Kaliumtetraiodomercurat(II)

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Strukturformel
2.svg K+.svgTetraiodomercuratII.svg
Allgemeines
Name Kaliumtetraiodomercurat(II)
Andere Namen
  • Kaliumtetraiodomercurat
  • Mayer's Reagens
  • Nesslersches Reagens
  • Kaliumquecksilberiodid
  • Quecksilberkaliumiodid
  • Thouletsche Lösung
Summenformel HgI4K2
CAS-Nummer 7783-33-7
PubChem 24542
Kurzbeschreibung

hellgelber Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 786,48 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Löslichkeit

Löslich in Wasser[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
06 – Giftig oder sehr giftig 08 – Gesundheitsgefährdend 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 330​‐​310​‐​300​‐​373​‐​410
P: 260​‐​301+310​‐​320​‐​361​‐​405​‐​501Vorlage:P-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze [2]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [3][2]
Sehr giftig Umweltgefährlich
Sehr giftig Umwelt-
gefährlich
(T+) (N)
R- und S-Sätze R: 26/27/28​‐​33​‐​50/53
S: (1/2)​‐​13​‐​28​‐​36​‐​45​‐​60Vorlage:S-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze​‐​61
MAK

0,1 mg·m−3[2]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Kaliumtetraiodomercurat(II) ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Kaliumverbindungen, Iodkomplexe und Quecksilberverbindungen.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Kaliumtetraiodomercurat(II) kann durch Reaktion von Quecksilber(II)-chlorid oder Quecksilber(II)-iodid mit Kaliumiodid gewonnen werden.[4][5]

\mathrm{HgCl_2 + 4 \ KI \longrightarrow K_2[HgI_4] + 2 \ KCl}
\mathrm{HgI_2 + 2 \ KI \longrightarrow K_2[HgI_4]}

Verwendung[Bearbeiten]

Kaliumtetraiodomercurat (auch als Neßlers-Reagenz A bezeichnet, nach Julius Neßler welcher 1856 die Lösung in seiner Dissertation beschrieb) wird in Form einer Lösung zur Stickstoffbestimmung verwendet.[6] In dieser Neßler-Reaktion bildet Kaliumtetraiodomercurat mit Ammoniak einen rotbraunen Farbkomplex [Hg2N]I, das Iodid des Kations der Millonschen Base. Der Nachweis ist sehr empfindlich für Ammonium/Ammoniak und wird in der Wasseranalytik zu dessen quantitativer Bestimmung benutzt. Nachteilig ist die Querempfindlichkeit auf einfache Amine, die in stark belebten Wässern (z. B. Fischteiche, Abwasser) reichlich auftreten.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Huey Rong C. Jaw, Margaret M. Mooney, Thomas Novinson, William C. Kaska, Jeffrey I. Zink: Optical properties of the thermochromic compounds disilver tetraiodomercurate(2−) and dicopper tetraiodomercurate(2–). In: Inorganic Chemistry. 26, Nr. 9, 1987, ISSN 0020-1669, S. 1387–1391, doi:10.1021/ic00256a011.
  2. a b c d e Eintrag zu CAS-Nr. 7783-33-7 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 2. März 2010 (JavaScript erforderlich).
  3. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  4. Acetamid-Lösung mit Nessler’s Reagenz (Sifin) (PDF; 75 kB)
  5. Holleman-Wiberg: “Lehrbuch der anorganischen Chemie“, Walter de Gruyter Berlin 1964, S. 493
  6. Datenblatt Kaliumtetraiodomercurat(II) bei Merck, abgerufen am 2. März 2010..