Karl Heinz Mai

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Karl Heinz Mai (* 28. Februar 1920 in Leipzig; † 9. Mai 1964 in Reinharz) war ein deutscher Fotograf. Seine Fotografien sind kulturelle Schätze der Stadt Leipzig und der deutschen Alltagsgeschichte in der Mitte des 20. Jahrhunderts.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karl Heinz Mai absolvierte eine Ausbildung zum Kaufmannsgehilfen. Als Wehrmachtssoldat erlitt er 1941 eine so schwere Verletzung, dass ihm beide Beine amputiert werden mussten. Nach Rückkehr ins Elternhaus im Dezember 1943 ausgebombt und 1945 von Niederwiesa nach Leipzig zurückgekehrt, begann er im Auftrag von Zeitungen, öffentlichen und kirchlichen Einrichtungen, vor allem aber im Selbstauftrag, vom Rollstuhl aus mit der fotografischen Dokumentation der Nachkriegszeit in seiner Heimatstadt. Seine Fotos zeigen Not, Zerstörungen, die Kunst des Überlebens, den Wiederaufbau und die Akteure des Alltags. 1949 heiratete er seine Frau Hella.[1]

Ab Mitte der 1950er Jahre führte er Auftragsarbeiten für das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig, das Sächsische Landesamt für Denkmalpflege und das Leipziger Messeamt durch.

Dank der Bemühungen seines Sohnes Karl Detlef Mai (* 1949) blieb der umfassende Nachlass als Dokumentation der Stadtgeschichte und der deutschen Nachkriegsgeschichte erhalten und floss in über 250 Ausstellungen und rund 150 Publikationen im In- und Ausland ein.

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1980 Aller Anfang ist schwer, Galerie des künstlerischen Volksschaffens Leipzig, Barfußgäßchen, Kabinett für Kulturarbeit der Stadt Leipzig, April – Mai 1980, 63 Fotografien
  • 1983 Karl Heinz Mai, Dum Panu z Kunstatu, Kabinet Fotografie J. Funka, Brünn, April – Mai 1983, 63 Fotografien
  • 1983 Bomben auf Leipzig, Naturkundemuseum Leipzig, Leipzig, Dezember 1983 – Februar 1984, 100 Fotografien
  • 1985 Karl Heinz Mai – Die frühen Jahre, Galerie der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, April – Mai 1985, 124 Fotografien
  • 1989 Bilder vom Beginnen, Staatliche Galerie Moritzburg, Halle (Saale), 80 Fotografien
  • 1989 Kinderbilder, Galerie Augenblick, Leipzig, März 1989, 80 Fotografien
  • 1989 Erinnerungen, Galerie des Staatlichen Kunsthandels, Prerow, August 1989, 55 Fotografien
  • 1991 Anfangsjahre, Leipzig 1945–1950, Galerie Voller Ernst, Berlin, Juli – September 1991, 60 Fotografien
  • 1998 Perfekte Provisorien, Kunstkaufhaus, Leipzig, Juli – August 1998, 88 Fotografien
  • 1999 Frauen allein, Haus des Buches, Leipzig, Mai – Juni 1999, 104 Fotografien
  • 2015 Weihnachtliche Bilder, Foyer des Sächsischen Wirtschaftsarchives zu Leipzig, Dezember 2015 - Januar 2016, 24 Fotografien
  • 2018 Bilder vom Lande aus den 1950er Jahren, August – November 2018, Volkskundemuseum Wyhra, Kleine Galerie im Kuhstall, 23 Fotografien
  • 2019 Reporter auf drei Rädern, November 2019 – Februar 2020, Galerie im Oberlichtsaal der Stadtbibliothek Leipzig, 46 Fotografien

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit Diethart Kerbs und Karl Detlef Mai: Anfangsjahre: Leipzig 1945 bis 1950. Nishen-Verlag in Kreuzberg, Berlin 1986.
  • mit Fritz Rudolf Fries: Porträt einer Zeit: 1945–1950 in Leipzig. Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 1990.
  • mit Andreas Mai und Bernd-L. Lange: Reporter des Alltags: Leipzig in den Fotografien von Karl Heinz Mai - 1945 bis 1964. Pro Leipzig, Leipzig 2007.
  • Leipziger Freiheit: 2010 – Leipzig in den 50er Jahren – Fotografien Karl Heinz Mai. Historischer Jahreskalender mit 13 Fotografien.
  • mit Herbert Günther und Franziska Neubert: Wir Kinder von früher. Klett Kinderbuch, Leipzig 2011.
  • mit Mark Lehmstedt: Reporter auf drei Rädern; Fotografien 1945–1964. Lehmstedt-Verlag, Leipzig 2019, ISBN 978-3-95797-095-4.

Dokumentarfilm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Arndt Ginzel: Perspektivwechsel: Das Erbe des Karl Heinz Mai. Im Auftrag des MDR, Erstsendung 2009, Dauer: 29:40 min.

Arbeiten in öffentlichen und privaten Sammlungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fotothek Mai Leipzig
  • Sächsisches Staatsarchiv
  • Fotothek des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig
  • Stadtarchiv Leipzig
  • Berlinische Galerie
  • Kunstmuseum Moritzburg Halle/Saale
  • Kunsthalle der Sparkasse Leipzig
  • Deutsche Fotothek Dresden
  • Deutsches Historisches Museum Berlin
  • Marburger Index
  • Agentur Voller Ernst Berlin
  • Naturkundemuseum Leipzig

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mathias Orbeck: Stadthistorie: Der „Reporter auf drei Rädern“ – Fotograf Karl Heinz Mai vor 100 Jahren geboren. Leipziger Volkszeitung, Online-Portal, 27. Februar 2020. Abgerufen am 3. März 2020.