Kapilavastu

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Kapilavastu Nagarpalika
कपिलवस्तु नगरपालिका
Kapilavastu
Kapilavastu (Nepal)
Kapilavastu
Kapilavastu
Koordinaten 27° 32′ 43″ N, 83° 3′ 12″ OKoordinaten: 27° 32′ 43″ N, 83° 3′ 12″ O
Basisdaten
Staat Nepal

Entwicklungsregion

West
Zone Lumbini
Distrikt Kapilbastu
Höhe 107 m
Fläche 63,3 km²
Einwohner 43.471 (2011)
Dichte 686,7 Ew./km²
Gründung 18. Mai 2014Vorlage:Infobox Ort/Wartung/Datum
Webseite kapilvastu.municipality.gov.np
Politik
Chief Executive Officer Dibakar Bhujel (Oktober 2015)
19 Wards
Stadttor
Stadttor

Kapilavastu (Sanskrit), Kapilbastu oder Kapilavatthu (Pali; früherer Name: Taulihawa) ist eine Stadt im Terai in Nepal im gleichnamigen Distrikt, etwa 40 km westlich von Siddharthanagar und 11 km von der indischen Grenze.

Kapilavastu ging aus der Zusammenlegung der Zentralgemeinde Taulihawa mit einigen Umlandgemeinden hervor. 2014 kamen die benachbarten Village Development Committees (VDCs) Gotihawa (im Süden) und Tilaurakot (im Norden) zur Stadt hinzu. Die Stadt liegt am westlichen Flussufer des Banganga. Das Stadtgebiet umfasst 63,3 km².[1]

Kapilavastu war einst die Hauptstadt des kleinen Staates des Shakya-Volks im nördlichen Indien.

Einwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 2011 hatte Kapilavastu (einschließlich der VDCs Gotihawa und Tilaurakot) 43.471 Einwohner (davon 21.725 männlich) in 7129 Haushalten.[2] Ohne diese beiden VDCs betrug die Einwohnerzahl 30.428.[2]

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der mythologischen Überlieferung zufolge, soll die Stadt von den Schülern des vedischen Weisen (Rishi) Kapila erbaut worden sein. Kapilavastu wird in den Sutras als der Ort beschrieben, an dem Siddhartha Gautama, der spätere Buddha seine Jugendjahre verbrachte. Im dortigen Palast seines Vaters Shuddhodana, der der Herrscher (Raja) dieses kleinen Reiches war, soll auch die Vermählung mit Yasodhara und die Geburt des gemeinsamen Sohnes, Rahula stattgefunden haben. Insbesondere die Legende von den „Drei Ausfahrten“, bei denen der Prinz der Tatsache von Alter, Krankheit und Tod ins Auge blickte, macht auch Kapilavastu zu einem Pilgerort für Buddhisten. Von seiner Vaterstadt aus trat der junge Siddhartha im Alter von 29 Jahren den Weg in die Hauslosigkeit an, um als Asket den Weg zur Befreiung vom Leid und schließlich die Erleuchtung zu finden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fa-hsien, ein chinesischer Pilger aus dem 5. Jahrhundert, beschrieb Kapilavastu (chinesisch 迦毘羅衛) als „eine großartige Szenerie der Leere und Verlassenheit,“ bewohnt von ein paar Mönchen, ein oder zwei Familien und gefährlichen Tieren wie Löwen und weißen Elefanten.[3] Fa-hsien besuchte die weniger bekannten Schauplätze wie den Palast der Shakya, wo die Kennzeichen des Bodhisattva-Kindes entdeckt wurden, und den Garten von Lumbini östlich der Stadt, wo die Mutter des künftigen Buddha badete und niederkam. Hügel, Stupas und andere Ruinen zeugen vom einstigen Wohlstand des Buddhismus.

Die touristische Attraktivität des historischen Ortes, in der heutigen Verwaltungszone Lumbini und die Lage an der Grenze des heutigen Indien mit Nepal, erklärt auch die Kontroverse, ob der historische Palast von Kapilavastu nun diesseits oder jenseits der Grenze lag.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bidari Basbata: Kapilavistu – The Ancient Shakya Kingdom of Nepal. In: Dharmadoor Vaishaka Pumima Special. Sarnath, Varanasi 1997 (Maha Bodhi Soc.)
  • Krishna M. Srivastava: Discovery of Kapilavastu. New Delhi 1986, ISBN 81-85016-16-X (Archäologie)
  • Srivastava, K.M. (1980), "Archaeological Exvacations at Priprahwa and Ganwaria and the Identification of Kapilavastu", Journal of the International Association of Buddhist Studies 3 (1): 103–110
  • Srivastava, K.M. (1979), "Kapilavastu and Its Precise Location", East and West 29 (1/4): 61–74
  • Huntington, John C. (1986), "Sowing the Seeds of the Lotus", Orientations, September 1986: 46–58
  • Tuladhar, Swoyambhu D. (November 2002), "The Ancient City of Kapilvastu - Revisited", Ancient Nepal 151: 1–7
  • Trainor, Kevin (2010), "Kapilavastu", in: Keown, Damien; Prebish, Charles S., Encyclopedia of Buddhism, London: Routledge

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kapilavastu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Municipal Association of Nepal (MuAN)
  2. a b National Population and Housing Census 2011 (PDF) Central Bureau of Statistics. Archiviert vom Original am 31. Juli 2013.
  3. James Legge (1886). A Record of Buddhistic Kingdoms by Fa-hsien, Oxford: The Clarendon Press.