Deutscher Segler-Verband

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Blohm+Voss Dock10 Hafen Hamburg 2.jpg


Deutscher Segler-Verband
Logo des DSV
Gründungsdatum/-jahr 04.03.1888
Gründungsort Hamburg
Präsident Andreas Lochbrunner
Vereine (ca.) 1350
Mitglieder (ca.) 184.700[1]
Verbandssitz Berlin
Offizielle Sprache(n) DeutschlandDeutschland Deutschland
Homepage www.dsv.org

Der 1888 gegründete Deutsche Segler-Verband e. V. (DSV) ist die nationale Interessenvertretung und der Spitzensportverband der deutschen Segler. Er ist Dachverband für knapp 1.300 Segelvereine und Surfklubs (Stand September 2016), für 16 Landesseglerverbände und 85 Klassenvereinigungen.

Der DSV vertritt Deutschland im Weltdachverband für Segelsport (International Sailing Federation – ISAF) und den Segelsport im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1888 wurde der Verband mit Adolf Burmester als erstem Vorsitzendem gegründet. In den Geschäftsräumen des Norddeutschen Regatta Vereins in Hamburg trafen sich als Gründungsvereine: Norddeutscher Regatta Verein, Kaiserlicher Yachtclub, Verein Seglerhaus am Wannsee, SC Rhe Königsberg, Berliner Segel-Club, Berliner Regatta-Verein, Akademischer Seglerverein (Berlin), Spandauer Yacht-Club, Berliner Yacht-Club, Hamburger Elbsegel Regatta Verein, St. Georger Segelverein. Vereine des DSV durften nur Mitglieder aufnehmen, die nicht "von ihrer Hände Arbeit lebten". Im Laufe des Jahres 1933 wird der DSV gleichgeschaltet. Zugleich wird der 1901 von Arbeitern begründete Freier Segler Verband zuerst in Deutscher Fahrten- und Wettseglerverband umbenannt und dann aufgelöst. 1934 erfolgt die Liquidierung des Deutschen Seglerbundes DSB, damit ist der DSV seitdem der einzige deutsche Fachverband im Segeln.

Organisation und Tätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verband ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Berlin. Die Geschäftsstelle befindet sich in Hamburg. In den DSV-Vereinen sind rund 184.000 Mitglieder organisiert, darunter zirka 30.000 Kinder und Jugendliche. Organe des Verbandes sind das Präsidium, der Seglerrat und der Seglertag.

Im Auftrag des Bundes organisiert der DSV mit seinen Prüfungsausschüssen, dem Koordinierungsausschuss für den amtlichen Sportbootführerschein See und der Zentralen Verwaltungsstelle, das komplette amtliche deutsche Sportbootführerscheinwesen im Bereich Segeln.

Für den Sportbootführerschein Binnen und den Sportbootführerschein See sind die beiden beliehenen Verbände Deutscher Segler-Verband (DSV) und Deutscher Motoryachtverband (DMYV) verantwortlich.

Die Vereine des DSV stellen verbandseigene Führerscheine (Sportsegelschein, Jüngstensegelschein) aus. Diese wurden geschaffen, nachdem die Verbandsführerscheine A, BR, BK, C und R für Segelboote und -yachten Ende 2002 durch die amtlichen Führerscheine Sportküstenschifferschein, Sportseeschifferschein und Sporthochseeschifferschein ersetzt wurden. Segellehrer-/Surflehrerlizenzen werden nach Prüfungsabnahme nach wie vor durch den DSV ausgestellt.

Der Deutsche Segler Verband legt für Segelregatten ergänzend zu den international gültigen Wettfahrregeln (Segeln) weitere nationale Ordnungsvorschriften fest. Zurzeit (Stand 10/2016) sind dies die Wettsegelordnung (WO), Ranglistenordnung (RO), Leistungspassordnung (LPO) und Meisterschaftsordnungen (MO).[2]

Bei Regatten stellen die Mitgliedsvereine des DSV Schiedsrichter und Umpires.

Die Kreuzer-Abteilung vertritt 17.216 Fahrtensegler (Stand 1. Januar 2014), unterstützt und fördert sie.[3]

Die technische Abteilung stellt einen internationalen Bootsschein aus.

Der Verband befasst sich ferner mit anderen Themen wie Umwelt-/Naturschutz, Funk, Modellsegeln und Sonderformen des Segelns wie Eis- oder Strandsegeln.

1934 wurde die Modellsegel-Abteilung gegründet.[4]

Präsidenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1888– Adolph Burmester Gründungspräsident[5]
1912– Carl Busley [5]
1928–1932 Wilhelm Rakenius Verein Seglerhaus am Wannsee
1932– Edmund Koebke [5]
1933– Erich Kewisch Führer des DSV nach der Gleichschaltung, gefolgt von Carl Unfug, dann wieder Kewisch[5]
1949– Carl Georg Gewers Erster Präsident nach dem Zweiten Weltkrieg. 1951 Wiederaufnahme in die IYRU[5]
1956– Dietrich Fischer [5]
1973–1985 Kurt Pochhammer (Verein Seglerhaus am Wannsee)
1985–1993 Hans-Otto Schümann Hamburger Segel-Club[5]
1993–2001 Hans-Joachim (Hajo) Fritze Norddeutscher Regatta Verein
2001–2005 Dierk Thomsen Kieler Yacht-Club
2005–2013 Rolf Bähr Verein Seglerhaus am Wannsee
ab 2013 Andreas Lochbrunner Lindauer Segler-Club[6]

Arten des Segelsports[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Arten des Segelsports werden vom DSV besonders vertreten:

Jollensegeln, Katamaransegeln, See- und Hochseesegeln, Segelsurfen, Eissegeln, Strandsegeln, Modellsegeln und Kitesurfen.

Landesseglerverbände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landesseglerverbände sind außerordentliche Mitglieder des DSV.

  • Landes-Seglerverband Baden-Württemberg
  • Bayerischer Seglerverband
  • Berliner Segler-Verband
  • Verband Brandenburgischer Segler
  • Fachverband Segeln Bremen
  • Hamburger Segler-Verband
  • Hessischer Segler-Verband
  • Segler-Verband Mecklenburg-Vorpommern
  • Segler-Verband Niedersachsen
  • Segler-Verband Nordrhein-Westfalen
  • Landes-Segler-Verband Rheinland-Pfalz
  • Landesverband Saarländischer Segler
  • Segler-Verband Sachsen
  • Landes-Segler-Verband Sachsen-Anhalt
  • Segler-Verband Schleswig-Holstein
  • Thüringer Segler-Verband

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Deutscher Segler-Verband – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • www.dsv.org Offizielle Webseite Deutscher Segler-Verband

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bestandserhebung 2015. Deutscher Olympischer Sportbund, abgerufen am 3. Juli 2016 (PDF; 568 kB).
  2. http://www.dsv.org/app/uploads/ordnungsvorschriften-regattasegeln__ab_01-02-2016_.pdf
  3. www.kreuzer-abteilung.org
  4. DSV Modellsegeln
  5. a b c d e f g Chronologie beim Yachtsportarchiv
  6. Lochbrunner neuer Präsident des Deutschen Segler-Verbandes. In: Die Welt. Abgerufen am 2. Dezember 2013.