Stockstadt am Rhein

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Wappen Deutschlandkarte
Stockstadt am Rhein
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Stockstadt am Rhein hervorgehoben

Koordinaten: 49° 49′ N, 8° 28′ O

Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Kreis: Groß-Gerau
Höhe: 88 m ü. NHN
Fläche: 18,73 km2
Einwohner: 6152 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 328 Einwohner je km2
Postleitzahl: 64589
Vorwahl: 06158
Kfz-Kennzeichen: GG
Gemeindeschlüssel: 06 4 33 013
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rheinstraße 34–36
64589 Stockstadt
Website: www.stockstadt.de
Bürgermeister: Thomas Raschel (CDU)
Lage der Gemeinde Stockstadt am Rhein im Kreis Groß-Gerau
Ginsheim-GustavsburgBischofsheim (Mainspitze)Rüsselsheim am MainRaunheimKelsterbachTreburNauheimMörfelden-WalldorfRiedstadtGroß-GerauBüttelbornStockstadt am RheinBiebesheim am RheinGernsheimWiesbadenMain-Taunus-KreisFrankfurt am MainRheinland-PfalzLandkreis BergstraßeLandkreis OffenbachDarmstadtLandkreis Darmstadt-DieburgKarte
Über dieses Bild

Stockstadt am Rhein (Mundart: Stockscht am Rhoi) ist eine Gemeinde im südhessischen Kreis Groß-Gerau.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Altrhein bei Stockstadt

Stockstadt liegt in der Oberrheinischen Tiefebene an der Schleife des Stockstadt-Erfelder Altrheins, dem Europareservat Kühkopf-Knoblochsaue gegenüber, in Höhe der Mündung der Modau in den Rhein, am südlichen Rand des Rhein-Main-Gebiets.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stockstadt grenzt im Norden und Osten an die Orte Erfelden und Goddelau (Gemeindeverbund Riedstadt), im Süden an die Gemeinde Biebesheim, sowie im Westen an die Gemeinden Gimbsheim (Landkreis Alzey-Worms) und Guntersblum (Landkreis Mainz-Bingen).

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemarkung Stockstadt umfasst seit 1945 auf der Kühkopf-Insel auch die Gehöftgruppe Guntershausen, die am Altrhein gegenüber von Stockstadt liegt und von der linksrheinischen Gemeinde Guntersblum abgetrennt wurde. Die Gemeinde Stockstadt besteht aus einer einzigen Ortschaft und Gemarkung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Kirche
Stockstadt auf einer Karte aus dem Jahr 1738

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die älteste erhaltene Erwähnung von Stockstadt findet sich im Lorscher Codex. Sie wird auf die Zeit von 830–850 datiert. Stockstadt erscheint dort mit dem Ortsnamen Stochestat. In folgenden Jahrhunderten finden sich unter anderem die Schreibungen Stockestadt (1338), Stocstad (1397), Stogstad (1403), Storstatt (1472) und Stockstatt (1579).[2]

Das Kirchenpatronat lag beim Stift St. Alban vor Mainz, erstmals bezeugt 1184 in einer bestätigenden Urkunde des Papstes Lucius III., das es bis zur Reformation 1528 besaß.[3]

Die Grundherrschaft über Stockstadt hatte der Erzbischof von Mainz, der 1279 die Herren von Eppstein mit der Vogtei belehnte. Die hohe Gerichtsbarkeit übten die Grafen von Katzenelnbogen oder deren Lehnsleute, die Herren von Wolfskehlen, aus.[4] In der Verwaltungsstruktur der Grafschaft Katzenelnbogen gehörte Stockstadt zum Amt Dornberg.

1457 heiratete Anna von Katzenelnbogen, Erbtochter Philipps des Älteren, Landgraf Heinrich III. von Hessen. Mit dem Tod Philipps 1479 fiel die Grafschaft Katzenelnbogen – und damit auch Stockstadt – an die Landgrafschaft Hessen.

Als Grundbesitzer sind 1487 das Kloster Eberbach und das Stift St. Alban vor Mainz sowie 1519 das Kloster Lorsch belegt.[2]

Frühe Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1535 führte Landgraf Philipp I. in seinem gesamten Herrschaftsgebiet die Reformation ein. In Stockstadt geschah dies gegen den Widerspruch von Kurmainz, das zu jener Zeit hier noch über die Zehntrechte verfügte. Bei der Teilung der Landgrafschaft Hessen unter den Erben des Landgrafen Philipp I. 1567 gelangte Stockstadt an die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt.

Deren erster Regent, Landgraf Georg I., veranlasste, dass die von seinem Kanzler, Johann Kleinschmidt, zusammengestellte Sammlung Landrecht der Obergrafschaft Katzenelnbogen dort rechtsverbindlich wurde. Sie galt in Stockstadt als Partikularrecht, subsidiär ergänzt durch das Gemeine Recht, bis ans Ende des 19. Jahrhunderts.[5] Erst das Bürgerliche Gesetzbuch, das einheitlich im ganzen Deutschen Reich galt, setzte zum 1. Januar 1900 das alte Partikularrecht außer Kraft.

Stockstadt gehörte zu Kurmainz, bis 1579 der Hessische Landgraf Georg I. seine Recht in Astheim und Dutenhofen gegen Stockstadt und Wolfskehlen tauschte.[3][6]

In dieser Zeit entwickelte sich Stockstadt durch seine günstige Lage am Rhein zu einem bedeutenden Hafen, die Rheinfischerei zu einem wichtigen Wirtschaftszweig, der durch einen in Stockstadt amtierenden „Bachknecht“ überwacht wurde. Der Dreißigjährige Krieg brachte auch über Stockstadt große Not: Von 69 Wohnhäusern waren am Ende des Krieges 1648 nur noch 19 vorhanden.

Während des Pfälzischen Erbfolgekriegs brannten französische Truppen 1689 den Ort nieder, wobei 34 Wohnhäuser und mehr als 100 Nebengebäude eingeäschert wurden. Erst nach Jahrzehnten hatte Stockstadt diese Schäden überwunden.[4][3]

1744, im Österreichischen Erbfolgekrieg, befand sich hier zeitweise das Hauptquartier des kaiserlichen Generals Johann Leopold Bärenklau zu Schönreith.[7] Bei ihm hielt sich zudem der Husarengeneral Johann Daniel von Menzel auf, der am 25. Juni 1744 auf der Rheininsel beim Kühkopf tödlich verwundet wurde. Zu Gast im Stockstadter Hauptquartier waren u. a. auch Herzog Karl Alexander von Lothringen und Landgraf Ludwig VIII. von Hessen-Darmstadt.[8]

1794 werden als Grundbesitzer in Stockstadt die Kurpfalz, das Stift St. Alban sowie das Kloster Eberbach, nebst kirchlichem Besitz genannt.[2]

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang des 19. Jahrhunderts erfolgt der Rheindurchstich „Am Geyer“, der Stockstadt vom Hauptstrom trennte. Dadurch verlor Stockstadt einen Großteil seiner Wirtschaftskraft, so dass viele Einwohner nach Amerika auswanderten. Bis 1850 verließen etwa 100 der damals rund 800 Einwohnern den Ort.

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1829 über Stockstadt:

„Stockstadt (L. Bez. Dornberg) luth. Pfarrdorf; liegt am Rhein, 212 St. von Dornberg, und hat 114 Häuser und 801 Einw., die außer 7 Kath., 2 Reform und 17 Juden lutherisch sind. Hier finden sich eine Fährte über den Rhein, 2 Ziegelhütten, und 1 Gypsmühle. Der Ort hat Speditions- und Holzhandel und ein großes Lagerhaus, das dermalen zum Depot des Salzes für die Provinz Starkenburg gebraucht wird. – Stockstadt kommt schon 1184 als ein Pfarrdorf vor. Das Dorf gehörte ehemals der Familie von Wolfskehlen, deren Rechte späterhin an Mainz kamen. Diese Rechte, so wie die mainzischen in Wolfskehlen, tauschte Landgraf Georg I. gegen die seinigen in Astheim und Dudenhofen, im Jahr 1579 ein. Das Patronatrecht wurde dem St. Albanskloster in Mainz im Jahr 1184 vom Pabst Lucius bestätigt, und es besaß solches noch im Jahr 1528. Noch nach der Reformation dauerte hier eine sogenannte elende Brüderschaft fort, die ihre Brüdermeister und ihre eigenen Gefälle hatte, nun aber schon längst verloschen ist. Im Jahr 1689 haben die Franzosen das Dorf zum Theil abgebrannt.“[3]

Gerichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amts-System vor 1821[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Mittelalter und Früher Neuzeit waren auf unterster Ebene die Funktionen von Verwaltung und Rechtsprechung im „Amt“ vereinigt, so auch im Amt Dornberg, das bis 1821 bestand und zu dem Stockstadt gehörte.

1806 wurde die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt zum Großherzogtum Hessen. Hier lag Stockstadt in der Provinz Starkenburg. Im Zuge der Verwaltungsreform von 1821 wurden die alten Ämter aufgelöst, für die Verwaltungsaufgaben auf der unteren Ebene Landratsbezirke und für die erstinstanzliche Rechtsprechung Landgerichte geschaffen.[9]

Verwaltung nach 1821[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die übergeordnete Verwaltung in Stockstadt war nun der Landratsbezirk Dornberg zuständig. 1832 wurden die Verwaltungseinheiten im Großherzogtum weiter vergrößert und Kreise geschaffen. Dadurch gelangte Stockstadt in den Kreis Groß-Gerau. Die Provinzen, die Kreise und die Landratsbezirke des Großherzogtums wurden am 31. Juli 1848 abgeschafft und durch Regierungsbezirke ersetzt, was jedoch bereits am 12. Mai 1852 wieder rückgängig gemacht wurde. Dadurch gehörte Stockstadt zwischen 1848 und 1852 zum Regierungsbezirk Darmstadt, bevor wieder der Kreis Groß-Gerau für die übergeordnete Verwaltung zuständig war. Dort verblieb der Ort durch alle weiteren Verwaltungsreformen bis heute.[2]

Als nach dem Zweiten Weltkrieg die Grenze zwischen der französischen (später: Rheinland-Pfalz) und der amerikanischen Besatzungszone (später: Hessen) gezogen wurde, wurde die Fahrrinne des Rheins als Grenzverlauf gewählt. Dadurch konnte die Kühkopf-Insel nicht mehr von den linksrheinischen Gemeinden Guntersblum und Gimbsheim in der französischen Besatzungszone verwaltet werden. In der Folge wurde der Kühkopf zum größten Teil in die Gemarkung Stockstadt eingegliedert.[4]

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen in den 1970er Jahren blieb Stockstadt in unverändertem Gebietsumfang bestehen.

Gerichtsreformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen der beiden oberen Instanzen neu organisiert. Die Ämter blieben die erste Instanz der Rechtsprechung in Zivilsachen. Für das Fürstentum Starkenburg wurde das „Hofgericht Darmstadt“ als Gericht der zweiten Instanz für Zivilsachen eingerichtet. Zuständig war es erstinstanzlich auch für standesherrliche Familienrechtssachen und Strafsachen. Ihm übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt.

Mit der Verwaltungsreform von 1821 wurden im Großherzogtum Hessen auch auf unterster Ebene Gerichte geschaffen, die von der Verwaltung unabhängig waren.[9] Für Stockstadt war zunächst das Landgericht Großgerau örtlich zuständig, ab 1839 das Landgericht Gernsheim.[2] Mit der Reichsjustizreform und Wirkung vom 1. Oktober 1879 wurde es durch das Amtsgericht Gernsheim ersetzt, das 1934 aufgelöst wurde, so dass nun das Amtsgericht Groß-Gerau zuständig wurde.[2]

Übersicht: Territoriale Zugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Stockstadt lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[2][10][11]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Stockstadt 5794 Einwohner. Darunter waren 604 (10,4 %) Ausländer von denen 268 aus dem EU-Ausland, 274 aus anderen Europäischen Ländern und 62 aus anderen Staaten kamen.[13] Die Einwohner lebten in 2332 Haushalten. Davon waren 624 Singlehaushalte, 729 Paare ohne Kinder und 752 Paare mit Kindern, sowie 182 Alleinerziehende und 45 Wohngemeinschaften.[14]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

• 1629: 0067 Hausgesesse[2]
• 1791: 0605 Einwohner[15]
• 1794: 0041 Gemeindsmänner[2]
• 1800: 0493 Einwohner[16]
• 1806: 0603 Einwohner, 91 Häuser[12]
• 1829: 0801 Einwohner, 114 Häuser[3]
• 1867: 1066 Einwohner, 186 Häuser[17]
Stockstadt am Rhein: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2015
Jahr  Einwohner
1791
  
605
1800
  
493
1806
  
603
1829
  
801
1834
  
868
1840
  
954
1846
  
1.043
1852
  
1.109
1858
  
1.110
1864
  
1.096
1871
  
1.052
1875
  
1.096
1885
  
1.162
1895
  
1.322
1905
  
1.520
1910
  
1.631
1925
  
1.787
1939
  
2.129
1946
  
2.943
1950
  
3.158
1956
  
3.321
1961
  
3.546
1967
  
3.846
1970
  
3.995
1972
  
4.205
1976
  
4.302
1984
  
4.938
1992
  
5.414
2000
  
5.700
2005
  
5.779
2010
  
5.676
2011
  
5.794
2015
  
5.807
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [2]; 1972:[18]; 1976:[19]; 1984:[20]; 1992:[21]; 2000:[22]; 2005:[23]; 2010:[24]; Zensus 2011[25]; 2015:[26]

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

• 1829: 775 lutherische (= 96,75 %), 2 reformierte (= 0,25 %), 17 jüdische (= 2,12 %) und 7 katholische (= 0,87 %) Einwohner[3]
• 1961: 2720 evangelische (= 76,71 %), 727 katholische (= 20,50 %) Einwohner[2]
• 2011: 2557 evangelische (= 44,1 %), 1115 katholische (= 19,2 %), 2121 sonstige (= 36,6 %) Einwohner[27]

Erwerbstätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde im Vergleich mit Landkreis, Regierungsbezirk Darmstadt und Hessen:[22]

  Jahr Gemeinde Landkreis Regierungsbezirk Hessen
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte 2017 1.135 98.042 1.695.567 2.524.156
Veränderung zu 2000 +9,0 % +5,4 % +16,1 % +16,0 %
davon Vollzeit 2017 62,7 % 75,9 % 72,8 % 71,8 %
davon Teilzeit 2017 37,3 % 24,1 % 27,2 % 28,2 %
Ausschließlich geringfügig entlohnte Beschäftigte 2017 262 13.048 224.267 372.991
Veränderung zu 2000 −3,7 % −9,6 % +9,0 % +8,8 %
Branche Jahr Gemeinde Landkreis Regierungsbezirk Hessen
Produzierendes Gewerbe 2000 34,0 % 43,8 % 27,0 % 30,6 %
2017 *) % 33,2 % 20,4 % 24,3 %
Handel, Gastgewerbe und Verkehr 2000 47,4 % 27,6 % 26,4 % 25,1 %
2017 32,8 % 27,9 % 32,8 % 23,8 %
Unternehmensdienstleistungen 2000 3,2 % 14,0 % 25,1 % 20,2 %
2017 20,2 % 19,9 % 31,6 % 26,1 %
Sonstige Dienstleistungen 2000 14,0 % 13,7 % 20,1 % 22,5 %
2017 25,7 % 18,6 % 23,0 % 25,4 %
Sonstiges (bzw. ohne Zuordnung) 2000 1,4 % 1,0 % 1,4 % 1,5 %
2017 21,3 % 0,5 % 0,3 % 0,4 %

*) anonymisiert

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 14. März 2021 lieferte folgendes Ergebnis,[28] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[29][30][31][32]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2021
   
Insgesamt 23 Sitze
Wahl-
jahr
Wahl-
beteili-
gung
Es entfielen auf die Wahlvorschläge von
SPD CDU Grüne Insgesamt
% % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze
2021 43,9 35,0 8 45,7 11 19,3 4 100 23
2016 42,7 48,1 11 44,9 10 7,1 2 100 23
2011 43,5 45,4 11 36,2 9 18,3 5 100 25
2006 44,2 45,2 11 41,4 11 13,4 3 100 25
2001 54,5 51,2 16 35,7 11 13,0 4 100 31
0 1997 68,4 58,1 18 27,5 9 14,4 4 100 31

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Jahr 1993 werden in Hessen die Bürgermeister für sechs Jahre direkt gewählt.[33]

Vor 2008 war der SPD Politiker Klaus Horst Bürgermeister. Thomas Raschel (CDU) war von 2008 gewählt, 2014 und 2020 bestätigt.[33][34]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde 1927 durch das Hessische Ministerium des Innern genehmigt.

Wappen von Stockstadt am Rhein
Blasonierung: „In Rot zwei schräggekreuzte, gestürzte silberne Fährbäume oder Bootshaken, bewinkelt von vier silbernen Sternen.“[35]
Wappenbegründung: Im Schild enthält dieses Bild schon das Gerichtssiegel aus dem späten 16. Jahrhundert mit Abdrucken von 1625 bis 1791. Bei den Geräten handelt es sich um sogenannte Fährbäume oder Bootshaken, die die alte Bedeutung der Rheinschifffahrt für den Ort versinnbildlichen sollen. Im neueren Schrifttum wurden sie irrigerweise auch als Gabeln erklärt. Die Sterne sind als Ortszeichen anzusprechen. Bei der Verleihung des Siegelbilds als Wappen wählte man die Farbgebung, die Wilhelm Diehl vorgeschlagen hatte; sie bezieht sich mit Silber und Rot sowohl auf die einstigen mainzischen Rechte im Ort als auch auf die seit 1579 bestehende ausschließliche Landeshoheit der Landgrafen von Hessen-Darmstadt.

Die Gestaltung des Wappens lag in den Händen des Heraldikers Georg Massoth.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Italien Italien Seit 1990 besteht eine Städtepartnerschaft zur Gemeinde Villa Lagarina im Trentino.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altrheinhalle

Stockstadt bietet mit der Altrheinhalle einen Ort der kulturellen Veranstaltungen an. Die folgenden zwei Veranstaltungen sind überregional bekannt und haben sich zu einem Publikumsmagneten für die Gemeinde entwickelt.

Stockstädter Musiktage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die jährlich stattfindenden Stockstädter Musiktage, auch bekannt als Stockstädter Blockflötenfesttage oder Tage der Alten Musik, bieten ein Konzertprogramm in Verbindung mit einer Ausstellung historischer Instrumente. In der Vergangenheit waren etwa das Flanders Recorder Quartet, das Quadriga Consort oder Red Priest zu Gast. Die Stockstädter Musiktage sind als Verkaufsmesse konzipiert, daher können die ausgestellten Instrumente wie Bass-Chalumeau, Okarina, Nasenflöte, Barockfagott, Cembalo, Truhenorgel, Krummhorn, Pommer, Gemshorn, Panflöte allesamt probegespielt werden.

Buchmesse im Ried[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Buchmesse im Ried findet jeweils im März statt. Es werden keine Eintrittspreise erhoben. Neben Ständen von Buchhandlungen und Verlagen gibt es ein Rahmenprogramm mit Lesungen und Vorträgen. Im Rahmen der Buchmesse wird seit 1997 der Stockstädter Literaturpreis verliehen. Zu den bekanntesten Preisträgern gehören Ralf Schwob und Maike Wetzel.

Der Kreis rollt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2016 hat Stockstadt an der alle 2 Jahre stattfindenden Aktion "Der Kreis rollt" teilgenommen. Viele Vereine und Institutionen beteiligten sich mit Ständen und Ausstellungen.[36][37]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flächennutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst eine Gesamtfläche von 1873 Hektar, davon entfallen in ha auf:[38]

Nutzungsart 2011 2015
Gebäude- und Freifläche 172 176
davon Wohnen 94 94
Gewerbe 37 40
Betriebsfläche 13 13
davon Abbauland 5 5
Erholungsfläche 21 22
davon Grünanlage 8 9
Verkehrsfläche 88 89
Landwirtschaftsfläche 967 967
davon Moor 0 0
Heide 0 0
Waldfläche 374 374
Wasserfläche 150 150
Sonstige Nutzung 85 82

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stockstadt liegt an der Bundesstraße 44 (Frankfurt am MainLudwigshafen am Rhein). Zur Bundesautobahn 67 (RüsselsheimViernheim) an der Anschlussstelle Pfungstadt-West sind es ca. 9 km. Nach Darmstadt besteht eine Busverbindung.

Schiene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde hat einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Mannheim–Frankfurt am Main („Riedbahn“) sowie Bahnstrecke Darmstadt–Worms. An erst genannter Strecke halten Regional-Express-Züge der Linie RE 70. Das Empfangsgebäude ist ein Typenbau von 1898/99 aus Backstein. Das Hauptgebäude hat zwei Vollgeschosse auf L-förmigem Grundriss. Der gleisparallele Flügel weist auf der Gleisseite einen Mittelrisalit auf, der von einem Giebel bekrönt ist. Im Norden schließt ein Güterschuppen an. Das Empfangsgebäude ist ein Kulturdenkmal aufgrund des Hessischen Denkmalschutzgesetzes.[39]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Insel-Kühkopf-Schule (Grundschule) Stockstadt
  • Kita am Mühlbach
  • Evangelische Kindertagesstätte Arche Noah

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Stockstadt am Rhein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Im Zuge der Gebietsreform 1938 werden die drei hessischen Provinzen Starkenburg, Rheinhessen und Oberhessen aufgelöst.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerung in Hessen am 31.12.2020 nach Gemeinden (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b c d e f g h i j k Stockstadt, Landkreis Groß-Gerau. Historisches Ortslexikon für Hessen (Stand: 8. Juni 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL), abgerufen am 9. Juni 2018.
  3. a b c d e f Georg Wilhelm Justin Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Starkenburg. Band 1. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt Oktober 1829, OCLC 312528080, S. 242 (Online bei google books).
  4. a b c Aus der Geschichte von Stockstadt am Rhein. In: Webauftritt. Gemeinde Stockstadt, abgerufen im März 2020.
  5. Arthur Benno Schmidt: Die geschichtlichen Grundlagen des bürgerlichen Rechts im Großherzogtum Hessen. Curt von Münchow, Giessen 1893, S. 108f. und beiliegende Karte.
  6. Grossherzogliche Centralstelle für die Landesstatistik (Hrsg.): Beiträge zur Statistik des Großherzogtums Hessen. Band 1. Großherzoglicher Staatsverlag, Darmstadt 1862, DNB 013163434, OCLC 894925483, S. 43 ff. (Online bei google books).
  7. Wilhelm Edler von JankoBärenklau zu Schönreith, Johann Leopold Freiherr von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 2, Duncker & Humblot, Leipzig 1875, S. 59.
  8. Johann Christoph von Aretin: Nachrichten zur baierischen Geschichte, aus noch unbenützten Quellen, München, 1810, S. 151–153; (Digitalscan)
  9. a b Die Eintheilung des Landes in Landraths- und Landgerichtsbezirke betreffend vom 14. Juli 1821. In: Großherzoglich Hessisches Ministerium des Inneren und der Justiz. (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1821 Nr. 33, S. 403 ff. (Online bei der Bayerischen Staatsbibliothek).
  10. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  11. Grossherzogliche Centralstelle für die Landesstatistik (Hrsg.): Beiträge zur Statistik des Großherzogtums Hessen. Band 1. Großherzoglicher Staatsverlag, Darmstadt 1862, DNB 013163434, OCLC 894925483, S. 43 ff. (Online bei google books).
  12. a b Verzeichnis der Ämter, Orte, Häuser, Einwohnerzahl. (1806)HStAD Bestand E 8 A Nr. 352/4. In: Archivinformationssystem Hessen (Arcinsys Hessen), Stand: 6. Februar 1806.
  13. Bevölkerung nach Staatsangehörigkeitsgruppen: Stockstadt am Rhein. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Mai 2015.
  14. Haushalte nach Familien: Stockstadt am Rhein. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Mai 2015.
  15. Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 121 (Online in der HathiTrust digital library).
  16. Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 121 (Online in der HathiTrust digital library).
  17. Ph. A. F. Walther: Alphabetisches Verzeichniss der Wohnplätze im Grossherzogtum Hessen. G. Jonghaus, Darmstadt 1869, OCLC 162355422, S. 84 (Online bei google books).
  18. Kommunalwahlen 1972; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 4. August 1972. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 33, S. 1424, Punkt 1025 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,9 MB]).
  19. Kommunalwahlen 1977; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 15. Dezember 1976. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1976 Nr. 52, S. 2283, Punkt 1668 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 10,3 MB]).
  20. Kommunalwahlen 1985; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 30. Oktober 1984. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1984 Nr. 46, S. 2175, Punkt 1104 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,5 MB]).
  21. Kommunalwahlen 1993; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 21. Oktober 1992. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1992 Nr. 44, S. 2766, Punkt 935 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,1 MB]).
  22. a b Gemeindedatenblatt: Stockstadt. (PDF; 222 kB) In: Hessisches Gemeindelexikon. HA Hessen Agentur GmbH;
  23. Die Bevölkerung der hessischen Gemeinden (30. Juni 2005). (Nicht mehr online verfügbar.) In: Hessisches Statistisches Landesamt. Archiviert vom Original;.
  24. Die Bevölkerung der hessischen Gemeinden (30. Juni 2010). (Nicht mehr online verfügbar.) In: Hessisches Statistisches Landesamt. Archiviert vom Original;.
  25. Einwohnerzahlen: Stockstadt am Rhein. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Mai 2015.
  26. Die Bevölkerung der hessischen Gemeinden (30. Juni 2015). (Nicht mehr online verfügbar.) In: Hessisches Statistisches Landesamt. Archiviert vom Original;.
  27. Religionszugehörigkeit: Stockstadt am Rhein. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Mai 2015.
  28. Ergebnis der Gemeindewahl am 14. März 2021. 433013 Stockstadt am Rhein. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2021.
  29. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016. 433013 Stockstadt am Rhein. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2016.
  30. Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011. 433013 Stockstadt am Rhein. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2011.
  31. Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006. 433013 Stockstadt am Rhein. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2006.
  32. Ergebnisse der Gemeindewahlen von 2001 und 1997. 433013 Stockstadt am Rhein. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2001.
  33. a b Bürgermeister-Direktwahlen in Stockstadt am Rhein. In: Statistik.Hessen. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im Januar 2021.
  34. Hessenschau.de abgerufen am 2. November 2020
  35. Karl Ernst Demandt, Otto Renkhoff: Hessisches Ortswappenbuch. C. A. Starke Verlag, Glücksburg/Ostsee 1956.
  36. Autofrei ging‘s „Quer durchs Ried“ – Die dritte Auflage von „Der Kreis rollt“ war ein voller Erfolg. Kreisausschuss des Kreises Groß-Gerau, 29. Mai 2016, abgerufen am 16. September 2019.
  37. Quer durchs Ried rollen – Landrat und Sportkreis präsentieren autofreien Sonntag. FNP, 16. April 2016, abgerufen am 4. Dezember 2018.
  38. Hessisches Statistisches Informationssystem In: Statistik.Hessen.
  39. Heinz Schomann: Eisenbahn in Hessen. Eisenbahnbauten und -strecken 1839–1939. In: Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Kulturdenkmäler in Hessen. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Drei Bände im Schuber. Band 2.1. Theiss Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-8062-1917-6, S. 351 ff. (Strecke 020). S. 361.
  40.  Info: Bitte auf Vorlage:HessBib umstellen, um auch nach 2015 erfasste Literatur zu selektieren!