Karstadt München Bahnhofplatz

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Das Kaufhaus vor der Umbenennung
Die Glaskuppel über dem Lichthof

Das Karstadt München Bahnhofplatz ist ein Warenhaus der Karstadt Warenhaus GmbH in München.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historische Ansicht des von Max Littmann entworfenen Kaufhauses Hermann Tietz am Münchener Bahnhofsvorplatz 7, Postkarte von 1909

Das traditionsreiche, denkmalgeschützte Kaufhaus wurde in den Jahren 1904 bis 1905 nach Entwürfen des Münchener Architekten Max Littmann für die Warenhauskette Hermann Tietz gegenüber dem Hauptbahnhof errichtet und am 14. März 1905 eröffnet. In der Gestaltung des Baukörpers bediente sich Littmann, dem historisierenden Zeitgeschmack folgend, Elementen der deutschen Renaissance. Das ehemalige Warenhaus Tietz ist ein fünfgeschossiger Walmdachbau mit Vorsprüngen, Treppentürmen, Giebeln und Gauben. Es wurde in Eisenbeton-Skelettbaubauweise mit reduziert historisierenden Fassadengestaltungen, teils mit Muschelkalk erbaut. Der plastische Fassadendekor stammt von Julius Seidler, Jakob Bradl und Fidel Enderle.

Bereits um 1930 verbreiteten die beiden gegenläufigen Rolltreppen im großen Lichthof großstädtisches Flair. Nach Schäden an den Fassaden in Folge des Zweiten Weltkriegs wurde das Gebäude vereinfacht wieder hergestellt und in der Folgezeit wesentlich erweitert. Der langgestreckte Anbau aus dem Jahr 1971 stammt von dem renommierten Architekten Fred Angerer. Mit knapp 40.000 Quadratmetern Verkaufsfläche, einer 220 Meter langen Fassade entlang der Schützenstraße und einer Tiefgarage für 500 Autos zählt der Gebäudekomplex zu den größten Warenhäusern in Deutschland.

Das Gebäude gehörte zu Hertie und wurde nach Übernahme des Unternehmens weiterhin als solches geführt, zumal sich in der Nähe das Karstadt-Haus Oberpollinger befindet. Nachdem das neugründete Unternehmen Hertie GmbH (ehemals Karstadt Kompakt) den Namen „Hertie“ am 1. März 2007 neu belebt hatte, musste das zur Karstadt Warenhaus GmbH gehörende Haus in „Karstadt München Bahnhofplatz“ umbenannt werden. Die Umbenennung geschah schrittweise bis zum kompletten Namenswechsel am 27. September 2007. Das sechsstöckige Gebäude zählt zu den begehrtesten Großimmobilien in der Münchner Innenstadt. 2015 erwarb es die deutsch-irische Investmentgesellschaft Signature Capital in einem Bieterwettstreit für sich. Nach eineinhalb Jahren wurde es im August 2016 an die Immobilienfirma RFR Holding, geführt von den beiden deutschstämmigen Immobilien-Investoren Aby Rosen und Michael Fuchs verkauft. Der Marktwert stieg dabei um fast 40 Prozent. Anfang Oktober 2016 wurde bekannt, dass sich das von René Benko gegründete Immobilienunternehmen Signa über ein 50:50-Joint-Venture an dem weitläufigen Kaufhaus-Komplex beteiligt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „H.“: Die beiden neuen Warenhäuser in München. Das Warenhaus Hermann Tietz. In: Deutsche Bauzeitung, 39. Jahrgang 1905,
Nr. 54 (vom 8. Juli 1905), S. 325–328 und
Nr. 55 (vom 12. Juli 1905), S. 333–336. (mit Abbildungen und Grundrissen)
(Digitalisat der Nrn. 53–60 = S. 321–368 mit ca. 20 MB)
  • Münchner Abendzeitung vom 12. August 2016: Für 250 Millionen verkauft, Karstadt am Hauptbahnhof: Neuer Millionen-Deal.
  • SZ vom 18. August 2016: 250 Millionen Euro: Investoren verkaufen Karstadt-Gebäude.
  • SZ vom 1./2./3. Oktober 2016: Benko kauft jetzt auch den Karstadt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Karstadt am Bahnhof (in Munich) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 48° 8′ 26″ N, 11° 33′ 43″ O