Karsten Brensing

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Karsten Brensing, 2017

Karsten Brensing (* 18. Januar 1967 in Erfurt) ist ein deutscher Meeresbiologe, Verhaltensforscher und Autor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karsten Brensing besuchte von 1974 bis 1984 die POS 27 in Erfurt, anschließend erfolgte eine Ausbildung zum Elektriker beim VEB Funkwerk Erfurt. 1987 legte er an der Volkshochschule Erfurt sein Abitur ab. Im Juni 1989 verließ er illegal die damalige DDR.

Von 1989 bis 1996 studierte Brensing Biologie (Grundstudium 1989 bis 1991 an der Georg-August-Universität Göttingen; Hauptstudium 1991 bis 1996 an der Christian-Albrechts-Universität Kiel) mit dem Abschluss Diplombiologe (Hauptfach: Biologische Meereskunde).

Von 1997 bis 2004 war er Lehrbeauftragter an der Freien Universität Berlin, wo er 2004 bei Dietmar Todt im Fachbereich Biologie/Neurobiologie in Verhaltensbiologie über das Verhalten von Großen Tümmlern in Swim-With-Dolpins-Programmen (Delfine in Schwimmprogrammen und Delfintherapie) promovierte. Seine Untersuchungen zu Stress bei Delfinen hatte er während des Jahres 1998 bei Dolphins Plus[1] in Key Largo, Florida,[2] und in den Jahren 2000 bis 2003 bei Besuchen des Dolphin Reef[3] in Israel[4] durchgeführt.

Bereits als 17-Jähriger hatte Brensing 1984 eine Tauchausbildung am Senftenberger See mit der Tauchsportprüfung B abgeschlossen. Darauf folgten 1988 eine Tauchlehrerausbildung in Greifswald, 1992 als Weiterbildung ein Brevet als Berufstaucher in Kiel, 1999 eine Lizenz zum Tauchen mit Kreislaufgeräten und schließlich 2007 der Divemaster in Berlin. Parallel dazu machte er 1989 den Sportbootführerschein (Motorboot Binnen und See) in Hamburg und 1992 den Segelschein des Deutschen Segler-Verbandes.

Berufliche Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Forschungstaucher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1992 bis 1996 war Karsten Brensing während seines Studiums als Forschungstaucher an der Christian-Albrechts-Universität Kiel tätig.

Sachverständiger und Berater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 2002 bis 2005 arbeitete Brensing als Consultant für den Cornelsen Verlag. Als Consultant für die Whale and Dolphin Conservation (WDC) erstellte er eine Expertise für ACCOBAMS, das Übereinkommen zum Schutz der Wale des Schwarzen Meeres, des Mittelmeeres und der angrenzenden Atlantischen Zonen.[5] Ab 2005 arbeitete er zuerst als Conservation Manager und später bis 2014 als wissenschaftlicher Leiter des Deutschlandbüros der WDC.[6]

Für das Bundesamt für Naturschutz (BfN) führte er 2009 die Auftragsarbeit Lärmkartierung „Nationale Umsetzung der Meeresstrategierahmenrichtlinie“, FKZ 3509 82 0500, durch. 2010 erledigte er eine Auftragsarbeit für das Umweltbundesamt (UBA), die Machbarkeitsstudie Lärmkartierung der Deutschen See (FKZ 363 01 234).

2010 war Brensing zusammen mit 14 weiteren Wissenschaftlern Mitglied der deutschen Delegation der ICES Working Group on Marine Mammal Ecology, bei deren Bericht[7] es auch um die Lärmverschmutzung beziehungsweise Lärmreduzierung der Meere geht.

Von 2010 bis 2016 war Brensing Mitglied der Arbeitsgruppe der Europäischen Kommission TSG11, die sich mit den technischen Möglichkeiten und gesetzlichen Regelungen zur Lärmreduzierung im Meer beschäftigte.[8]

Brensing arbeitet auch als Berater für Film und Fernsehen. 2009 war er wissenschaftlicher Berater für den Film Das Geheimnis der Wale in Südafrika,[9] und seit 2019 ist er Berater der ARD-Degeto-Reihe „MariTeam – Im Einsatz für die Meere“.[10]

Für den für den Deutschen Filmpreis nominierten Dokumentarfilm „The Whale and the Raven“ von Mirjam Leuze war er Filmpate.[11]

Autor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie Tiere denken und fühlen wurde 2019 als Wissensbuch des Jahres ausgezeichnet[12] und erhielt den Umweltpreis der Kinder- und Jugendliteratur 2019.[13] Wie Tiere sprechen – und wie wir sie besser verstehen erhielt den EMYS-Sachbuchpreis im Januar 2021.[14] 2019 war er Schirmherr der Ansbacher Kinderbuch-Woche.[15]

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karsten Brensing ist mit der Wissenschaftsjournalistin Katrin Linke verheiratet; ihre Flucht aus der DDR 1989 erzählen sie in ihrem Buch Eine Liebe ohne Grenzen. Das Paar hat zwei Söhne. Der Schauspieler Walter Amtrup war Karsten Brensings Großvater.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sachbücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beiträge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Brehms Tierleben. Die Gefühle der Tiere (Teil 1 Vorwort von Karsten Brensing; Teil 2 Originaltexte von Alfred Brehm) Duden, Berlin 2018 ISBN 3-411-71782-3
  • Mensch-Tier-Kommunikation: Delfine und Wale. In: Michael Schetsche (Hrsg.): Interspezies-Kommunikation. Voraussetzungen und Grenzen (= PeriLog. Freiburger Beiträge zur Kultur- und Sozialforschung. 7). Logos, Berlin 2014, ISBN 978-3-8325-3830-9, S. 64–84.
  • Tödliches Hämmern – Die Gefahren der Windkraft zur See für die Meeresfauna. In: Georg Etscheit (Hrsg.): Geopferte Landschaften. Wie die Energiewende unsere Umwelt zerstört. Heyne, München 2016, ISBN 978-3-453-20127-9, S. 187–205.
  • Eine Liebe ohne Grenzen. Unsere Flucht aus der DDR. K. Linke und K. Brensing, Bastei Lübbe, Köln 2019, ISBN 978-3-7857-2648-8.
  • Haben Tiere Rechte? – Aspekte und Dimensionen der Mensch-Tier-Beziehung. SCHRIFTENREIHE (BD. 10450) der Bundeszentrale für politische Bildung, Hrsg.: Elke Diehl und Jens Tuider, Bonn 2019, Seite 336 – 352, ISBN 978-3-7425-0450-0

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Swim with dolphins in the Florida Keys!; abgerufen am 6. Februar 2018.
  2. K. Brensing, K. Linke und D. Todt: Sound source location by phase differences of signals, J. Acoust. Soc. America 109, 2001, S. 430–433.
  3. Dolphin Reef Eilat; abgerufen am 6. Februar 2018.
  4. K. Brensing, K. Linke, M. Busch, I. Matthes und S. E. van der Woude: Impact of different kinds of humans in Swim-With-The-Dolphin-Programs in two settings, Anthrozoös 18, 2005, No. 4, S. 409–429.
  5. K. Brensing: Expert-statement “swim with the dolphin programs” and “dolphinassisted therapy”, ACCOBAMS 3rd meeting of the scientific committee, Cairo, Egypt, 14–17 May, 2005.
  6. Karsten Brensing: Fütterung von Delfinen – Ein verfehltes Bildungskonzept@1@2Vorlage:Toter Link/de.whales.org (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. , WDC, 16. April 2009.
  7. Jakob Tougaard, Ben Wilson, Steven Benjamins, Jan Haelters, Klaus Lucke, Stefanie Werner, Karsten Brensing, David Thompson, Gordon Hastie, Steve Geelhoed, Stefan Braeger, George Lees, Ian Davies, Kai-Uwe Graw und Eunice Pinn: Assessment of the marine renewables industry in relation to marine mammals (2010), synthesis of work undertaken by the ICES Working Group on Marine Mammal Ecology (WGMME) International Council for the Exploration of the Sea, 2010, 212 S.
  8. René Dekeling, Mark Tasker, Michael Ainslie, Mathias Andersson, Michel André, Fabrizio Borsani, Karsten Brensing, Manuel Castellote, John Dalen, Thomas Folegot, Sandra van der Graaf, Russell Leaper, Alexander Liebschner, Jukka Pajala, Stephen Robinson, Peter Sigray, Gerry Sutton, Frank Thomsen, Stefanie Werner, Dietrich Wittekind, John V. Young: The European Marine Strategy: Noise Monitoring in European Marine Waters from 2014. In: Popper A. N.Hawkins A. D. (Hrsg.): The Effects of Noise on Aquatic Life II. Advances in Experimental Medicine and Biology, Nr. 875. Springer, New York 2016, S. 205–215.
  9. Unterwasserlärm versetzt Wale in Panik. Frankfurter Rundschau, 11. Dezember 2008.
  10. ARD: Neue ARD-Degeto-Reihe "MariTeam – Im Einsatz für die Meere". ARD, abgerufen am 9. September 2020.
  11. Grußwort von Filmpate Dr. Karsten Brensing. In: Busse-Film.de. Abgerufen am 9. September 2020.
  12. Die Sieger des Jahres 2019. 19. November 2019, abgerufen am 9. September 2020.
  13. Umweltpreis der Kinder- und Jugendliteratur 2019. In: Wildpark-MV.de. 26. November 2019, abgerufen am 9. September 2020.
  14. proWissen Potsdam e. V.: EMYS Preisträger. Abgerufen im Januar 2021.
  15. Lesespaß: Kinderbuchwoche Ansbach in den Herbstferien 2019. 15. Oktober 2019, abgerufen am 9. September 2020.
  16. Süddeutsche Zeitung: Schreckgespenst Corona? Abgerufen am 3. August 2021.