Kapelle St. Joseph (Surcasti)

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Ansicht von Süden
Innenraum
Innenraum gegen Süden

Die römisch-katholische Kapelle St. Joseph steht im Dorf Surcasti in der Val Lumnezia im schweizerischen Kanton Graubünden. Sie ist Josef von Nazaret geweiht.

Bau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die nach Norden gerichtete Kapelle besteht aus einem knapp 12 Meter langen und 5,20 Meter breiten Schiff ohne Seitenkapellen und einem dreiseitig geschlossenen Chor, der mit einem Tonnengewölbe überdeckt wird. Am 26. Mai 1689 wurde sie konsekriert. 1724 wurde sie durch Jakob Soliva aus Trun ausgemalt. 1928 wurde das Schiff nach Süden hin vergrössert; gleichzeitig wurde eine Gesamtrenovation durchgeführt. Eine weitere Renovation fand 1948 nach einem Brand statt.

Der Turm steht an der Westseite des Chors und trägt eine Zwiebelhaube. Die zwei Glocken wurden 1688 von Gaudenz Hempel aus Chur gegossen.

Inneres[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An den Schilden des Chors sind neben Bibelsprüchen aus Matth. 1,18 die Verkündigung an Maria, ihre Vermählung mit Josef und dessen Traum abgebildet. Am Gewölbe die heilige Dreifaltigkeit, Maria und Josef und mehrere Heilige, am Chorbogen eine Darstellung der Sieben Schmerzen Mariens und in der Leibung des Chorbogens der Erzengel Michael, Maria Magdalena und Schutzengel.

Die Bilder sind an der Innenseite des Chorbogens signiert: «Jacobus Soliva Tronensis [aus Trun] pinxit Anno MDCCXX IIII». Die Bilder wurden 1928 von der Firma Christian Schmidt aus Zürich restauriert. Die Gemälde am Gewölbe des Schiffs sind neueren Datums.

Altäre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der hölzerne Hochaltar aus dem Jahr 1647 wurde von Fridolin Eggert gestaltet, von ihm stammt auch das Altarbild von 1694 mit einer Abbildung von Josephs Tod. Die Bilder auf der Epistelseite wurden 1700 von Sigisbert Frey gemalt; sie zeigen Szenen aus dem Leben von Placidus und Sigisbert von Disentis. Wie eine Jahreszahl im Fries zeigt, wurde der Altar 1707 umgebaut. Die Seitenaltäre stammen aus der Zeit um 1700.

Nische[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einer Nische mit einem geschnitzten Rahmen aus der Zeit um 1700 steht eine Marienfigur. Die Ornamentschnitzerei darunter stammt aus dem Jahr 1692.

Empore[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Empore an der Südwand steht eine Orgel mit sechs Registern auf einem Manual und Pedal. Sie wurde als opus 102 erstellt durch Orgelbau Felsberg.[1]

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erwin Poeschel: Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden. Band IV. Birkhäuser, Basel 1942; S. 157.
  • Ludmila Seifert, Leza Dosch: Kunstführer durch Graubünden. Scheidegger & Spiess, Zürich 2008; S. 199.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Werkliste auf der Website des Unternehmens, abgerufen am 26. Dezember 2012.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kapelle St. Joseph (Surcasti) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 46° 41′ 48,1″ N, 9° 10′ 36,4″ O; CH1903: 732934 / 173192