Kirchdaun

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Kirchdaun
Koordinaten: 50° 34′ 14″ N, 7° 10′ 3″ O
Höhe: 145 m ü. NHN
Einwohner: 368 (30. Jun. 2015)[1]
Eingemeindung: 7. Juni 1969
Postleitzahl: 53474
Vorwahl: 02641
Kirchdaun (Rheinland-Pfalz)
Kirchdaun

Lage von Kirchdaun in Rheinland-Pfalz

Kirche Sankt Lambertus
Kirche Sankt Lambertus

Kirchdaun ist ein Stadtteil und ein Ortsbezirk der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler im Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz. Bis 1969 war Kirchdaun eine eigenständige Gemeinde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es wird angenommen, dass der Name Kirchdaun keltischen oder gallorömischen Ursprungs ist. Er enthält den Wortstamm -dunum, der so viel bedeutet wie Höhenbefestigung, und bezog sich wohl auf umliegende, markante Anhöhen.[2][3] Aus römischer Zeit sind im Gebiet von Kirchdaun zwei Siedlungsstellen bekannt, wahrscheinlich von Einzelgehöften. Im Jahre 1105, spätestens jedoch 1140, scheinen die Grafen von Are die Herrschaft über Weinberge in Kirchdaun und Gimmigen besessen zu haben. Am 31. März 1131 bestätigte Papst Innozenz II. dem Bonner St. Cassius-Stift als Stiftsherren, den vierten Teil einer Stiftung in der Kirche zu Duna. Gimmigen wird im Jahr 1155 als zum Fiskus Remagen/Sinzig gehörig bezeichnet.[3] Mit der erwähnten Verpfändung verlassen Kirchdaun und Gimmigen den Villifikationsverband der Grafschaft Neuenahr, um bis 1801 Bestandteil der Herrschaft Landskron zu bleiben.

Über ein Jahrtausend lang führte die als Krönungsstraße bzw. Heerstraße Frankfurt-Aachen oder „kaiserliche Straße“ (für Kirchdaun 1493), berühmte Fernverkehrsstraße, die im Mittelalter stark frequentiert war, durch Kirchdaun. Bei Kirchdaun führte eine Abzweigung in Richtung Remagen ins Rheintal. Vermutlich wegen der Heerstraße war Kirchdaun mit Wall, Graben und Toren befestigt.[4][5] Nachdem Kirchdaun ursprünglich zum Besitz der Grafen von Neuenahr gehörte, gingen 1272 Teile von Kirchdauns Grundherrschaft in die Hände Gerhards III. von Landskron über. Bis in die Zeit der Französischen Revolution sollten die Herren von Landskron Besitzer und Grundherren von Kirchdaun sein.

Kirchdaun ging in der Folge in wechselnde Hände über. 1638 erwarb der Herzog von Jülich die landesherrlichen Rechte an dem Ort. Während des Dreißigjährigen Kriegs wurde Kirchdaun schwer geplündert.[6] Zwischen 1666 und 1668 wütete der Schwarze Tod, die Pest in Kirchdaun. Insgesamt fielen der Epidemie 85 Menschen zum Opfer.[7] 1680 entstand die erste Schule. Von 1739 bis 1793 wurden in Kirchdaun im Untertagebau Eisenerz und Buntmetalle – vor allem Blei und Kupfer – gefördert, vor allen Dingen an den Plätzen Goldgrube, Scheid, dem Arget und an den Eisenschächten Urbers.[8]

1748 wurde das Schiff der sehr renovierungsbedürftigen Pfarrkirche St. Lambertus neu errichtet. 1842 wurde die Kirche nach einer großen Überschwemmung aber noch stärker geschädigt. Von 1908 bis 1921 wurde die Kirche renoviert, 1928 der Turm wegen Baufälligkeit abgerissen. Eingepfarrt ist Gimmigen nach Kirchdaun.

Am 7. Juni 1969 wurde Kirchdaun in die neue Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler eingegliedert.[9]

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Heimersheim gibt es eine Grundschule. In dem 1974 erbauten Gebäude werden 140 Schüler aus den Stadtteilen Ehlingen, Gimmigen, Green, Heimersheim, Heppingen, Kirchdaun und Lohrsdorf unterrichtet. Außerdem war dort bis zum Schuljahr 2013/14 auch ein Schulkindergarten angegliedert.[10][11]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christian von Stramburg, Anton Joseph Weidenbach (Hrsg.): Denkwürdiger und nützlicher rheinischer Antiquarius… Abt. 3, Band 10. Koblenz 1864, S. 401 f (google books [abgerufen am 18. November 2015]).
  • Gerhard Knoll: Herrschaft und Kirchspiel Kirchdaun. In: Heimatjahrbuch Kreis Ahrweiler 1980, S. 78

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kirchdaun – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, Einwohnerstatistik per 30. Juni 2015
  2. Arnulf Krause: Auf den Spuren der Kelten im Kreis Ahrweiler. In: Heimatjahrbuch Kreis Ahrweiler 2004. S. 111 (Online-Ausgabe [abgerufen am 18. November 2015]).
  3. a b Gerhard Knoll: Herrschaft und Kirchspiel Kirchdaun. In: Heimatjahrbuch Kreis Ahrweiler 1980. S. 78 (Online-Ausgabe [abgerufen am 18. November 2015]).
  4. Klaus Flink: Der Abschnitt Sinzig-Düren der Krönungsstraße von Frankfurt nach Aachen. In: Heimatjahrbuch Kreis Ahrweiler 1976. S. 35 (Online-Ausgabe [abgerufen am 18. November 2015]).
  5. Die Aachener-Frankfurter Heerstraße. In: www.kirchdaunerdorfmusikanten.de. Abgerufen am 18. November 2015 (private Website).
  6. Peter Schug: Geschichte der zum ehemaligen kölnischen Ahrgaudekanat gehörenden Pfarreien der Dekanate Adenau, Ahrweiler und Remagen. Hrsg.: Matthias Schuler (= Geschichte der Pfarreien der Diözese Trier. Band 4). Kommissionsverlag des Bistumsarchivs, Trier 1952, DNB 454499698.
  7. Georg Jakob Meyer: Der schwarze Tod in Kirchdaun (1666–1668). In: Heimatjahrbuch Kreis Ahrweiler 1970. S. 102 (Online-Ausgabe).
  8. Gerhard Knoll: Das Erzbergwerk bei Kirchdaun und die Geschichte des Bergbaus im unteren Ahrtal 1739–1793. Hrsg.: Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler. 1981.
  9. Amtliches Gemeindeverzeichnis (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 407). Bad Ems Februar 2016, S. 158 (PDF; 2,8 MB).
  10. Grundschule Heimersheim abgerufen am 25. Januar 2014
  11. Ehemaliger Schulkindergarten Heimersheim abgerufen am 25. Januar 2015