Künstlerresidenz Chretzeturm

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Künstlerresidenz Chretzeturm, Stein am Rhein

Die Künstlerresidenz Chretzeturm in Stein am Rhein im Kanton Schaffhausen wurde 1999 begründet. Die Künstlerresidenz Chretzeturm ist neben dem Museum Lindwurm eine Kultureinrichtung der Jakob und Emma Windler-Stiftung.[1] Kuratorin war von 2015 bis 2019 Elisabeth Schraut. Seit Oktober 2019 ist Helga Sandl Kuratorin der Künstlerresidenz und Kulturleiterin der Jakob und Emma Windler-Stiftung.

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jährlich erhalten vier internationale Künstler die Möglichkeit, drei Monate in der Künstlerresidenz Chretzeturm zu leben und zu arbeiten. Das Stipendium ist grundsätzlich für alle Sparten offen.[2] Es wird auf Einladung vergeben. Das Stipendium versteht sich als Anwesenheitsstipendium.[3]

Das Stipendium ist einerseits Instrument der Künstlerförderung, andererseits soll auch die lokale und regionale Bevölkerung die Gelegenheit erhalten, sich mit aktuellen Positionen zeitgenössischer Kunst auseinanderzusetzen. Zu Beginn des Aufenthalts findet daher seit 2015 ein Begrüssungsapero statt, bei dem die Künstler der Bevölkerung vorgestellt werden, die Form ist offen und wird jedes Mal individuell festgelegt: Kurzvortrag, Künstlergespräch, Kurzlesung u. a. Am Ende des Aufenthalts gibt es einen Einblick in das künstlerische Schaffen: Ausstellung, Ateliereinblick, Lesung etc. Während des Aufenthalts werden die Künstler gebeten, einen Blog zu schreiben. Weitere Verpflichtungen sind mit dem Stipendium nicht verbunden.

Schwerpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsspezifische Arbeiten 2016 bis 2018

Mehrere Künstler haben seit 2016 während ihres Aufenthalts aufwändige ortspezifische Arbeiten entwickelt: Die tunesische Künstlerin Sana Tamzini realisierte eine Lichtinstallation in der legendären Fünf-Minuten-Höhle, die für die lokale Bevölkerung Kultstatus wegen der mit ihrer Durchquerung verbundenen Mutprobe hat, Christina Kubisch setzte sich mit dem Thema Wasser auseinander und präsentierte die Klanginstallation "Brunnenlieder" im Innenhof des Museum Lindwurm, Denise Ritter nahm die Klänge von Stein am Rhein im Winter an einer spezifischen Stelle zwischen Rhein und Burg am Klingenberg auf, wo sich Geräusche von Erde und Himmel treffen und schuf die Klangkomposition "Altitude". Die Soundinstallation wurde im üblicherweise nicht zugänglichen Dachgeschoss des Bürgerasyls zugänglich gemacht. Parastou Forouhar kreierte eine Serie inszenierter Fotografie zum Thema "Fremdheit" mit dem Titel "Das Gras ist grün, der Himmel ist blau und sie ist schwarz...", die als Intervention in den Dauerausstellungsräumen des Museums Lindwurm gezeigt wird (seit Herbst 2017, Katalog). Susan Hefuna setzte sich während ihres Aufenthalts mit dem Thema "Fachwerk" auseinander. Ergebnis war das Projekt MAPPING STEIN - Eine Intervention in drei Akten – Zeichnungen, Installation, Performance und Video, das im Schaufenster des künftigen Kulturhauses und als Intervention im Museum Lindwurm zu sehen war.

Nordafrika / Naher Osten

Ein besonderes Augenmerk bei der Künstlerauswahl wie auch bei den Themen gilt auch der Konfliktregion des Nordafrikas / des Nahen Ostens, die mit der Europäischen Geschichte in besonders intensiver Weise verbunden ist. Sana Tamzini, Parastou Forouhar, und Susan Hefuna sind schon aufgrund ihrer Herkunft zu nennen, dazu kommen die Autoren Sherko Fatah und Rosa Yassin Hassan.

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Chretzeturm ist ein mittelalterlicher, um 1200 erbauter Turm, der Bestandteil der ersten Stadtbefestigung war. Im 15. Jahrhundert wurde das in den Turmkörper hineingreifende viergeschossige Wohnhaus errichtet.[4]

Stipendiaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2021

2020

2019

2018

2017

2016

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nicole Hess: Domizile auf Zeit. Oder: Welche Räume braucht der künstlerische Prozess? Zürich 2018, ISBN 978-3-85881-622-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Über uns – Windler-Stiftung Kultureinrichtungen. Abgerufen am 4. September 2017.
  2. Erwin Eugster, Michel Guisolan, Katja Hürlimann, Adrian Knoepfli, Dieter Füllemann: Stein am Rhein. Geschichte einer Kleinstadt. Hrsg.: Stadtrat Stein am Rhein. stamm + co AG, Grafisches Unternehmen, Schleitheim, Stein am Rhein 2007, S. 430.
  3. Detailseite – Künstlerresidenz Chretzeturm. Abgerufen am 4. September 2017.
  4. Chretzeturm. Abgerufen am 4. September 2017.
  5. Elisabeth Schraut (Hrsg.): Parastou Forouhar - "Das Gras ist grün, der Himmel ist blau, und sie ist schwarz ..." Stein am Rhein 2017, ISBN 978-3-03306379-2.
  6. Ehemalige Stipendiaten – Künstlerresidenz Chretzeturm. Abgerufen am 27. September 2017.
  7. In Stein gemeisselt? In: Tagblatt. Abgerufen am 4. September 2017.
  8. Ehemalige Stipendiaten – Künstlerresidenz Chretzeturm. Abgerufen am 27. September 2017.

Koordinaten: 47° 39′ 36,4″ N, 8° 51′ 37,4″ O; CH1903: 706799 / 279797