Kühkopf (Rhein)

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Kühkopf
Gewässer Oberrhein
Geographische Lage 49° 49′ 10″ N, 8° 26′ 28″ OKoordinaten: 49° 49′ 10″ N, 8° 26′ 28″ O
Kühkopf (Rhein) (Hessen)
Kühkopf (Rhein)
Länge 5,9 km
Breite 5 km
Fläche 17 km²
Hauptort Hofgut Guntershausen
Karte des Kühkopfes
Karte des Kühkopfes

Der Kühkopf ist eine vom Oberrhein und einem seiner Altarme gebildete Insel im Hessischen Ried. Er gehört zur Stadt Riedstadt (nördlicher Teil) und zur Gemeinde Stockstadt am Rhein (südlicher Teil).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1829 wurde am Kühkopf ein Abkürzungskanal für den Rhein gegraben. An dieser Stelle befindet sich jetzt das Hauptflussbett. So wurde der Kühkopf zur Insel.
Rheinkartenausschnitt, 1744, mit Anmerkung: „e. auf dieser Insul ist der He. Obr. Mentzel erschossen worden“. Der heutige Kühkopf ist hier noch eine Halbinsel mit vorgelagerter, kleiner Rheininsel

Der heutige Kühkopf war ursprünglich eine Binnenhalbinsel, bei Guntersblum (Rheinland-Pfalz), mit östlich, nördlich und südlich vorgelagerten Rheininseln.

Im Zuge der Rheinbegradigung (1828/1829) erfolgte westlich der Halbinsel ein Begradigungsdurchstich, der das Gebiet vollständig vom linksrheinischen Festland trennte, womit die Halbinsel zur Flussinsel wurde.[1] Die ehemals der Halbinsel vorgelagerten Rheininseln haben sich im Laufe der Zeit durch Verlandung mit dem Kühkopf verbunden und aus dem früheren Hauptlauf des Rheins wurde ein Altrheinbogen, der Stockstadt-Erfelder Altrhein.

Der nahezu unbebaute Kühkopf bildet heute zusammen mit der nördlich gelegenen Knoblochsaue und einigen kleineren Inselchen im Altrhein das Naturreservat „Kühkopf-Knoblochsaue“. Von dem insgesamt 2440 Hektar großen Naturschutzgebiet entfallen allein auf den Kühkopf rund 1700 Hektar. Die Insel ist über zwei Brücken erreichbar.

Historie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Österreichischen Erbfolgekrieg sollte von der östlich vorgelagerten Rheininsel eine Brücke ans westliche Ufer geschlagen werden. Bei einer diesbezüglichen Erkundung zur Wassertiefe wurde hier am 25. Juni 1744 der ungarische Reitergeneral Johann Daniel von Menzel von einem französischen Scharfschützen tödlich getroffen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sebastian Pfeifer: Das Naturschutzgebiet Kühkopf-Knoblochsaue, 4. Aufl. 1979, Frankfurt am Main.
  • Franz Jahn: Eine Wanderung durch das Natur- und Vogelschutzgebiet "Kühkopf", mit vielen Zeichnungen und einer Karte.

Bildergalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Umweltbildungszentrum „Schatzinsel Kühkopf“: Wie der Kühkopf zur Insel wurde

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Europa-Reservat Kühkopf-Knoblochsaue – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien