Karikaturmuseum Krems

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Das Karikaturmuseum

Das Karikaturmuseum Krems ist das einzige österreichische Museum für satirische Kunst und widmet sich vor allem der politischen Karikatur, der humoristischen Zeichnung bis hin zu Comic und Illustration. Es befindet sich in Krems-Stein (Niederösterreich).

Seit 2012 ist Gottfried Gusenbauer Direktor des Karikaturmuseum Krems.[1]

Geschichte und Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebäude wurde nach den Plänen des Architekten und Karikaturisten Gustav Peichl errichtet und am 29. September 2001 nach knapp einjähriger Bauzeit mit der Ausstellung „Alles Karikatur – Das gezeichnete 20. Jahrhundert“ offiziell eröffnet. Das Museum zeigte in dieser Ausstellung erstmals in Österreich einen Querschnitt der wichtigsten internationalen Originalgrafiken aus den Bereichen Karikatur, Bildsatire und Humorzeichnung des 20. Jahrhunderts.

Die architektonische Gestaltung des Museums mit einer durchgehenden Glasfront im Erdgeschoss signalisiert Offenheit und Transparenz. Das Karikaturmuseum Krems versteht sich als europäisches Kompetenzzentrum für Zeichenkunst und Bildliteratur und vernetzt sich mit internationalen Künstlern und Künstlerinnen, Museen und Ausstellungshäusern.

Anfang des Jahres 2017 wurde das Gebäude saniert.[2]

Sammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Land Niederösterreich, unter der Mitarbeit des Karikaturmuseum Krems, arbeitet seit 2001 gezielt am Aufbau einer Sammlung von Karikaturen, Cartoons, kritischer Grafik und Illustrationen.

Der Schwerpunkt liegt auf der europäischen Karikatur seit 1900, wobei dem Schaffen zeitgenössischer Zeichner eine besondere Bedeutung zukommt. So soll auch die Geschichte der Karikatur der letzten 400 Jahre anhand signifikanter Werke belegt und dokumentiert werden. Neben der größten Sammlung von Cartoons von Manfred Deix und Werken von Gustav Peichl wurde 2004 ein bedeutender Teil des Nachlasses von Erich Sokol erworben. 2007 kam dann die Sammlung Fotter dazu. Bedeutende Werkkomplexe von Gerhard Haderer – darunter die 2002 entstandene Serie „Das Leben des Jesus“ – sind im Besitz der Sammlung, die mittlerweile mehrere tausend Originalgrafiken umfasst. Sie bildet eine wichtige Basis für die Ausstellungen des Karikaturmuseum Krems. Werke der Sammlung werden aber auch im Rahmen von Kooperationsprojekten in anderen internationalen Ausstellungshäusern und Museen präsentiert.

SOKOL Preis für digitale Karikatur, kritische Zeichenkunst und Satire[3][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltweit arbeiten immer mehr Künstler/innen in digitaler Technik. Auch Karikaturen und Cartoons werden neben den traditionellen Techniken wie Bleistift, Tusche oder Acryl mittels Computer gezeichnet, digital koloriert und zum Teil digital publiziert. Titelseiten für Rolling Stone, Billboard, Time Magazin, The New Yorker und vieler anderer Magazine werden zum Großteil mit digital produzierten Karikaturen gestaltet. Vor allem das Internet und hier die Social-Media-Kanäle dienen zur Distribution der karikaturistischen Statements und erreichen weit über den Print hinaus eine große Anzahl an Leser/innen und Konsument/innen. Der Sokol-Preis für digitale Karikatur, kritische Zeichenkunst und Satire, kurz SOKOL, soll dieser künstlerischen Entwicklung mit einem innovativen und zukunftsorientierten Preis Rechnung tragen und diese Tendenz zusätzlich fördern. Das Land Niederösterreich vergibt in Zusammenarbeit mit der Erich Sokol Privatstiftung Mödling und dem Karikaturmuseum Krems den SOKOL - Preis für digitale Karikatur, kritische Zeichenkunst und Satire für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der digitalen Zeichenkunst alle fünf Jahre, erstmals 2018. Das Karikaturmuseum Krems wird in Zusammenarbeit mit den Landessammlungen Niederösterreich als Kompetenz- und Kommunikationszentrum, Netzwerkplattform, Drehscheibe und Präsentationsort fungieren.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Karikaturmuseum Krems – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eröffnung von „IRONIMUS 90. Jetzt mal keine Politik!“ (3. März 2018)
  2. Zwei sehr große Meister bei der Ausstellung (16. Mai 2017)
  3. Karikaturmuseum Krems: SOKOL Preis. Abgerufen im 20. August 2018.

Koordinaten: 48° 24′ 19″ N, 15° 35′ 21″ O