Aschberg (Vogtland)

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Aschberg/Kamenáč
Nicht auf dem Gipfel: Der Aussichtsturm "Otto Hermann Böhm" steht auf der deutschen Seite

Nicht auf dem Gipfel: Der Aussichtsturm "Otto Hermann Böhm" steht auf der deutschen Seite

Höhe 936 m ü. NHN [1]
Lage Freistaat Sachsen, Deutschland/Tschechien
Gebirge Erzgebirge
Koordinaten 50° 23′ 23″ N, 12° 30′ 32″ OKoordinaten: 50° 23′ 23″ N, 12° 30′ 32″ O
Aschberg (Vogtland) (Tschechien)
Aschberg (Vogtland)
Besonderheiten Otto Hermann Böhm Turm (AT)

Der Aschberg (tschechisch Kamenáč) ist ein 936 m hoher Berg im sächsisch-tschechischen Grenzgebiet bei Klingenthal (Ortsteil Sachsenberg-Georgenthal) im Vogtland, dessen Gipfel in Tschechien liegt. Die Grenze ist in einer Höhe von 917 m.

Lage und Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nahe dem Gipfel befindet sich auf deutscher Seite ein Aussichtsturm und direkt daneben eine Jugendherberge. Das Aschberggipfelplateau ist auf sächsischer Seite besiedelt. Die verstreut stehenden Häuser, ursprünglich Bergbauernhäuser, werden als Aschbergsiedlung bezeichnet.

Auf dem Aschberg befindet sich ein Sendemast, der folgende Frequenzen ausstrahlt:

  • UKW 93,7 MHz (MDR 1 Radio Sachsen) – Leistung: 0,2 kW
  • UKW 98,4 MHz (MDR Kultur) – Leistung: 0,2 kW
  • UKW 103,5 MHz (Vogtlandradio) – Leistung: 0,05 kW

Der Gipfelpunkt liegt auf tschechischer Seite und besteht aus einer kleinen Felsklippe, die eine im Querschnitt quadratische Säule aus Granit der Königlich-Sächsischen Triangulirung trägt. Es handelt sich um die Station 1. Ordnung Nr. 24. Sie besitzt nur noch historische Bedeutung. Unweit des Gipfels befinden sich weitere Felsklippen mit Wollsackausbildungen, am bekanntesten ist die Felsengruppe Tři skálky (Drei Felsen).

Der Blick über Bublava (Schwaderbach) und Klingenthal hinweg in das Elstergebirge eröffnet eine Fernsicht über böhmisches und sächsisches Bergland in Richtung Kaiserwald, Kapellenberg und der Höhen des nördlichen Böhmerwalds. Ein Aussichtspunkt am Grenzweg unterhalb der Jugendherberge erhielt den Namen Paul-Apitzsch-Blick, wo noch heute eine nach diesem Heimatforscher benannte Sitzbank an ihn erinnert und einen der bedeutendsten Aussichtspunkte des sächsischen Vogtlandes bildet.[2][3][4]

Am Aschberg befindet sich ein Skihang und die Kammloipe, auf der man über Mühlleithen bis Schöneck oder über Carlsfeld bis Johanngeorgenstadt per Ski fahren kann.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kartenausschnitt mit der Ortslage Schwaderbach am Südhang des Aschbergs

Zusammen mit Bergleuten und Hammerschmieden kamen auch einige Glasmacher ins westliche Erzgebirge, die hier begannen, den anstehenden Quarz zu verarbeiten, der sich in mehreren Strängen unter anderem am Aschberg fand. Die weiten, bis dahin nie benutzten Wälder lieferten ihnen genügend Holz für die Schmelzöfen und zum „Äschern“, der Gewinnung von Pottasche aus Holzkohle.

Der Aschberg war auch auf der tschechischen Seite besiedelt. Mit der Vertreibung der deutschen Bevölkerung wurden die Gebäude südlich des Aschberggipfels zurückgebaut.[5]

Aussichtsturm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 31,91 m hohe Aussichtsturm, benannt nach Otto Hermann Böhm, bietet von seiner 26,64 m hohen Plattform eine weite Aussicht über das böhmische Erzgebirge und das Elstergebirge. Östlich reicht der Blick bis zum Fichtelberg und zum Klínovec (Keilberg), nach Süden bis zum Kaiser- und Böhmerwald. Schon 1913 wurde vom Namensgeber des Turms ein Turmbauverein gegründet, um nach seiner schon 1894 entwickelten Idee auf der sächsischen Seite des Aschbergs einen Aussichtsturm zu bauen. Die Pläne konnten aber aus unterschiedlichen Gründen nicht verwirklicht werden und wurden schließlich zu Gunsten der 1929 auf dem Berg gebauten Jugendherberge Aschberg ganz aufgegeben. Erst in den 1990er Jahren wurde die Idee wieder aufgegriffen und schließlich 1999 verwirklicht. Betreiber des Turms, dessen Aussichtsplattform über 154 Stufen erreichbar ist, ist der VSC Klingenthal e.V.[6]

Wege zum Gipfel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vom Parkplatz an der B 283 bei Mühlleithen führt der blau markierte Kammweg, der im Winter als Kammloipe benutzt wird, in Richtung Aschberg. Unweit der Landesgrenze folgt man dem von Morgenröthe-Rautenkranz kommenden rot markierten Weg bis zur Jugendherberge und dem Aussichtsturm (ca. 3 km).
  • Von Stříbrná kann man den grün markierten Wanderweg bis zum Gasthaus "Filip" benutzen, von dort führt der rot markierte Weg weiter bis zum Sporthotel im Ortszentrum von Bublava. Anschließend folgt man dem gelb markierten Weg aufwärts zum Gipfel (ca. 5 km).
  • Von Klingenthal führt eine schmale Fahrstraße direkt auf das Gipfelplateau zur Jugendherberge des Aschbergs.

Auf dem rot markierten Weg verläuft der Bergwanderweg Eisenach–Budapest über den Aschberg.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Reinhart Heppner/Jörg Brückner/Helmut Schmidt: Sächsisch-böhmische Aussichtsberge des westlichen Erzgebirges in Wort und Bild mit touristischen Angaben. Horb am Neckar 2000, S. 15–17.
  • Aschberg. In: Die Bergbaulandschaft von Schneeberg und Eibenstock (= Werte der deutschen Heimat. Band 11). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1967, S. 171.
  • Klingenthal. In: Das Obere Vogtland (= Werte unserer Heimat. Band 26). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1976, S. 90–93.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kamenáč – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  2. Aschberg. In: Die Bergbaulandschaft von Schneeberg und Eibenstock (= Werte der deutschen Heimat. Band 11). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1967, S. 171.
  3. Paul Apitzsch: Wo auf hohen Tannenspitzen. Franz Neupert, Plauen 1932, S. 190.
  4. Johannes Jäger: Aschberggebiet. Klingenthal – Markneukirchen – Schöneck (= Unser kleines Wanderheft 54). Bibliographisches Institut Leipzig, Leipzig 1962, S. 30.
  5. Informationstafel an der Sonnenloipe in Klingenthal (siehe Bilddatei in der Galerie), auf der rechten Seite des Bildes.
  6. Beschreibung auf der Webseite Klingenthal.de, Abruf am 2. Mai 2019.