Okavangoland

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Flagge des Okavangolandes
Lage des Okavangoland im südlichen Afrika
Karte des Okavangoland

Das Okavangoland[1] (häufig auch nur Kavangoland) ist ehemaliges Homeland in Namibia (dem früheren Südwestafrika) und Heimat des Volks der Kavango. Der Begriff stammt aus der deutschen Kolonialzeit und der Zeit der südafrikanischen Besatzung. Von 1970 bis 1990 war das Kavangoland ein Homeland nach südafrikanischem Muster. 1973 erhielt es einen teilautonomen Status.

Die Proclamation 196 vom 14. August 1970 der südafrikanischen Besatzungsbehörden bildete die Rechtsgrundlage zur Errichtung des Kavango Legislative Council im formals als Okavango bezeichneten Siedlungsgebiet, das jeweils aus sechs Personen pro Stammesgruppe mit ihrem Häuptling bestand. Geleitet wurde es durch ein Executive Committee aus je einem Vertreter der fünf tribal authorities (deutsch etwa: „Stammesleitungen“). Den Vorsitz führte ein gewählter Chief Councillor (deutsch etwa: „Amtsvorsteher“). Gemäß der Proclamation 238 vom 16. Oktober 1970 wurden fünf Verwaltungsbereiche gebildet. Diese umfassten die Ressorts authority affairs and finance (Allgemeine Anliegen und Finanzen), works (Öffentliche Arbeiten), education and culture (Bildung und Kultur), justice and community affairs (Justiz und Gemeinschaftsangelegenheiten) sowie agriculture (Landwirtschaft).

Das Kavango Legislative Council hatte seinen Verwaltungssitz in Rundu. Dessen erste Tagungsperiode wurde in Anwesenheit des südafrikanischen Ministers für Bantu Administration and Development im Oktober 1970 eröffnet.[2]

Das Okavangoland umfasste zum Großteil die heutige namibische Regionen Kavango-Ost und -West. Es war 41.701 Quadratkilometer groß und Heimat von 28.000 Menschen (1964). Traditionell herrschten hier die Kavango-Könige.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Development of Self-Government for Native Nations of South-West Africa Act, No. 54 of 1968 Republic of South Africa, 1968.
  2. SAIRR: A Survey of Race Relations in South Africa 1970. Johannesburg 1971, S. 285