Katerina Belkina

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Katerina Belkina, Berlin 2015

Katerina Belkina (* 1974 in Kuibyschew) ist eine russische Fotografin und Malerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katerina Belkina wuchs in einem künstlerischen Haushalt auf. Auch ihre Mutter war Künstlerin. Ab 1989 studierte Belkina an der Kunstschule und der Petrow-Wodkin-Kunstakademie in Samara. Von 1994 bis 1999 arbeitete sie beim Verlag Fedorow in Samara. 2000 schrieb sie sich an der Michael-Musorin-Akademie für Fotografie in ihrer Heimatstadt ein und studierte dort bis 2002. Gleichzeitig arbeitete sie als Computergrafikerin bei einem russischen TV-Sender.[1] Mitte der 2000er Jahre wurde Belkina international bekannt, als die italienische Zeitschrift Il Fotografo sie in der Reihe „Große Fotografen“ vorstellte.[2] 2007 folgte eine Vorstellung in Fine Art Photo[3], 2008 in der türkischen Fotozeitschrift Bak.[4]

2007 wurde Katerina Belkina für den russischen Kandinsky-Preis nominiert. 2009/2010 nahm sie an der ersten Fotobiennale des Russischen Museums im Marmorpalast in Sankt Petersburg teil.[5][6] 2011 wurde ihr im Rahmen der 4. Moskauer Biennale für zeitgenössische Kunst eine von Tatiana Kurtanova kuratierte Ausstellung eingerichtet.[7] Während der Kunstmesse Art Paris 2013 wurde Belkina auch einem größeren Kunstpublikum bekannt. In der Berichterstattung über den Ehrengast Russland wurde Belkina häufiger erwähnt und ihre Werke wurden als beispielhaft für die moderne Kunstszene Russlands angeführt.[8][9][10][11][12]

Für Die Sünderin (Englisch: The Sinner) erhielt sie 2015 den mit 6.000 Euro dotierten Internationalen Lucas-Cranach-Preis[13][14] und gewann 2016 den Hasselblad Masters’ Competition.[15]

Sie ist Mitglied der Union der Fotografen Russlands.[16] Seit 2013 lebt und arbeitet sie in Berlin.[17]

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belkinas fotografisches Werk ist stark beeinflusst von der Malerei. Die Künstlerin fokussiert sich ganz auf Frauenporträts.[18] In den letzten Jahren sind es vor allem inszenierte Selbstporträts, die ihre Arbeit bestimmen.[19] So setzt sich Belkina In ihrem preisgekrönten Werk „Die Sünderin“ als Schwangere in Pose. Hinter ihr ist Christus und die Ehebrecherin von Lucas Cranach dem Jüngeren zu sehen. Belkina imitiert die Kleidung der Ehebrecherin und nimmt deren Platz ein, in dem sie sich vor diese setzt. So löst sie die Frau aus der Menge und stellt sie in das Zentrum des Bildes.[20] In der Serie „Paint“ kombiniert sie malerische und fotografische Elemente und stellte Gemälde berühmter Maler nach. Die Serie „Hieroglyph“ besteht aus Körperfragmenten, die zu Collagen verarbeitet wurden. In der Serie No Man's Land inszeniert sie ihre Figuren nach Protagonistinnen in Märchen und Fabeln, die sie mit archetypischen Vorstellungen verknüpft und mit Elementen der modernen Pop-Kultur schmückt.[21] Die Serie „Empty Spaces“ entstand 2010/11. Hier inszeniert sich Belkina in einem futuristischen Stil vor urbanen Räumen.

Ihre Fotografien wurde unter anderem in Photo Art, Twill, Kunstbeeld.NL[22], dem Monthly Photo Magazine[23], der Fine Art Photo, Zebra, National Geographic und der russischen Gala veröffentlicht.[16]

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2007: Kandinsky Preis, Moskau, nominiert für Projekt des Jahres[24]
  • 2008: Art4.ru Museum Awards, Moskau
  • 2008: Px3 Photo Competition, Paris (1., 2. und 3. Platz in verschiedenen Kategorien für die Serien „Paint“ und „Not a Man’s World“)
  • 2008: Art Interview – International Online Artist Competition, Berlin (1. Platz)
  • 2010: Px3 Photo Competition, Paris (1. Platz in der Kategorie „Portrait“)
  • 2012: IPA International Photography Awards, Los Angeles (1. Platz in den Kategorien „Fine Art, Collage“, „Fine Art, Portrait“, „People, Self-Portrait“ und „Special, Digitally Enhanced“)[25]
  • 2014: MIFA Moscow International Foto Awards, Moskau (1. Platz in der Kategorie „Fine Art“)
  • 2015: Internationaler Lucas-Cranach-Preis der Cranach-Stiftung (1. Platz)[26]
  • 2015: MIFA Moscow International Foto Awards, Moskau (1. Platz in zwei Kategorien)
  • 2016: Hasselblad Masters Award (1. Platz in der Kategorie „Art“)[27]

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2008: 25 women I loved, FotoLoft Gallery, Moskau, Russland
  • 2011: Empty Spaces, Einzelausstellung im Rahmen der 4. Moskau Biennale für zeitgenössische Kunst, FotoLoft Gallery, Moskau
  • 2014: Empty Spaces, Duncan Miller Gallery, Santa Monica, USA[28]
  • 2015: The Sinner, Being 3 Gallery, Peking, China[29]
  • 2016: Humanism, CreArte Studio, Oderzo, Italien[30]
  • 2017: Repast, Till Richter Museum, Buggenhagen[31]
  • 2017: Katerina Belkina, Direktorenhaus - Museum für Kunst Handwerk Design, Berlin[32]
Soloausstellung im Direktorenhaus Museum für Kunst Handwerk Design in Berlin

Gruppenausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Professionelle Fotografie, Nr. 4, 27. April 2011, S. 8–12
  • Rodrigo Castillo: Artista rusa se pone en los zapatos de los grandes maesrtos de la pintura. Las Ultimas Noticias, 22. Februar 2015, S. 30
  • Katerina Belkina. Ausstellungskatalog, Galerie Lilja Zakirova, Heusden 2015

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Katerina Belkina – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Belkina bei artmol.ru, abgerufen am 25. März 2016
  2. Dodo Veneziano: Fairy Forrest. Il Fotografo, Nr. 12, 2006, S. 7–18
  3. Fine Art Photo, Nr. 2. Mai 2007, S. 98/99
  4. Katerina Tumanova. BAK, Nr. 12, 2008, S. 154–165 (Online-Ausgabe)
  5. a b I Фотобиеннале Русского музея: Россия, которую они отобрали, fontanka.ru, 7. Dezember 2009 (russisch)
  6. E. N. Petrova: 1. Photobiennale of the Russian Museum. Palace Editions, Sankt Petersburg, Russland 2009, ISBN 978-3-940761-61-3, S. 485, 494, 560.
  7. Ausstellung „Empty Spaces“ (Memento des Originals vom 1. April 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/4th.moscowbiennale.ru, Website der Moskau Biennale, abgerufen am 26. März 2016
  8. Art Paris Art Fair. Palace Costes, Nr. 96, Februar/März 2013, S. 150
  9. Art Paris Art Fair regarde á l’Est. Le Journal des Arts, Nr, 387, März 2013, Titelseite und „Dossier“, S. 21–26
  10. Que faire à l’art fair de Paris. Grazia, 22. März 2013
  11. Marie C. Alibert: Art Paris Art Fair. Le Magazine, 22. März 2013, o. S.
  12. Focus sur art scène russe. Beaux Arts, 4/2013, o. S.
  13. Internationaler Lucas Cranach-Preis 2015 – Cranach 2.0 (Memento vom 26. März 2016 im Internet Archive)
  14. N. May: Cranach-Preis an Russin, Frankfurter Rundschau, 20. April 2015
  15. Hasselblad Masters’ Competition. Katerina Belkina, Winner 2016 Art (Memento des Originals vom 25. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hasselblad.com
  16. a b Vorstellung Katerina Belkina, Gebrüder-Lumière-Zentrum für Fotografie, abgerufen am 25. März 2016
  17. Katerina Belkina, artists.de
  18. Porzellanteint vor spiegelnder Hochhausfassade, taz, 21. Mai 2015, S. 15
  19. Katerina Belkina, LensCulture
  20. Pascale Rondez: Schlachtfeld der Sünde. Bildbetrachtung. BART — Magazin für Kunst und Gott, September 2015, S. 52/53
  21. Yulia Thikonova: Katerina Belkina: No Man’s World. Eyemazing, 6/2008, S. 164/165
  22. Cover, Kunstbeeld, Nr. 12, 2008
  23. Cover, Monthly Photo Magazine, Nr. 527, Dezember 2012
  24. Kandinsky Prize: 2007 • Kandinsky Prize. Abgerufen am 7. März 2018 (amerikanisches Englisch).
  25. Gewinner 2012, Website der IPA, abgerufen am 25. März 2016
  26. Fotografin Katerina Belkina erhält Lucas-Cranach-Preis, Deutschlandradio Kultur vom 19. April 2015, abgerufen am 25. März 2016
  27. Hasselblad Masters' Competition. Katerina Belkina, Winner 2016 Art (Memento des Originals vom 25. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hasselblad.com
  28. Ausstellungen der Duncan Miller Gallery, Galerie-Website, abgerufen am 25. März 2016
  29. 在3画廊 BEING 3 GALLERY. Abgerufen am 7. März 2018.
  30. CreArte Studio. Abgerufen am 24. März 2016 (italienisch).
  31. Katerina Belkina - Till Richter Museum. In: Till Richter Museum. (tillrichtermuseum.org [abgerufen am 7. März 2018]).
  32. Katerina Belkina | Direktorenhaus Museum für Kunst Handwerk Design. Abgerufen am 7. März 2018.
  33. Galerie EXPRMNTL - galerie art contemporain toulouse - photographie - peinture - dessin - vidéo - installation - 02 / 03 - 2010 - Contes russes - Re-Cycle, Oleg DOU, Dmitry SOKOLENKO, Dunya ZAKHAROVA... Abgerufen am 7. März 2018 (französisch).
  34. Urbanautica. Abgerufen am 7. März 2018 (englisch).
  35. Aeroplastics contemporary: Humble me. Abgerufen am 7. März 2018.
  36. Jutta Brinkmann: Stiftung Christliche Kunst Wittenberg - Sonderausstellungen - Rückblick - "Cranach und die Moderne" Ausstellung vom 19. April bis 01. November 2015. Abgerufen am 7. März 2018.
  37. Corinna Ritz: Stiftung Christliche Kunst Wittenberg: Dialog mit Cranach. In: Mitteldeutsche Zeitung. (mz-web.de [abgerufen am 7. März 2018]).
  38. Landesausstellung "Cranach der Jüngere 2015". Abgerufen am 7. März 2018.
  39. www.cinziabattagliola.it: „Photographer“ donne che fotografano le donne. Abgerufen am 7. März 2018.
  40. OSTRALE: OSTRALE 17 - OSTRALE´016. Abgerufen am 7. März 2018.
  41. C.A.M Galeri - Until It Turns Slightly Pink… Abgerufen am 7. März 2018 (amerikanisches Englisch).
  42. About the Exhibition - Stiftung Museum Kunstpalast. Abgerufen am 7. März 2018 (englisch).
  43. Lucas Cranach in Düsseldorfer | WELTKUNST. In: WELTKUNST, das Kunstmagazin der ZEIT. 7. April 2017 (weltkunst.de [abgerufen am 7. März 2018]).
  44. Human / Digital: a symbiotic love affair - Kunsthal. Abgerufen am 7. März 2018 (niederländisch).
  45. www.en.mnwr.art.pl. Abgerufen am 7. März 2018 (englisch).
  46. Jutta Brinkmann: Stiftung Christliche Kunst Wittenberg - Sonderausstellungen - "Denn durch die Liebe wird der Mensch besser". Abgerufen am 7. März 2018.
  47. »SO WEIT – SO GUT« Fotografische Sonderausstellung in der Kunsthalle Erfurt vom 12. Oktober bis 30. Dezember 2017 | HANT - Magazin für Fotografie. Abgerufen am 7. März 2018.