Kartei

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Alter Holz-Karteikasten

Eine Kartei ist eine geordnete Sammlung von Daten auf kleinformatigen Karten, wobei jede der Karten für eine Informationseinheit steht und damit ein Objekt der Wirklichkeit repräsentiert.

Eine Kartei ist geordnet, um eine Suche nach den enthaltenen Daten zu erleichtern. Die Anordnung kann alphabetisch, nach einem Datum oder nach anderen Kriterien geschehen.

Eine Kartei wird meist auf Karteikarten geschrieben oder gedruckt, der Arbeitsgang selbst als Verkartung von Daten bezeichnet. Die Karteikarten werden in einem Karteikasten ihrer Anordnung entsprechend aufbewahrt. Durch in Abständen angebrachte Karteireiter, kurz Reiter, wird die Kartei übersichtlich gehalten. (Siehe auch Zettelkasten.)

Zum effizienten Benutzen einer Kartei ist die korrekte Anordnung der Karten unbedingt erforderlich; andernfalls lassen sich Daten nicht finden.

Zum Vervielfältigen und Archivieren werden Karteien analog auf Mikrofiche abfotografiert und sind anschließend mit speziellen Lesegeräten nutzbar.

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts entwickelten sich die Randlochkarten, bei denen Löcher in den Rand der Karte gestanzt sind und Schlitzlochkarten, bei denen sich die Löcher in der Kartenfläche befinden. Diese Handlochkarten erlauben die Codierung von Merkmalen zu den Inhalten, die auf der Karteikarte notiert sind. Durch die entsprechenden Löcher gesteckte lange Nadeln erlauben einfache boolesche Operationen auf codierten Kartenstapeln.

Karteien und Datenbanken[Bearbeiten]

Eine Kartei kann auf eine Datenbank elektronisch abgebildet werden. Im Gegensatz zu einer Datenbank besteht eine Kartei allerdings meist nur aus einer einzigen Ansammlung strukturgleicher Karteikarten. Die elektronische Entsprechung einer Kartei ist demnach die Tabelle einer Datenbank. Eine Karteikarte entspricht dann einer Zeile in dieser Tabelle.

Karteiarten[Bearbeiten]

Rollkartei für Adressen

Es gibt zwei Arten von Karteien:

  • Steilkartei:
    • Blockkartei, die Karten stehen hintereinander in einem Behälter, da jeweils nur eine Karte lesbar ist, muss eine Gliederung durch Ordnungsmerkmale erfolgen;
    • Schrägsichtkartei (Blocksichtkartei), die hintereinander stehenden Karten enthalten als Ordnungsmerkmale beschriftete schräge Fahnen (Schrägsicht);
    • Vor- und Nachteile: Übersicht: gering; Vollständigkeitskontrolle: schwierig; Ergänzungsmöglichkeiten: sehr gut; Raumbedarf: gering; Kosten: niedrig
  • Staffelkartei:
    • Flachsichtkartei, die Karten liegen übereinander in einem Staffelrahmen, der untere Rand jeder Karte ist sichtbar und enthält die gleich bleibenden Daten;
    • Breitstaffelsichtkartei, die Karten sind staffelförmig hintereinander so angeordnet, dass vor jeder Karte ein Rand (rechts und links) für die Beschriftung mit Informationen sichtbar ist;
    • Vor- und Nachteile: Übersicht: sehr gut; Vollständigkeitskontrolle: sehr leicht; Ergänzungsmöglichkeit: gering (zusätzliche Behälter); Raumbedarf: sehr hoch; Kosten: hoch

Beispiele[Bearbeiten]

Zettelkatalog einer Universitätsbibliothek
  • Ahnenstammkartei
  • Blockkartei, Breitstaffelkartei, Bückerkartei, Bewegungsdaten, Bibliothekskatalog
  • Druckdatum
  • Fächerkartei, Flachstaffelkartei
  • Geburtstagskartei
  • Hängekartei
  • Kartei.-liste,kopf,rumpf,fuß, Klienten.- Kundenkartei, Karteiführung
  • Lagerbestandskartei, Lieferkartei, Lernkartei
  • Mitgliedskartei, Mahnkartei
  • Ordnungsmittel
  • Personalkartei, Patientenkartei, Prüfungskartei
  • Radionskartei
  • Streifenkartei, Schrägsichtkartei, Schülerkartei, Schallplattenkartei, Stammdaten, Sachkartei
  • Terminkartei
  • Vertikalstaffelkartei

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Markus Krajewski: Zettelwirtschaft. Die Geburt der Kartei aus dem Geiste der Bibliothek. Kulturverlag Kadmos, Berlin 2002, ISBN 3-931659-29-1 (Copyrights 4).
  • Hans Petschar, Ernst Strouhal, Heimo Zobernig: Der Zettelkatalog. Ein historisches System geistiger Ordnung. Springer, Wien u. a. 1999, ISBN 3-211-83273-4.
  • Walter Porstmann: Karteikunde. Das Handbuch der Karteitechnik. 4. neu bearbeitete Auflage. Schwabe, Berlin 1950.