Köyceğiz

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Köyceğiz
Wappen fehlt
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Köyceğiz (Türkei)
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Muğla location Köyceğiz.svg
Die Lage von Köyceğiz in der Provinz Muğla
Basisdaten
Provinz (il): Muğla
Koordinaten: 36° 58′ N, 28° 41′ OKoordinaten: 36° 58′ 17″ N, 28° 41′ 20″ O
Höhe: 27 m
Fläche: 1.329 km²
Einwohner: 37.981[1] (2020)
Bevölkerungsdichte: 29 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: (+90) 252
Postleitzahl: 48 800
Kfz-Kennzeichen: 48
Struktur und Verwaltung (Stand: 2021)
Gliederung: 25 Mahalle
Bürgermeister: Kamil Ceylan (AKP)
Postanschrift: Ulucami Mahallesi
Atatürk Bulvarı No:97
48800 Köyceğiz
Website:
Landkreis Köyceğiz
Einwohner: 37.981[2] (2020)
Fläche: 1.329 km²
Bevölkerungsdichte: 29 Einwohner je km²
Kaymakam: Erdinç Dolu
Vorlage:Infobox Ort in der Türkei/Wartung/Landkreis

Köyceğiz ist eine Stadtgemeinde (Belediye) im gleichnamigen Ilçe (Landkreis) der Provinz Muğla in der türkischen Ägäisregion und gleichzeitig ein Stadtbezirk der 2012 gebildeten Büyükşehir belediyesi Muğla (Großstadtgemeinde/Metropolprovinz). Seit der Gebietsreform ab 2013 ist die Gemeinde flächen- und einwohnermäßig identisch mit dem Landkreis.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landkreis/Stadtbezirk Köyceğiz liegt zentral in der Provinz und grenzt im Nordwesten an Ula und Menteşe, im Südosten an Dalaman und Ortaca. Im Süden bildet das Ägäische Meer eine natürliche Grenze und im Nordosten ist die Denizli der Nachbar. Die Stadt, liegt direkt am gleichnamigen See Köyceğiz Gölü. Am südlichen Ende des Köyceğiz Gölü befindet sich die antike polis Kaunos, deren Felsengräber vom Boot aus in einer westlich sich erhebenden Steilwand sichtbar sind.

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kreis (bzw. Kaza als Vorgänger) bestand schon vor Gründung der Türkischen Republik 1923 und zählte zur ersten Volkszählung 1927 22.153 Einwohner in 69 Dörfern auf 2.520 km² Fläche. Der Verwaltungssitz Keuydjéyize (damalige , an das französisch angelehnte Schreibweise) brachte 1.175 Einwohner.[3]

(Bis) Ende 2012 bestand der Landkreis neben der Kreisstadt aus den beiden Stadtgemeinden (Belediye) Beyobası und Toparlar sowie 19 Dörfern (Köy), die während der Verwaltungsreform 2013/2014 in Mahalle (Stadtviertel/Ortsteile) überführt wurden. Die vier existierenden Mahalle der Kreisstadt blieben erhalten, während die fünf Mahalle der beiden o. g. Belediye vereint und zu je einem Mahalle reduziert wurden. Durch Herabstufung dieser Belediye und der Dörfer zu Mahalle stieg deren Anzahl auf 25. Ihnen steht ein Muhtar als oberster Beamter vor.

Ende 2020 lebten durchschnittlich 1.519 Menschen in jedem Mahalle, 4.961 Einw. im bevölkerungsreichsten (Toparlar Mah.).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der früheste Namensverweis auf den Ort findet sich in der Geographica von Strabon: „...dann Kaunos* und nahebei den tiefen Fluß Kalbis......“ . Kaunos wird 1844 von Albert Forbiger auch übersetzt mit Kaiguez oder Kaigues, weshalb diese Wortgebung eine früheste Namensnennung von Köycegiz darstellt. Kaiguez war auch Namensgeber des antiken Meerbusens Glaukos, der nach Forbiger von Telmissus/Fethiye bis Marmaris/Loryma reichte und mit „Golf von Kaiguez“ bezeichnet war. John Anthony Cramer verzeichnet jedoch bereits 1832 den Namen „Keughez river“ und für die Region „...Sandjack of Mentesha“. Er forschte in der Zeit des osmanischen Sultans Mahmud II (Liste der Sultane des Osmanischen Reichs). Thomas Wright (Altertumsforscher) schreibt 1840 "...rivers, among which are the Keughez...". Die Itineraires Ancien Paris verzeichnen 1845 …..sur la riviere Keughez und ….Port pres l´ile Keughez - Hafen in der Nähe der Insel, was die Hafensituation mit der Insel hervorhebt. Charles Texier erwähnt 1862 Keughez und den Hafen noch konkreter in „Le port communique avec petite baie de Keughez, ou nous avons mouille avec la Mesange“ - Der Hafen verbindet sich mit der kleinen Bucht von Keughez, wo wir mit der Mesange vor Anker gegangen sind. Guy Le Strange berichtet 1905 „On the Ägean shores Mentesha was the older Caria...“.[4]

Indes war damit ein Ort östlich des Köycegiz Gölu bezeichnet, heute Alt Köycegiz oder Eski Köycegiz. Er ist über Forbiger, Cramer und Wright (Intineraires Ancien) und Texier als Köycegiz identifiziert. Dort finden sich die frühen ersten Spuren von Kaigues, Bauwerke aus mittelalterlichem Naturstein und Haustein, teils oder weitgehend im Zerfall: Moschee, Minarett, Aufgang Minarett, Gutshaus der Mentesche, "Mentesha" die im 14. Jahrhundert nachgewiesen sind, Türbe, Friedhof, Umfassungsmauern, Gebäudereste, Hafennachweise auf einer Insel im See nahe dem Ufer – Zugang zum See. Auch kann eine Vorgängersiedlung bereits in byzantinischer Zeit angenommen werden, da die Gegend bis Anfang des 20. Jhdts von Griechen besiedelt war[5]. Der Name Köycegiz wurde in der Neuzeit auf den sich neu entwickelten Ort nördlich des Sees übertragen.

Fotografische Eindrücke aus Köyceğiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Türkisches Institut für Statistik, abgerufen am 22. Juni 2011
  2. Köyceğiz Nüfusu, Muğla, abgerufen am 31. Mai 2021
  3. Population de la Turquie 1927; PDF-Datei S. 22
  4. The Lands of the Eastern Caliphate: Mesopotamia, Persia, and Central Asia von Guy LeStrange
  5. Ethnic Map of Asia Minor 1910

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Köyceğiz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien