Kazem Rajavi

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Kazem Rajavi (* 8. Februar 1934 in Tabas; † 24. April 1990 in Genf) war ein iranischer Rechtsanwalt, Soziologe und Menschenrechtsaktivist sowie Bruder des Oppositionspolitikers Massoud Rajavi.

Leben[Bearbeiten]

Rajavi hielt sechs Doktorgrade auf den Gebieten Recht, Politikwissenschaften und Soziologie der Universitäten Paris und Genf.

Kurz nach seiner Ernennung durch Abū l-Hasan Banīsadr als erster Botschafter der Islamischen Republik bei den Vereinten Nationen in Genf trat er wegen der Hinrichtungen, willkürlichen Verhaftungen und Folterungen durch das Mullah-Regime zurück. Rajavis Vorgänger im Amt war der noch vom Schah eingesetzte Fereydoon Hoveyda[1].

Nach seiner kurzen Botschaftertätigkeit engagierte sich Rajavi in der Schweiz gegen Menschenrechtsverletzungen im Iran und galt als Vertreter der von Banīsadr und seinem Bruder Massoud im Exil gegründeten iranischen Oppositionsbewegung Nationaler Widerstandsrat Iran (NCRI). Er wurde am 24. April 1990 auf offener Straße niedergeschossen, als er auf der Fahrt von Genf in seinen Wohnort Coppet zurückfuhr.[2]

Der Schweizer Untersuchungsrichter Roland Chatelain bestätigte die Verwicklung zahlreicher hochrangiger Vertreter der Iranischen Regierung bei dem aufwändig geplanten Coup. Als Beteiligte wurde Alī Akbar Hāschemī Rafsandschānī, der Geheimdienstminister Ali Fallahian und der spätere Botschafter Irans in Deutschland, Mohammad Mehdi Akhoundzadeh Basti,[2] genannt. Aufgrund dieser Untersuchungen wurde 16 Jahre nach der Tat wegen Mordes an Rajavi ein internationaler Haftbefehl gegen Ali Fallahian bei Interpol ausgestellt.[3][4]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Washington Post, 8. November 2006: Fereydoun Hoveyda; Iranian Delegate to United Nations During Shah's Rule
  2. a b Iranfocus.com, 23. Mai 2010: Exclusive: Profile of an assassin-turned-diplomat
  3. swissinfo.ch, 9. April 2006: Haftbefehl gegen iranischen Ex-Minister
  4. Wanted FALLAHIJAN, Ali (Memento vom 13. Dezember 2012 im Webarchiv Archive.today) interpol.int (abgerufen am 23. Januar 2012)