Carl Traugott Queisser

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Carl Traugott Queisser (* 11. Januar 1800 in Döben bei Grimma; † 12. Juni 1846 in Leipzig) war ein deutscher Posaunist und Violinist und Mitglied des Gewandhausorchesters unter Felix Mendelssohn Bartholdy.

Leben[Bearbeiten]

Queisser kam 1817 nach Leipzig und wird beim Stadtmusikus Wilhelm Leberecht Barth „in Condition“ geschickt. Daneben nahm er beim Konzertmeister Heinrich August Matthäi Violinunterricht. 1824 wurde er Solobratscher im Gewandhaus-Quartett.

Über seine Entwicklung als Posaunist schreibt ein Zeitzeuge: „was aber die Posaune betrifft, so konnte er im Grunde gar keine eigentliche künstlerische Unterweisung erhalten, indem zu damaliger Zeit das Instrument, namentlich bei den Stadtmusikchören, auf einer sehr niedrigen Stufe der Entwicklung stand;man konnte ihm weiter nichts als die Accordlage der Züge zeigen, und er sah sich daher in dieser Hinsicht auf eigenes Studium hingewiesen. Zu welcher staunenswerthen Meisterschaft er es auf diesem schwierigen Instrumente gebracht, weiß die ganze Welt.“

Die Posaune war damals als Stadtpfeiferinstrument und als Instrument in der Militärmusik zwar bekannt, aber es gab in Leipzig keine Möglichkeit, sich in diesem Fach ausbilden zu lassen. Als Soloinstrument ist die Posaune in Sachsen zunächst kaum verwendet worden, sieht man von wenigen Auftritten von F. A. Belcke (1795–1872) ab, der allerdings nach nur einem Jahr in Leipzig nach Berlin in die Königliche Kapelle ging.

1820, noch während seiner Zeit beim Stadtmusikus Barth, bekam Queisser eine erste Auftrittsmöglichkeit als Posaunensolist beim Gewandhausorchester. Er spielte eine Komposition von dem Gewandhausgeiger Carl Heinrich Meyer (1772–1837) mit eingearbeitetem Posauensolo. 1829 wird er zum Mitdirektor des Musikvereins „Euterpe“ ernannt und steht diesem jungen Konkurrenzorchester des Gewandhauses zeitweilig auch als Konzertmeister vor.

Neben den zahlreichen Leipziger Konzerten trat er auch deutschlandweit als Solist auf, u.a. in Hamburg, Berlin und Dresden. Der plötzliche Tod von Carl Traugott Queisser am 12. Juni 1846 löste eine große Betroffenheit unter den Leipziger Musikfreunden aus. Als Nachruf erschien in der Allgemeinen musikalischen Zeitung ein zweispaltiger Artikel über Leben und Wirken von Queisser. Auch die auswärtige Presse, z. B. in Berlin, würdigte ihn als einen großen Virtuosen und liebenswerten Menschen. Zwei Tage später wurde er unter großer Anteilnahme auf dem alten Johannisfriedhof beigesetzt. Seine Freunde und Bewunderer organisierten zu seinem Gedenken und zur Unterstützung seiner Hinterbliebenen mehrere Konzerte, eines davon wurde von 150 Mitwirkenden unter der Leitung von Albert Lortzing vor 4000 (!) Zuhörern im Garten des Schützenhauses gegeben. In einem weiteren Konzert spielten Ferdinand David und Felix Mendelssohn Bartholdy die Kreutzersonate von Beethoven, um den von ihnen geschätzten Queisser zu ehren.

Literatur[Bearbeiten]