Trun GR

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GR ist das Kürzel für den Kanton Graubünden in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Trunf zu vermeiden.
Trun
Wappen von Trun
Staat: Schweiz
Kanton: Graubünden (GR)
Region: Surselva
BFS-Nr.: 3987i1f3f4
Postleitzahl: 7166 Trun
7168 Schlans
Koordinaten: 718384 / 177991Koordinaten: 46° 44′ 33″ N, 8° 59′ 16″ O; CH1903: 718384 / 177991
Höhe: 861 m ü. M.
Fläche: 51,90 km²
Einwohner: 1180 (31. Dezember 2016)[1]
Einwohnerdichte: 23 Einw. pro km²
Website: www.trun.ch
Trun

Trun

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Trun (Audio-Datei / Hörbeispiel [tʀʊnː]?/i, deutsch und bis 1943 offiziell Truns) ist eine politische Gemeinde in der Region Surselva des Kantons Graubünden in der Schweiz.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In Silber (Weiss) ein bewurzelter Ahorn mit schwarzem Stamm und fünf grünen Blättern.

Bei der St. Anna-Kapelle steht der Ahorn von Trun, der im Wappen dargestellt wird. Er verweist auf die Entstehungsgeschichte des Oberen oder Grauen Bundes und den Bundesbrief von 1424.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in der Cadi in der Surselva auf linken Seite des Vorderrheins. Mit Ausnahme des Ortsteils Zignau / Ringgenberg 879 m mit den Fraktionen Vricla und Chilgieri und dem Weiler Lumneins, auf der rechten Rheinseite liegen alle grösseren Siedlungen nördlich (links) des Flusses. Höchste Gipfel im südlichen Gemeindeteil sind der Piz Nadels (2789 m) und der Piz Miezdi (2741 m). Nordwestlichster Punkt der Gemeinde ist der Piz Urlaun, nordöstlichster Punkt der Bifertenstock, im Romanischen Pèz Durschin genannt. Zwischen diesen beiden Eckpunkten liegt eine Gebirgskette, die gleichzeitig Kantonsgrenze zum Kanton Glarus ist.

Die grössten Siedlungen nördlich des Vorderrheins sind (von Ost nach West) Tiraun, Darvella, Flutginas, wo die berühmten Gebrüder Zarli und Alois Carigiet wohnten, das Dorf Trun, Pustget, Gravas und Campliun im Talboden sowie Cumadé, Bardigliun, Caltgadira und Cartatscha am Hang und Schlans. Dazu kommen zahlreiche Gehöfte und Einzelsiedlungen.

Tiefstgelegener Punkt der Gemeinde ist der Rhein bei Flantuosch auf einer Höhe von 811 m. Vom gesamten Gemeindegebiet von über 51 km² sind 1744 ha (= 40 %) Gebirge und 1463 ha (= 34 %) bewaldet. Von den 1015 ha landwirtschaftlichen Bodens werden 625 ha als Maiensässen bewirtschaftet. Die übrigen 81 ha sind Siedlungsfläche.

Nachbargemeinden sind Sumvitg, Glarus Süd im Kanton Glarus, Breil/Brigels und Obersaxen Mundaun.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trun 1818 (Johann Ludwig Bleuler)

Truns Geschichte geht bis in die Bronzezeit zurück: In Caltgeras, nördlich der Strasse von Trun nach Darvella ist bei der Bachverbauung eine Siedlung aus der Zeit um 1200 v. Chr. nachgewiesen. Auf der rechten Rheinseite bei Grepault entdeckte Walo Burkart 1931 bei Zignau eine Siedlung aus der Hallstattzeit und ein frühmittelalterliches Kirchenkastell. Einige Mauern sind noch heute sichtbar. Die Besiedlung der Region um Trun war spätestens im Frühmittelalter abgeschlossen.

Vom Mittelalter an bildete Trun als Nachbar der Cadi in dessen Gericht zusammen mit Sumvitg den vierten Hof. Die Klosterburgen Cartatscha, Friberg, Ringgenberg und Phiesel grenzten den Staat des Klosters Disentis östlich gegen die Herrschaft Waltensburg bzw. Jörgenberg ab.

Trun war 1424 Gründungsort des Grauen Bundes, bis 1798 dessen Gerichts- und bis 1814 dessen Tagungsort. Neben der erwähnten Kapelle Caplutta Sontga Onna liegt seit 1701 ein Ehrenhof des Grauen Bundes. Im ehemaligen Klosterhof La Cuort, in dem von 1428 an der Bundestag des Grauen Bundes abgehalten wurde, ist heute das Museum Sursilvan untergebracht. Unter anderem ist im damaligen Sitzungssaal des Grauen Bundes ein Teil des alten Stammes des Ahorns ausgestellt, unter dem der Graue Bund 1424 gegründet wurde, sowie einige Kunstwerke des Kunstmalers Alois Carigiet.

Der Name Trun erscheint im Testament von Tello, der im Jahr 765 der Abtei Disentis Güter vermacht. Vermutlich leitet sich der Ortsname vom Bachnamen Taurontum ab,[2] vermutlich dem heutigen Bach Ferrera, welcher durch das Dorf fliesst. Die Ferrera ihrerseits erhielt den Namen in der Zeit, als Eisen (italienisch ferro) aus dem Gestein der Südostflanke des Pez Ner (dt. Schwarzer Gipfel) in der Val Punteglias gewonnen wurde. Der Bach entspringt auf etwa 2345 m Höhe vom Gletscher 'Glatscher da Punteglias' und mündet südlich von Darvella etwa 300 Meter östlich der Ortstafel in den Rhein. Mit seinem Wasser wird seit Juli 1999 Strom durch das Kraftwerk Ferrera elektrische Energie gewonnen, mittlere Jahreserzeugung 18 Mio. kWh. Das Gefälle von der Fassung zum Kraftwerk beträgt 771 Meter.

Am 1. Januar 2012 fusionierte die Gemeinde Trun mit der Nachbargemeinde Schlans.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amts- und Schulsprache ist das rätoromanische Idiom Sursilvan. Bei der Volkszählung 2000 nannten als Hauptsprache: 79 % Romanisch, 15 % Deutsch. Von den Ende 2005 1267 Bewohnern waren 1211 (= 95 %) Schweizer Staatsangehörige.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Trun

Persönlichkeiten und Geschlechter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alois Carigiet (1902–1985), Maler, Gebrauchsgrafiker und Kinderbuchillustrator (in Trun geboren und gestorben)
  • Zarli Carigiet (1907–1981), Kabarettist und Schauspieler (in Trun geboren)
  • Caspar Decurtins (1855–1916), Politiker (in Trun geboren und gestorben)
  • Vitus Huonder (* 1942), röm-kath. Bischof von Chur (in Trun geboren)
  • Toni Livers (* 1983), Skilangläufer (in Trun aufgewachsen)
  • Placidus a Spescha (1752–1833) Mönch, Bergsteiger, Schriftsteller und Naturforscher (in Trun geboren, aufgewachsen und gestorben)
  • Matias Spescha (1925–2008) Künstler

Bedeutendes Geschlecht in Trun ist das der Demund.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Trun – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 29. August 2017; abgerufen am 20. September 2017.
  2. Taurontum
  3. Katholische Pfarrkirche St. Martin auf www.graubuendenkultur.ch.
  4. Katholische Pfarrkirche St. Georg auf www.graubuendenkultur.ch.
  5. Kapelle St. Katharina auf www.graubuendenkultur.ch.