Kies-Steinbrech

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Kies-Steinbrech
Kies-Steinbrech (Saxifraga mutata)

Kies-Steinbrech (Saxifraga mutata)

Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Steinbrechartige (Saxifragales)
Familie: Steinbrechgewächse (Saxifragaceae)
Gattung: Steinbrech (Saxifraga)
Art: Kies-Steinbrech
Wissenschaftlicher Name
Saxifraga mutata
L.

Der Kies-Steinbrech (Saxifraga mutata) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Steinbrech (Saxifraga) in der Familie der Steinbrechgewächse (Saxifragaceae).

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kies-Steinbrech (Saxifraga mutata) am Monte Baldo (Italien)

Der Kies-Steinbrech ist eine ausdauernde Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 60 Zentimeter erreicht. Sie wächst lockerrasig und bildet bis zu 12 Zentimeter große Blattrosetten. Die Blätter sind 10 bis 60 Millimeter lang, 7 bis 12 Millimeter breit, länglich-zungenförmig bis linealisch, stumpf, fleischig, ledrig und dunkelgrün glänzend. Der Rand ist knorpelig, ungezähnt und am Grund steif bewimpert. Am Stängel befinden sich zahlreiche Blätter, die mehr spatelig sind. Er ist drüsig behaart, verzweigt sich bereits unterhalb der Mitte und trägt einen reichblütigen, rispigen Blütenstand. Die Kronblätter haben eine Länge von 5 bis 8 Millimeter und sind linealisch-lanzettlich, spitz und zitronengelb bis tieforange gefärbt. Die Kelchblätter sind nur halb so lang, eiförmig und drüsig.

Blütezeit ist von Juni bis August.

Die Art hat die Chromosomenzahl 2n = 16, 26, 28 oder 32[1].

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kies-Steinbrech kommt in den Alpen und im Alpenvorland montan bis subalpin auf feuchten Felsen (Nagelfluh, Sandstein, Mergel, Kalk und Schiefer) sowie auf tonigen Böden in Höhenlagen von 800 bis 2200 Meter vor. Darüber hinaus kommt er auch in den Karpaten vor. In den Allgäuer Alpen steigt sie bis zu 1250 Metern Meereshöhe auf.[2] Das Zurücktreten oder weitgehende Fehlen dieser Art in den Zentralalpen wird auf die pleistozäne Vergletscherung der Alpen zurückgeführt. Die vorzugsweise in tieferen Lagen siedelnde Art wurde dadurch stärker beeinträchtigt als etwa die verwandten hochalpinen Arten, die auf Nunatakkern überdauern konnten.

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kies-Steinbrech liebt sickernasse, kalkreiche, humus- und feinerdearme Stein- und Kiesböden in luftfeuchter, beschatteter Standortslage. Er ist eine Charakterart des Astero-bellidiastri-Saxifragetum-mutatae (Verband Caricion davallianae), kommt aber auch in Gesellschaften des Cratoneurion commutati oder des Potentillion caulescentis vor[3].

Unterarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom Kies-Steinbrech sind zwei Unterarten bekannt[1]:

  • Saxifraga mutata subsp. demissa (Schott & Kotschy) D.A. Webb (Syn.: Saxifraga demissa Schott & Kotschy); diese Unterart kommt nur in den Südkarpaten vor; sie hat die Chromosomenzahl 2n = 16.
  • Saxifraga mutata subsp. mutata; sie kommt in den Alpen und selten auch in den Karpaten vor.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Xaver Finkenzeller, Jürke Grau: Alpenblumen (Steinbachs Naturführer). Mosaik Verlag GmbH, München 1996, ISBN 3-576-10558-1.
  • Herbert F. J. Huber in Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage, Band IV, Teil 2 A, Seite 162-163. Verlag Carl Hanser, München, 1961.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Jaakko Jalas, Juha Suominen, Raino Lampinen, Arto Kurtto: Atlas florae europaeae. Band 12 (Resedaceae to Platanaceae). Seite 168, Helsinki 1999. ISBN 951-9108-12-2.
  2. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1, Seite 658. IHW-Verlag, Eching bei München, 2001. ISBN 3-930167-50-6
  3. Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Seite 489. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001. ISBN 3-8001-3131-5

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kies-Steinbrech – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien