Karl Eibl (Militär)

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Karl Eibl (* 23. Juli 1891 in Goisern, Oberösterreich; † 21. Januar 1943 bei Nikolajewka, nördlich von Stalingrad) war ein österreichischer und deutscher Offizier, zuletzt General der Infanterie und Befehlshaber mehrerer Verbände im Ersten und Zweiten Weltkrieg.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausbildung und Erster Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karl Eibl wurde als Sohn eines Reichsbahnbeamten geboren, entschied sich schon vor dem Beginn des Ersten Weltkriegs für den Offiziersberuf und besuchte die Theresianische Militärakademie in Wiener Neustadt. Im Ersten Weltkrieg war Eibl als Leutnant im Landwehrregiment 21[1] eingesetzt und wurde 1915 zum Oberleutnant befördert. Er war als Kompaniekommandant an der Ostfront und an der Südfront eingesetzt.

Österreichisches Bundesheer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Krieg und dem Zusammenbruch des Kaiserreichs wurde er ins neue österreichische Bundesheer übernommen und als Hauptmann in das Infanterie-Regiment 6 versetzt. Hier wurde er am 25. September 1928 zum Major befördert.

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Polenfeldzug[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Anschluss Österreichs wurde er 1938 als Major in die deutsche Wehrmacht übernommen. Hier wurde er als Ausbilder an der Infanterieschule Bruckneudorf eingesetzt. Anfang 1939 wurde der zum Oberstleutnant beförderte Karl Eibl Kommandeur eines Bataillons im Infanterie-Regiment 131, welches der nur aus Österreichern zusammengesetzten 44. Infanterie-Division unterstand und im Polenfeldzug bei Krakau und Lemberg eingesetzt wurde. Für den Einsatz erhielt er beide Klassen des Eisernen Kreuzes.[2]

Westfronteinsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es folgte Anfang 1940 die Verlegung der 44. Infanterie-Division an die Westfront, war erfolgreich in Nordfrankreich tätig und ging dann Richtung Anneau südlich von Paris ab.

Im Westfeldzug wurde Eibl in das Infanterie-Regiment 132, Schwesterregiment des Infanterie-Regiment 131 in der gleichen 44. Infanterie-Division, versetzt, dessen Kommandeur er im Juni 1940 wurde. Mit seinem Regiment gelang ihm unter Zurückdrängung einer französischen Brigade die Eroberung des strategisch wichtigen Ortes Chuignolles an der Somme, wofür er am 15. August 1940 als einer der ersten Regimentskommandeure mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet wurde.[3] Am 1. Februar 1941 erfolgte seine Beförderung zum Oberst.

Ostfronteinsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach kurzem Aufenthalt im besetzten Frankreich wurde seine Einheit in die Slowakei versetzt, um nachher am Überfall auf die Sowjetunion im Zuge der Operation Barbarossa teilzunehmen. Für seine Leistungen bei Schitomir und Uman wurde er am 31. Dezember 1941 mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz ausgezeichnet.[2][3]

Am 8. Januar 1942 übernahm er das Kommando über die vor kurzem neu gebildete unerfahrene 385. Infanterie-Division und wurde am 1. Februar 1942 zum Generalmajor befördert.[4] Mit seinem Verband nahm er an den Kämpfen am Don und bei Woronesch teil. Die Division war im Rahmen der 6. Armee unter Generalfeldmarschall Friedrich Paulus bei der Schlacht um Stalingrad nordwestlich der Stadt eingesetzt, wo sein Verband bei den Abwehrkämpfen schwere Verluste erlitt. Für seine Leistungen erhielt Eibl am 19. Dezember 1942 als 21. Soldat der Wehrmacht die Schwerter zum Eichenlaub.[3] Nach Generalfeldmarschall Erwin Rommel war er der zweite Soldat des Heeres, der diese Auszeichnung erhielt.[2] Gleichzeitig wurde er zum Generalleutnant ernannt.

Am 20. Januar 1943 wurde er mit der Führung des XXIV. Panzerkorps nordwestlich von Stalingrad betraut.[5] Seine Vorstöße führten sein Korps bis ca. 50 km an den Stadtrand von Stalingrad. Schon seit dem 13. Januar lief die Offensive Operation Ostrogoschsk-Rossosch der Woronescher Front. Sowjetische Truppen überflügelten bei Nikolajewka Karl Eibls gesamtes Korps sowie einige italienische Gebirgsjägerdivisionen des Alpini-Korps. Nur knapp konnte Eibl die Vernichtung seines Korps verhindern und es gelang, einen Korridor nach Westen freizukämpfen.

Tod vor Stalingrad[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 21. Januar 1943, einen Tag nach der Führungsübernahme, machte Eibl eine Erkundungsfahrt. Auf der Fahrt an die Front traf er im dichten Schneesturm auf eine eigentlich verbündete, italienische Einheit, die ihn und seine Kolonne für russische Truppen hielten. In dem kurzen Feuergefecht wurde Eibl von einer Handgranatenexplosion schwer am linken Bein verwundet. Durch die schweren Splitterverletzungen wurde die Notamputation des zerfetzten Oberschenkels notwendig, welche er jedoch aufgrund des hohen Blutverlustes nur um wenige Stunden überlebte.[6][7]

Postum wurde Eibl am 1. März 1943 mit Wirkung vom 1. Jänner 1943 posthum zum General der Infanterie befördert.[8]

Im Kremser Stadtpark befindet sich ein Denkmal für Karl Eibl.

Auszeichnungen (Auszug)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gordon Williamson: Knight's Cross, Oak-Leaves and Swords Recipients 1941–45, Bloomsbury Publishing, 2012, S. 16 + S. 17
  • Marcel Stein: Österreichs Generale im deutschen Heer: 1938-1945, Biblio, 2002, S. 327 + S. 328

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bavaria (Germany) Kriegsministerium: Verordnungs-blatt des Königlich bayerischen Kriegsministeriums. Gedruckt im K. Bayerischen Kriegsministerium, 1916 (google.de [abgerufen am 28. Januar 2018]).
  2. a b c Florian Berger: The Face of Courage: The 98 Men Who Received the Knight's Cross and the Close-Combat Clasp in Gold. Stackpole Books, 2011, ISBN 978-0-8117-4490-4 (google.de [abgerufen am 28. Januar 2018]).
  3. a b c d Veit Scherzer: Die Ritterkreuzträger 1939–1945. Die Inhaber des Eisernen Kreuzes von Heer, Luftwaffe, Kriegsmarine, Waffen-SS, Volkssturm sowie mit Deutschland verbündete Streitkräfte nach den Unterlagen des Bundesarchivs. Scherzers Militaer-Verlag, Ranis/Jena 2007, ISBN 978-3-938845-17-2, S. 290.
  4. Samuel W. Mitcham Jr: German Order of Battle: 291st-999th Infantry Divisions, Named Infantry Divisions, and Special Divisions in WWII. Stackpole Books, 2007, ISBN 978-0-8117-4844-5 (google.de [abgerufen am 28. Januar 2018]).
  5. Samuel W. Mitcham: The Panzer Legions: A Guide to the German Army Tank Divisions of World War II and Their Commanders. Stackpole Books, 2006, ISBN 978-0-8117-3353-3 (google.de [abgerufen am 28. Januar 2018]).
  6. Samuel Mitcham (2007). Rommel's Desert Commanders. The Men Who Served the Desert Fox. North Africa. 1941–42. Mechanicsburg, PA: Stackpole Books. ISBN 0-8117-3510-9. S. 89.
  7. Bavaria (Germany) Kriegsministerium: Verordnungs-blatt des Königlich bayerischen Kriegsministeriums. Gedruckt im K. Bayerischen Kriegsministerium, 1916 (google.de [abgerufen am 28. Januar 2018]).
  8. a b c d David A. Miller: Die Schwertertraeger Der Wehrmacht: Recipients of the Knight's Cross with Oakleaves and Swords. Merriam Press, 1997, ISBN 978-1-57638-073-4 (google.de [abgerufen am 28. Januar 2018]).