen wird die Leistungsfähigkeit für jede Disziplin beziehungsweise jeden Bewegungsablauf im Sport einzeln definiert. In Einzelfällen kann dabei die körperliche Leistungsfähigkeit mit der physikalischen Leistung übereinstimmen, ist jedoch nicht auf diese Definition beschränkt, wie zum Beispiel bei isometrischen Bewegungen.[5]

→ siehe Leistungsdiagnostik

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Leistungsfähigkeit – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Jürgen Weineck: Sportbiologie. 10. überarb. und erw. Auflage. Spitta, Balingen 2010, ISBN 978-3-938509-25-8, S. 18.
  2. Wildor Hollmann, Theodor Hettinger: Sportmedizin. 4. Auflage. Schattauer Verlag, Stuttgart/New York 2000, ISBN 3-7945-1672-9, S. 127.
  3. Wildor Hollmann, Theodor Hettinger: Sportmedizin. 4. Auflage. Schattauer Verlag, Stuttgart/New York 2000, ISBN 3-7945-1672-9, S. 177.
  4. a b Urs Boutellier: Physiologie des Menschen. Hrsg.: Robert F. Schmidt, Florian Lang, Manfred Heckmann. 31. Auflage. Springer Verlag, Heidelberg 2010, ISBN 978-3-642-01650-9, Sport- und Arbeitsphysiologie, S. 855.
  5. a b c Horst de Marées: Sportphysiologie. 9. Auflage. Sportverlag Strauss, Köln 2003, ISBN 978-3-939390-00-8, S. 437.
  6. Kuno Hottenrott, Thomas Gronwald: Ausdauertraining in Schule und Verein. Hofmann, Schorndorf 2009, ISBN 978-3-7780-0381-7, S. 9.
  7. Fritz Zintel: Ausdauertraining. 2. Auflage. BLV Verlag, München 1990, ISBN 3-405-14155-9, S. 54.