Bad Neuenahr-Ahrweiler

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler
Bad Neuenahr-Ahrweiler
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler hervorgehoben
Koordinaten: 50° 33′ N, 7° 7′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Ahrweiler
Höhe: 99 m ü. NHN
Fläche: 63,4 km2
Einwohner: 27.468 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 433 Einwohner je km2
Postleitzahl: 53474
Vorwahlen: 02641,
02646 (Ramersbach)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: AW
Gemeindeschlüssel: 07 1 31 007
Stadtgliederung: 10 Ortsbezirke,[2]
13 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hauptstraße 116
53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler
Webpräsenz: www.bad-neuenahr-ahrweiler.de
Bürgermeister: Guido Orthen (CDU)
Lage der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler im Landkreis Ahrweiler
Remagen Grafschaft (Rheinland) Bad Neuenahr-Ahrweiler Sinzig Bad Breisig Brohl-Lützing Gönnersdorf (bei Bad Breisig) Waldorf (Rheinland-Pfalz) Burgbrohl Wassenach Glees Niederzissen Wehr (Eifel) Galenberg Oberzissen Brenk Königsfeld (Eifel) Schalkenbach Dedenbach Niederdürenbach Oberdürenbach Weibern (Eifel) Kempenich Hohenleimbach Spessart (Brohltal) Heckenbach Kesseling Kalenborn (bei Altenahr) Berg (bei Ahrweiler) Kirchsahr Lind (bei Altenahr) Rech Dernau Mayschoß Altenahr Ahrbrück Hönningen Kaltenborn Adenau Herschbroich Meuspath Leimbach (bei Adenau) Dümpelfeld Nürburg (Gemeinde) Müllenbach (bei Adenau) Quiddelbach Hümmel Ohlenhard Wershofen Aremberg Wiesemscheid Kottenborn Wimbach Honerath Bauler (Landkreis Ahrweiler) Senscheid Pomster Dankerath Trierscheid Barweiler Reifferscheid Sierscheid Harscheid (bei Adenau) Dorsel Hoffeld (Eifel) Wirft Rodder Müsch Eichenbach Antweiler Fuchshofen Winnerath Insul Schuld (Ahr) Nordrhein-Westfalen Landkreis Neuwied Landkreis Vulkaneifel Landkreis Mayen-KoblenzKarte
Über dieses Bild
Der Marktplatz in Ahrweiler
Stadtwache in Ahrweiler, vom Marktplatz aus gesehen
Kurpark in Bad Neuenahr
Blick vom Rotweinwanderweg auf die Stadt

Bad Neuenahr-Ahrweiler ist eine verbandsfreie Stadt und Sitz der Kreisverwaltung des Landkreises Ahrweiler im nördlichen Rheinland-Pfalz. Bad Neuenahr-Ahrweiler ist ein staatlich anerkanntes Heilbad und gemäß Landesplanung als Mittelzentrum ausgewiesen.[3]

Die Stadt entstand 1969 durch Fusion der beiden Nachbarstädte Ahrweiler und Bad Neuenahr sowie der vier Gemeinden Gimmigen, Heimersheim, Kirchdaun und Lohrsdorf der Verbandsgemeinde Bad Neuenahr. 1974 wurde die damalige Ortsgemeinde Ramersbach als südlichster Stadtteil eingemeindet.

Unter der G20-Präsidentschaft Deutschlands 2017 werden vom 18. bis 19. Mai alle Arbeitsminister der Gruppe der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer in Bad Neuenahr-Ahrweiler tagen.[4][5] 2022 wird Bad Neuenahr-Ahrweiler die fünfte rheinland-pfälzische Landesgartenschau ausrichten.[6]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bad Neuenahr-Ahrweiler liegt im Ahrtal im linksrheinischen Teil des Rheinlandes, im Norden von Rheinland-Pfalz, etwa zehn Kilometer von der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen entfernt. Die nächstgelegenen Großstädte (mindestens 100.000 Einwohner) sind die Bundesstadt Bonn (Luftlinie: 21 Kilometer), Koblenz (40 Kilometer) und Köln (45 Kilometer). Die Stadt ist von Bergen umgeben, die zum Ahrgebirge gehören und an deren Südhängen Weinbau betrieben wird.

Der höchste Berg im Stadtgebiet ist das Häuschen mit 506 m ü. NHN. Weitere Erhebungen sind der südlich gelegene Steckenberg (371 m) und der Neuenahrer Berg (339 m) sowie die östlich die Talerweiterung abschließende Landskrone (272 m). Auf den beiden letztgenannten Bergen standen einst Burgen.

Bad Neuenahr-Ahrweiler, Luftaufnahme (2016)
Landskrone, Luftaufnahme (2016)

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler grenzt an neun Städte, Gemeinden und Ortsgemeinden.

Grafschaft Remagen
Dernau Kompass Sinzig
Rech
Kesseling
Heckenbach
Schalkenbach Königsfeld

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bad Neuenahr-Ahrweiler ist in Ortsbezirke, die aus einem oder mehreren Stadtteilen bestehen, gegliedert. Die Stadt hat 10 Ortsbezirke mit 13 Stadtteilen.[2] Die Ortsbezirke werden durch Ortsvorsteher und Ortsbeiräte vertreten. Der größte Stadtteil, Bad Neuenahr, wurde 1875 aus drei Gemeinden gebildet, die auch heute noch als Ortsteile verstanden werden.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wohnhaft in der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler sind 27.468 Personen (31. Dezember 2015).[1] Die Einwohner verteilen sich auf 14.940 Wohnungen.[3] Mit einer statistischen Bevölkerungsdichte von 433,25 Einwohnern pro Quadratkilometer ist die Stadt vergleichsweise dicht bevölkert (Deutschland weist eine Bevölkerungsdichte von 230 Einwohnern je Quadratkilometer auf). Der Anteil der weiblichen Bevölkerung übersteigt mit 53,5 Prozent jenen der männlichen mit 46,5 Prozent. Die größten Altersgruppen sind jene der 50- bis 64-jährigen (21,9 Prozent) und der 65- bis 79-jährigen (21,5 Prozent). Der Altenquotient (Bevölkerung ab 65 Jahre je 100 der 20- bis unter 65-jährigen Bevölkerung) übersteigt mit 60,9 Prozent den Jugendquotient (Unter-20-jährige je 100 der 20- bis unter 65-jährigen Bevölkerung) mit 29,6 Prozent. Die Bevölkerung nahm im Jahr 2015 gegenüber dem Vorjahr um 333 Personen (1,2 Prozent) zu. Der Ausländeranteil (gemeldete Einwohner ohne deutsche Staatsangehörigkeit) bezifferte sich auf 9,0 Prozent am 31. Dezember 2015.[3]

Einwohnerstatistik per 30. Juni 2015 (Haupt- und Nebenwohnung)[7]
Ortsbezirk Untergliederung Einwohnerzahl
Ahrweiler Stadtteil: Ahrweiler 7.411
Bachem Stadtteil: Bachem 1.214
Bad Neuenahr Ortsteile: Beul, Hemmessen und Wadenheim 12.132
Gimmigen Stadtteil: Gimmigen 735
Heimersheim Stadtteile: Heimersheim und Ehlingen 3.194
Heppingen Stadtteil: Heppingen 873
Kirchdaun Stadtteil: Kirchdaun 368
Lohrsdorf Stadtteile: Lohrsdorf und Green 672
Ramersbach Stadtteil: Ramersbach 567
Walporzheim Stadtteile: Walporzheim und Marienthal 698

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Bad Neuenahr-Ahrweiler bezogen auf das heutige Stadtgebiet; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[1][3]

Jahr Einwohner
1815 5.276
1835 6.508
1871 7.328
1905 12.104
1939 15.795
1950 18.091
Jahr Einwohner
1961 21.652
1970 24.015
1987 24.608
1997 26.668
2005 27.589
2015 27.468

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altertum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Funde aus der Hallstattzeit (1000 bis 500 v. Chr.) zeigen, dass Kelten in der Region ansässig waren und Ackerbau und Viehzucht betrieben. In den Jahren 58 v. Chr. bis 50 v. Chr. wurde der Gallische Krieg geführt, eine Folge daraus war die fast vollständige Vernichtung der autochthonen keltischen Urbevölkerung, die dem Stamm der Eburonen angehörte. Germanische Stammesverbände rückten in die linksrheinischen Gebiete am Mittelrhein ein. Aus dem 1. bis 3. Jahrhundert existieren zahlreiche Funde aus der Römerzeit; unter anderem die Villa Rustica am Silberberg.

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anno 893 wurde Ahrweiler erstmals im Prümer Urbar (Güterverzeichnis aus der Benediktinerabtei Prüm) als Arwilre, Arewilre, Arewilere und später Arweiller benannt. Danach besaß die Abtei in Ahrweiler einen Herrenhof mit 24 Hofstellen, 50 Morgen Ackerland und 76 Morgen Weinberge. Das Dorf Wadenheim wurde 992, also knapp einhundert Jahre danach, erstmals genannt, Hemmessen folgte im Jahr 1106. Die erste urkundliche Erwähnung einer Pfarrkirche in Ahrweiler stammt aus dem Jahr 1204, um 1225 wurde die Burg und die Grafschaft Neuenahr (Newenare) durch den Grafen von Are-Nürburg errichtet, das Geschlecht wurde nach der Burg benannt. Zwanzig Jahre darauf ließ König Konrad IV. Ahrweiler durch Burggraf Gerhard von Landskron brandschatzen. Die Ortschaft wurde 1246 an das Erzbistum Köln verschenkt.

Am 2. August 1248 erfolgte die Bestätigung der Stadtrechte den Bürgern Ahrweilers durch Erzbischof Konrad I. von Are-Hochstaden in Are (Altenahr). 1250 begann der Bau der heute noch existierenden Stadtmauer von Ahrweiler, dieser wurde etwa zehn Jahre später abgeschlossen. Um das Jahr 1255 herum wurde Ahrweiler bereits regelmäßig Stadt (lateinisch oppidum = „Stadt“) genannt, erhielt allerdings erst 1320 das Stadtsiegel. Im Jahr 1269 wurde mit dem Bau der St.-Laurentius-Pfarrkirche begonnen. Eine Urkunde vom 22. Februar 1277 enthält erstmals den Beleg Ahrweilers als Stadtgemeinde und nennt die Vertreter der kommunalen Selbstverwaltung: Schöffen, Bürger und Gemeinde von Ahrweiler (scabini, burgenses ac universitas in Arwilre).[8]

Spätestens im 13. Jahrhundert leben unter dem Schutz des Kölner Erzbischofs Juden in Ahrweiler. Im Verlauf der Pestpogrome 1348/49 wird die jüdische Gemeinde ausgelöscht; seit 1367/70 sind wieder Juden in der Stadt. Auch eine Mikwe lässt sich nachweisen. Unter den jüdischen Einwohnern der Stadt werden auch Schriftgelehrte genannt.[9]

Die Herzöge von Jülich erhielten 1343 die Grafschaft Neuenahr zum Lehen. Um 1350 wurden erstmals die innerstädtischen Viertel Oberhut, Adenbachhut, Niederhut und Ahrhut genannt. Im Jahr 1352 folgten nach dem Tod des Grafen Wilhelm von Neuenahr schwere Erbstreitigkeiten, da sein Geschlecht in männlicher Linie mit ihm ausstarb. Aus dem Jahr 1365 stammt das älteste erhaltene Stadtsiegel von Ahrweiler. 1366 trat Ahrweiler dem Landfriedensbündnis Maas-Rhein bei,[10] das am 13. Mai 1351 zwischen Erzbischof Wilhelm von Gennep, dem Herzog Johann von Brabant, dessen Sohn Herzog Gottfried von Limburg (* 1347, † 1352) und den Städten Köln und Aachen auf zehn Jahre vereinbart und dann stetig verlängert worden war.[11]

Zu einem Eingriff durch den Erzbischof von Köln Friedrich III. von Saarwerden kam es 1372, die Burg Neuenahr wurde zerstört und Kurköln zum Mitbesitzer der Grafschaft. Zwei Jahre darauf erfolgte die erste Nennung des Dorfes Beul in der Grafschaft Neuenahr. Die Ahrweiler Huten (Ahrhut, Niederhut, Oberhut, Adenbachut), ursprünglich fiskalische Bürgergemeinschaften, wurden 1411 mit Wehraufgaben betraut.

Nach dem Tod des Erzbischofs und Kurfürsten Dietrich II. von Moers am 14. Februar 1463 waren nahezu alle Schlösser, Burgen, Ämter und Renten in den Händen von Pfandinhabern. Infolgedessen kam es in Kurköln am 26. März 1463 zur rheinischen Erblandesvereinigung, die vom Erzbischof beschworen werden musste. An ihr beteiligte sich das Kölner Domkapitel, die Grafen, Ritter und die bedeutendsten Städte. Auch die Stadt Ahrweiler besiegelte die Vereinigung.[12] Im Verlauf der Kölner Stiftsfehde (1473–1480) wurde Ahrweiler im April und Mai 1474 durch Truppen des Kölner Erzbischofs Ruprecht von der Pfalz belagert. Mauern und Huten wehrten die Angriffe ab.[13]

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus dem Jahr 1510 stammt die älteste überlieferte Stadtordnung für Ahrweiler. 36 Jahre später, 1546, kam es zur Rückeroberung der Grafschaft Neuenahr durch den Herzog von Jülich; seitdem war die Grafschaft mit dem Herzogtum Jülich als Amt Neuenahr vereint. Auch in Ahrweiler gab es Hexenverfolgungen. Eine erste, überlieferte Aktennotiz deutet auf eine entsprechende Hinrichtung 1501 hin: Do Tryne van Eich verbrant wart, heißt es in der Ratsnotiz. Details überliefert eine für die Jahre 1628/29 überlieferte, ausführliche Generalrechnung was wegen des Hexenwesenß alhi neben den special gerichtlichen rechnunghen so vff jeder persohn gestelt vor Uncosten drufgangen. Die Hinrichtungen fanden danach auf Honenstein hinter dem Kalvarienberg statt.[14] 1629 erreichte die Hexenverfolgung mit der Verbrennung der Frau des Bürgermeisters Stapelberg ihren Höhepunkt. In der besagten Rechnungslegung der Ahrweiler Hexenprozesse sind 26 Personen namentlich aufgeführt, die verbrannt worden waren.[15]

Mit dem Vertrag von Xanten aus dem Jahr 1614 infolge des Jülich-Klevische Erbfolgestreits fiel Neuenahr an das Herzogtum Pfalz-Neuburg. Generalfeldmarschall Wolf Heinrich von Baudissin erzwang 1632 den Einzug in die Stadt, gegen die Entrichtung einer hohen Summe am 11. Dezember kam es zu keinen Plünderungen. Vier Jahre darauf eroberte Bernhard von Sachsen-Weimar Ahrweiler. Nach einer Niederlage der kaiserlichen Truppen in der Schlacht bei Krefeld (Niederrhein) unter General Guillaume de Lamboy am 17. Januar 1642 wurden 2200 Mann zu Fuß und 700 Kavalleristen für vier Monate lang nach Ahrweiler gelegt; es kam zu Plünderungen, Brandschatzungen, Raub, Vergewaltigungen. Im Juli 1646 eroberte der französische General Vicomte de Turenne Ahrweiler. Wieder kam es zu Plünderungen, zu Raub und Mord.[16][17] Nur zwei Jahre danach forderte die Pest mehr Menschenleben als zuvor der Dreißigjährige Krieg.

Neuenahr fiel mit Jülich-Berg 1685 an die Kurpfalz. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg besetzten französische Truppen am 7. September 1688 Ahrweiler. Bei ihrem Rückzug unter General Henri d’Escoubleau, comte de Montluc setzten die Franzosen die Stadt am 1. Mai 1689 in Brand; Ahrweiler wurde bis auf zehn Häuser niedergebrannt.

Bis Ende des 18. Jahrhunderts gehörte das heutige Stadtgebiet zu verschiedenen Territorien:[18]

Im Jahr 1794 wurde das gesamte Linke Rheinufer im ersten Koalitionskrieg von französischen Revolutionstruppen besetzt. Von 1798 bis 1814 gehörte das heutige Stadtgebiet zum Rhein-Mosel-Departement (französisch Département de Rhin-et-Moselle), Ahrweiler wurde Hauptort (chef-lieu) des gleichnamigen Kantons, die übrigen heutigen Stadtteile gehörten zum Kanton Remagen.

Anfang des Jahres 1814 endete die französische Herrschaft in den linksrheinischen Gebieten. Das vorherige Rhein-Mosel-Departement wurde vorläufig dem Generalgouvernement Mittelrhein zugeordnet. Aufgrund der auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen kam die Region 1815 zum Königreich Preußen. Unter der preußischen Verwaltung kam das heutige Stadtgebiet 1816 zum neu errichteten Kreis Ahrweiler im Regierungsbezirk Koblenz, der Teil der Provinz Großherzogtum Niederrhein und von 1822 an Teil der Rheinprovinz war. Das heutige Stadtgebiet wurde von der Bürgermeisterei Ahrweiler verwaltet, Ramersbach gehörte zur Bürgermeisterei Königsfeld. Die Stadt Ahrweiler schied 1857 aus dem Bürgermeistereiverband aus und bildete einen eigenen städtischen Verwaltungsbezirk.

Der Straßentunnel bei Altenahr wurde 1834 eröffnet, damit begann der Fremdenverkehr. Etwa 20 Jahre darauf – 1852 – wurde der Apollinarisbrunnen erbohrt. Im Jahr 1856 wurden die Heilquellen erschlossen und zwei Jahre später ein Heilbad in Wadenheim gegründet.[19]

Im Jahre 1875 erfolgte die Zusammenlegung der Orte Wadenheim, Hemmessen und Beul zur Gemeinde Neuenahr (hergeleitet aus dem Namen der ehemaligen Burg und Grafschaft). Die Bürgermeisterei Ahrweiler-Land wurde in Bürgermeisterei Neuenahr umbenannt, der Sitz des Bürgermeisters und der Verwaltung wurde von Ahrweiler nach Wadenheim verlegt. Die Ahrtalbahn von Remagen bis Ahrweiler wurde 1880 eröffnet (1886 führte sie bis Altenahr, 1910 erfolgte der zweigleisige Ausbau). Von 1906 bis 1917 verkehrte außerdem die Elektrische gleislose Bahn Ahrweiler in der Stadt, ein früher Oberleitungsbus-Betrieb. Zwischen 1899 und 1901 wurden das Thermal-Badehaus, der Ostbau, das Kurhotel und das Kurhaus gebaut.

Bad Neuenahr 1900.jpg
Bad Neuenahr um 1900
Bad Neuenahr Landskrone 1900.jpg
Landskrone um 1900

Im Jahre 1908 wurde das Ahrgau-Museum durch Peter Joerres gegründet. Das Ahrhochwasser forderte 1910 mehrere Menschenleben. Am 30. Juli 1912 starb Kardinal-Erzbischof Antonius Fischer während einer Kur. Am 5. Juli 1927 genehmigte das Preußische Staatsministerium das Wappen des Kreises Ahrweiler. Im selben Jahr wurde der Heilcharakter der Quellen anerkannt – Neuenahr wurde Bad Neuenahr.

1933 lebten 31 jüdische Einwohner (zehn Familien) in Ahrweiler sowie 96 jüdische Einwohner in Bad Neuenahr. Im Verlauf der Novemberpogrome 1938 wurden die Synagoge in Ahrweiler sowie noch bestehende jüdische Geschäfte im heutigen Stadtgebiet verwüstet. Die Synagoge in Bad Neuenahr wurde ebenfalls verwüstet und anschließend niedergebrannt. Sie stand in der Tempelstraße, welche am 20. Dezember 1938, auf Antrag des Ortsgruppenleiters Thür, in Wadenheimer Straße umbenannt wurde. 1942 erfolgte die Deportation der letzten jüdischen Einwohner in Vernichtungslager.[20] In den Jahren 2012 bis 2015 wurden zu deren Gedenken 72 Stolpersteine in drei Stadtteilen verlegt.

Während des Zweiten Weltkriegs kam es in den letzten beiden Kriegsjahren zu schweren Kriegsschäden durch alliierte Bombenangriffe auf Ahrweiler, dabei wurden 126 Häuser insbesondere in der unteren Ahrhutstraße, Schützbahn und Blankenheimer Hof zerstört. Im nahe gelegenen Silberbergtunnel suchten die Bewohner Schutz vor den Luftangriffen. Das heutige Stadtgebiet wurde nach dem Krieg innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Jahr 1951 später erfolgte die Verleihung der Stadtrechte an Bad Neuenahr.

1953 wurde die Bundesschule der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk im Stadtteil Marienthal eingerichtet. Im Jahr 1971 wurde die THW-Bundesschule in die Katastrophenschutzschule des Bundes umgewandelt. Bei Bauarbeiten an der Bundesstraße 267 wurde 1980 eine Römervilla entdeckt. Zwischen 1991 und 1993 wurden die Ahrthermen gebaut. 1995 kam es zum Kompromiss von Bad Neuenahr: Es wurde eine historische Einigung zwischen den deutschen Länderregierungen zu einem neuen Rundfunkstaatsvertrag erzielt. Die Europäische Akademie Bad Neuenahr-Ahrweiler zur Erforschung von Folgen wissenschaftlich-technischer Entwicklungen (Technikfolgenabschätzung) wurde 1996 gegründet, im selben Jahr wurde die Akademie für Notfallplanung und Zivilschutz (AkNZ) – seit 2002 Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ) – eingerichtet.

Zusammenschluss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutige Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler entstand in Form einer Neubildung am 7. Juni 1969 aus den beiden Städten Ahrweiler und Bad Neuenahr und den Gemeinden Gimmigen, Heimersheim, Kirchdaun und Lohrsdorf (Verbandsgemeinde Bad Neuenahr). Die Gemeinde Ramersbach wurde am 16. März 1974 eingemeindet.[21]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorherrschende Religion in Bad Neuenahr-Ahrweiler ist das römisch-katholische Christentum. Evangelische Christen sind in der Minderheit. Die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland tagt jährlich, zumeist im Januar, in Bad Neuenahr.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haushalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Haushaltsplan 2016 der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler sieht im Ergebnishaushalt Erträge (Einnahmen) in Höhe von 50.692.800 Euro und Aufwendungen (Ausgaben) in Höhe von 50.596.895 Euro vor (Jahresüberschuss: 95.905 Euro für 2016).[22] Das Eigenkapital der Stadt betrug 126.422.046,56 Euro per Ende 2014.

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtrat in Bad Neuenahr-Ahrweiler besteht aus 36 ehrenamtlichen Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem vorsitzenden Bürgermeister.

Die Sitzverteilung im Stadtrat Bad Neuenahr-Ahrweiler stellt sich wie folgt dar:[23]

Wahl SPD CDU Grüne FDP Linke FWG1 WG Sitze gesamt
2014 7 17 4 1 1 4 2 36
2009 6 17 4 3 5 1 36
2004 7 20 3 2 4 36
1 Freie Wählergruppe Bad Neuenahr-Ahrweiler e. V.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptamtlicher Bürgermeister ist Guido Orthen (CDU), der am 25. April 2010 mit 57,8 Prozent direkt gewählt wurde.

Hoheitszeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Hoheitszeichen führt die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler ein Wappen und eine Flagge.

Wappen der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler
Wappenbeschreibung:

„Schild von Rot und Gold gespalten, in Schildfuß belegt mit einer Krone in verwechselten Farben, vorne silberner Adler, hinten schwarzer, rotgezungter und -bewehrter Löwe“[24]

Wappenbegründung:

Das Wappen wurde am 15. Oktober 1971 von der Bezirksregierung Koblenz genehmigt. Der Adler weist auf die Grafen von Are hin, die von 1100 bis 1246 Landesherren von Ahrweiler waren. Der Löwe steht für die Herrschaft der Herzöge von Jülich (bis 1614). Die Krone (deutsche Kaiserkrone) ist ein Hinweis auf die Herrschaft Landskron, zu der die Stadtteile Heimersheim, Heppingen, Gimmigen, Kirchdaun und Lohrsdorf gehörten.

Beschreibung der Bannerflagge: „Das Banner ist gelb-rot längsgestreift mit dem aufgelegten Wappen oberhalb der Mitte.“

Städtepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bad Neuenahr-Ahrweiler unterhält seit 1988 eine Partnerschaft mit der belgischen Gemeinde Brasschaat in der Region Flandern.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bad Neuenahr-Ahrweiler ist ein Kurort mit kohlensäurehaltigen Natronthermen an der Apollinarisquelle, erheblich geprägt vom Weinbau und mit 284 Hektar bestockter Rebfläche größte Weinbaugemeinde der Ahr. Es werden hauptsächlich Rotweinreben angepflanzt.

Apollinaris-Unternehmenssitz in Bad Neuenahr

Des Weiteren steuern Industriebetriebe wie Apollinaris (Coca-Cola), Morgan Rekofa, ZF Sachs (ehemals Boge) und J.M. Schmitt ihren Teil zur wirtschaftlichen Stabilität des Ortes bei. Daneben war die Bundeswehr mit dem Materialamt des Heeres, später Logistikzentrum des Heeres, in der „Ahrtal-Kaserne“ bis Ende des Jahres 2012 einer der großen Arbeitgeber. Das Kasernengelände wurde von der Sprengnetter-Gruppe (Immobilienbewertung GmbH) gekauft und soll als Firmensitz und der hauseigenen Akademie ausgebaut werden.

Das Deutsche Rote Kreuz betreibt ein Fachkrankenhaus für Kinder- und Jugendpsychotherapie.

Der Tourismus ist für die Mittelstadt ein weiterer wichtiger Wirtschaftszweig. Im Jahr 2015 wurden knapp 237.000 Gäste in rund 200 Beherbergungsbetrieben gezählt.[3] Vor allem Bad Neuenahr, als eines der wenigen privat geführten Heilbäder in Deutschland, steht mit seinen zahlreichen großen Kliniken und Hotels für die meisten Arbeitsplätze, optimal ergänzt durch Ahrweiler mit seinem mittelalterlichen Altstadtkern, ist es ein beliebtes Ausflugs- und Urlaubsziel für Touristen. Das Restaurant Zur Alten Post von Hans Stefan Steinheuer im Stadtteil Heppingen zählt mit zwei Michelin-Sternen zu den zehn besten in Deutschland. Die Bad Neuenahrer Ahr-Thermen mit den weltberühmten Quellen werden zu den schönsten Thermal-Badelandschaften Europas gezählt.

Zahlreichen Kur- und Wanderwege bieten Strecken unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade. So der Rotweinwanderweg, der AhrSteig, der Ahr-Radweg und diverse Rundwanderstrecken.

Im Stadtgebiet sind insgesamt 19.210 Beschäftigte sozialversicherungspflichtig, davon 10.446 Beschäftigte am Arbeitsort und 8.764 am Wohnort (30. Juni 2015).[3] Von den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten sind 6.203 Ein- und 4.523 Auspendler.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flugplatz Bad Neuenahr-Ahrweiler liegt unmittelbar nördlich der Stadt und ist als Sonderlandeplatz zugelassen. Die befestigte Start- und Landebahn hat eine Länge von 500 Metern. Der Flugbetrieb ist zugelassen für Flugzeuge bis zu zwei Tonnen Höchstgewicht, Hubschrauber, Motorsegler, Segelflugzeuge, Ultraleichtflugzeuge und Luftsportgeräte sowie Ballone. Der Platz unterliegt einer PPR-Regelung (prior permission required) und ist bei Sichtflug-Wetterbedingungen anfliegbar.

Schienenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stadtgebiet ist an den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gut erschlossen durch ihre fünf Bahnhöfe bzw. Haltepunkte. Die Bahnhöfe Bad Neuenahr und Ahrweiler sowie die Haltepunkte Heimersheim, Ahrweiler Markt (nahe der historischen Innenstadt von Ahrweiler) und Walporzheim liegen an der Unteren Ahrtalbahn (KBS 477[25]) RemagenAhrbrück. Zudem ist ein weiterer Bahnhaltepunkt Bad Neuenahr Mitte in Planung.[26] Im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) verbindet die „Rhein-Ahr-Bahn“ (RB 30) Bonn Hauptbahnhof mit Ahrbrück im Stundentakt sowie die „Ahrtalbahn“ (RB 39) Remagen mit Dernau im Stundentakt.

Bahnhof Bad Neuenahr 2014.JPG
Bahnhof Bad Neuenahr
Bf-ahrweiler.jpg
Bahnhof Ahrweiler
Heimersheim, Bahnhof.jpg
Haltepunkt Heimersheim

Straßen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An das Fernstraßennetz ist Bad Neuenahr-Ahrweiler über die Autobahnzubringer 571 und 573 an die Bundesautobahn 61 angeschlossen.

Zwischen Bad Neuenahr und Ahrweiler verkehrt eine Wegebahn namens Ahrtal-Express.[27]

Von 1906 bis 1917 verbanden die Oberleitungsbusse der Elektrischen gleislosen Bahn Ahrweiler die Kernstadt von Ahrweiler mit dem Stadtteil Walporzheim sowie mit den Neuenahrer Ortsteilen Hemmessen und Wadenheim.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Stadtteil Ahrweiler befindet sich die Römervilla, in welcher ein Herrenhaus aus der Römerzeit des 2. bis 3. Jahrhunderts freigelegt und untergebracht ist. Das Herrenhaus ist, nebst großem Badetrakt, sehr gut erhalten, wodurch potenzielle Besucher einen sehr plastischen Einblick in die gehobene römische Wohnlebensweise erhalten können. In Ahrweiler selbst gibt es viele prächtige, aufwändig restaurierte Fachwerkhäuser und eine gut erhaltene mittelalterliche Stadtmauer mit teilweise noch vorhandenem Graben. Alle vier Stadttore, Ober-, Walporzheimer oder Gisemer Tor, Nieder- oder Rheintor, Adenbach- oder Winzertor und Ahrtor sind erhalten. Die Tore sind sehr unterschiedlich gebaut, zwei sind Doppelturmtore (Ahrtor, Niedertor), zwei Dreimauertore (an der Stadtseite offene, portallose Tore). Das Obertor wurde 1500 auf der offenen Stadtseite mit einer vierten Mauer versehen, hat seitdem zwei Portale. Das Adenbachtor – benannt nach dem wüst gefallenen Flecken Adenbach – wurde erst 1974 nach 285 Jahren wiederhergestellt. Von den drei mittelalterlichen Wohntürmen sind nur der Weiße Turm, der seit dem 17. Jahrhundert statt des gotischen Helms eine oftmals erneuerte barocke Haube hat, und der Kolwenturm (Colventurm, oftmals umgebaut) am Adenbachtor erhalten (heute Burgrestaurant Adenbach). Der Schenkenturm nahe dem Obertor (auch Kautenturm, Runder Turm, Roter Turm) wurde 1811 abgerissen. Weiterhin sind zwei der sieben mittelalterlichen Adelshöfe, der (große) Blankartshof (vormals Fischenicher Hof) und der Deutsche Hof, dazu zwei Klosterhöfe erhalten: der Prümer Hof und der Rodderhof. Nicht mehr existent sind die Adelshöfe Dalwigkscher Hof (vor dem Adenbachtor), Ehrensteiner Hof (neben dem Prümer Hof), Gymnicher Hof (Weinanbaugebiet), Kolwehof (nahe Adenbachtor) und der Eltzer Hof (ehemaliger (kleiner) Blankartshof) am Ahrtor.

Der Stadtteil Bad Neuenahr ist eine bekannte Kurstadt mit zugehörigen beachtenswerten Kuranlagen und Kureinrichtungen, so den Ahrthermen und dem Kurhaus (erbaut 1903–1905), das heute das Spielcasino beherbergt. Zahlreiche Villen und Kurhotels, unter anderem auch das ehemalige kaiserliche Postamt, nach dem die Poststraße benannt ist, zeugen noch von der Blütezeit des Bades zu Ende des 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ursprünglich bildete sich Bad Neuenahr aus den Orten Beul, Wadenheim und Hemmessen. Einzelne Bauobjekte, wie Kapellen, die Rentmeisterei oder Fachwerkhäuser geben von deren Geschichte noch Zeugnis.

Südlich Neuenahrs finden sich auf dem Neuenahrer Berg noch Reste der namengebenden Burg der Grafen von Neuenahr (zerstört 1372). An ihrer Stelle wurde 1972 ein 15 Meter hoher Aussichtsturm errichtet, der im Volksmund „Langer Köbes“ genannt wird.[28] Auf dem südlich von Bad Neuenahr gelegenen Steckenberg steht ein weiterer Aussichtsturm, der erstmals 1914, später 1959 neu errichtete steinerne Steckenbergturm.

Die auf der rechten Ahrseite oberhalb der Rentei stehende Willibrorduskirche war die Wadenheimer-Pfarrkirche. Sie stammt in Teilen aus der Spätromantik. 1899 bis 1901 wurde in Wadenheim die Rosenkranz-Basilika des Architekten August Menken errichtet, ihr 60 Meter hoher Turm beeinflusst das Stadtbild. Die Kapelle in Hemmessen (St. Sebastian) wurde 1869 an Stelle einer früheren errichtet.

2002 entstand bei einem internationalen Bildhauersymposium entlang der Ahr der Skulpturenweg Bad Neuenahr-Ahrweiler. Er ist gleichzeitig ein Teilstück des Skulpturenwegs Rheinland-Pfalz.

Regelmäßige Stadtführungen finden während der Hauptsaison für Touristen statt.

Im Stadtteil Marienthal befand sich der inzwischen aufgegebene und weitgehend rückgebaute Ausweichsitz der Verfassungsorgane des Bundes, der im Verteidigungsfall zentralen Bundesorganen eine atomsichere Zuflucht bieten sollte. Ein kleiner, vom Rückbau ausgenommener Teil dieses „Regierungsbunkers“ ist im Jahr 2007 als Museum des Kalten Krieges eröffnet worden. Bekannt ist auch die Ruine des Augustinerinnen-Klosters.

Im Stadtteil Heppingen befindet sich eines der renommiertesten Restaurants Deutschlands. Hans Stefan Steinheuers Restaurant Zur Alten Post trägt seit 1986 (Erlangen des ersten Michelin-Sterns) zum kulinarischen Aufschwung der Region bei.

Im Ortsteil Ramersbach befindet sich eine im Jugendstil erbaute Kirche. St. Barbara wurde 1908 gebaut und feierte 2009 das 100-jährige Bestehen. Zu diesem Anlass wurde 2008 eine Chronik erarbeitet.[29]

Der Kölner Künstler Gunter Demnig hat am 19. April 2012 die ersten 30 „Stolpersteine“ in Erinnerung an die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus in Bad Neuenahr-Ahrweiler verlegt. Im Jahr 2013 sollten weitere Stolpersteine im Stadtgebiet hinzukommen.[30]

Ahrweiler, Niederhutstraße, Niederpoarte en fakwerkhûzen.jpg
Niederhutstraße in Ahrweiler: Fachwerkhäuser und Niedertor
Kurhaus Bad Neuenahr 2014.png
Kurhaus in Bad Neuenahr
Bad Neuenahr, Thermal-Badehaus (2014-08-30 Sp).JPG
Thermal-Badehaus in Bad Neuenahr
Spielbank Bad Neuenahr 2014.JPG
Spielbank in Bad Neuenahr

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der SC 07 Bad Neuenahr (offiziell Sportclub 07 Bad Neuenahr e. V.) war ein deutscher Fußballverein aus Bad Neuenahr-Ahrweiler mit den Vereinsfarben Rot und Schwarz. Aushängeschild des Vereins war die 1969 gegründete Frauenfußballabteilung, die 1978 die Deutsche Meisterschaft gewann. Der SC 07 war Gründungsmitglied der Frauen-Bundesliga und gehörte nach mehreren Auf- und Abstiegen von 1997 bis 2013 ununterbrochen dieser Spielklasse an. Nach einem Antrag auf Insolvenz wurde am 28. September 2013 der SC 13 Bad Neuenahr als reiner Frauenfußballverein gegründet, der im Januar 2014 die Nachfolge des SC 07 antrat.

Im Stadtteil Bad Neuenahr befindet sich eine 14-Platz-Tennisanlage auf der jährlich die „Nationalen Deutschen Tennismeisterschaften der Seniorinnen und Senioren“ stattfinden.

Ausbildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Stadtteil Ahrweiler ist auf der Anhöhe Godeneltern die 1996 gegründete und 2002 umbenannte Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ) des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) ansässig, welche als zentrale Ausbildungsstätte des Bundes im Bereich des Bevölkerungsschutzes fungiert.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klosterschule Calvarienberg in Ahrweiler

In Bad Neuenahr-Ahrweiler existieren elf Schulen, die von rund 5100 Schülern besucht werden.[3] Hiervon bestehen drei Gymnasien (insgesamt rund 2900 Schüler): Im Stadtteil Bad Neuenahr sind das Peter-Joerres-Gymnasium und das Are-Gymnasium, das als Ganztagsschule organisiert ist, beheimatet. In Ahrweiler befindet sich die von den Ursulinen geführte Klosterschule Calvarienberg, welche inzwischen koedukativen Unterricht erteilt. Daneben gibt es eine Realschule (etwa 360 Schüler), die zur Klosterschule Calvarienberg (Mädchenschule) gehört sowie zwei Realschulen plus (die Philipp-Freiherr-von-Boeselager-Realschule und die Erich-Kästner-Realschule plus) mit insgesamt rund 930 Schülern. Ferner existieren zwei Förderschulen (Don-Bosco-Schule und Levana-Schule) mit insgesamt etwa 260 Schülern, eine berufsbildende Schule (rund 2700 Schüler) sowie die Privatschule Carpe Diem mit Internats-Anschluss.

Die Stadt verfügt über drei Grundschulen mit insgesamt rund 700 Schülern, je eine in den Stadtteilen Ahrweiler, Bad Neuenahr und Heimersheim.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Bad Neuenahr-Ahrweiler geboren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Bad Neuenahr-Ahrweiler verbunden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. a b Hauptsatzung der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler vom 03.08.1999, zuletzt geändert durch Satzung vom 06.01.2016. In: bad-neuenahr-ahrweiler.de. Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, 6. Januar 2016, abgerufen am 12. Dezember 2016 (PDF; 74 kB).
  3. a b c d e f g Mein Dorf, meine Stadt. Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler. In: statistik.rlp.de. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, abgerufen am 12. Dezember 2016.
  4. G20 Germany 2017. In: g20.org. Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, 12. Dezember 2016, abgerufen am 14. Dezember 2016 (PDF; 2,9 MB).
  5. Treffen der G20-Arbeits- und Beschäftigungsminister. In: bad-neuenahr-ahrweiler.de. Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, abgerufen am 28. März 2017.
  6. Standort steht jetzt fest. Landesgartenschau 2022. In: rlp.de. Staatskanzlei Rheinland-Pfalz, 20. September 2016, abgerufen am 1. Oktober 2016.
  7. Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, Einwohnerstatistik per 30. Juni 2015
  8. Robert Bous und Hans-Georg Klein (Hrsg.): Quellen zur Geschichte der Stadt Ahrweiler Bd. 1. Nr. 108. Bad Neuenahr-Ahrweiler 1998, S. 65.
  9. Germania Judaica II,1 S. 3–4; III,1 S. 5–7.
  10. Rheinischer Antiquarius, III. Abt., Bd. 9, S. 650 ff.
  11. Hermann Keussen: Wilhelm, Erzbischof von Köln. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 43, Duncker & Humblot, Leipzig 1898, S. 113–115.
  12. Rheinischer Antiquarius, III. Abt., Bd. 9, S. 659 ff.
  13. Hans-Georg Klein: Die Belagerung Ahrweilers 1474. In: HJbKAhrweiler. 1999, S. 66–75.
  14. Rheinischer Antiquarius, III. Abt., Bd. 9, S. 690, 695 ff.
  15. Paul Krahforst: Ahrweiler Hexenprozesse im 16. und 17. Jahrhundert, in: Heimatjahrbuch Kreis Ahrweiler Jg. 1977, S. 66.
  16. Rheinischer Antiquarius, III. Abt., Bd. 9, S. 710 f.
  17. Josef Müller: 1646 – ein Schreckensjahr des Dreißigjährigen Krieges in Ahrweiler. In: HJbKAhrweiler. 1993, S. 95.
  18. Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum Geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz, Die Karte von 1789 (2. Band), Bonn 1898. S. 56, 277, 283, 303, 537
  19. A. J. Weidenbach: Die Thermen von Neuenahr … ein vollständiger Führer für Curgäste. Bonn 1864, abgerufen am 19. Februar 2014 (sehr detailreich über das Bad und seine Einrichtungen Mitte des 19. Jahrhunderts).
  20. AW-Wiki. Landkreis Ahrweiler, abgerufen am 10. Oktober 2015.
  21. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seite 170 (PDF; 2,6 MB)
  22. Haushaltssatzung der Kreisstadt Bad Neuenahr-Ahrweiler für das Jahr 2016. In: bad-neuenahr-ahrweiler.de. Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, S. 5, abgerufen am 12. Dezember 2016.
  23. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  24. Stadtwappen. Stadtverwaltung Bad Neuenahr-Ahrweiler, abgerufen am 20. Januar 2016.
  25. Verbandsversammlung, 55. Sitzung. In: TOP 3. SPNV Nord, S. 6, abgerufen am 26. September 2016 (PDF; 8,52 MB).
  26. Ahrtal Express Bad Neuenahr-Ahrweiler. Altstadtexpress Koblenz, abgerufen am 19. August 2015.
  27. Der Turm auf dem Berg Neuenahr auf lokalkompass.de
  28. Rudolf Leisen, Günter Köster: Geschichte der Pfarrei St. Barbara. Ramersbach 2008, ISBN 978-3-930376-57-5.
  29. Das Projekt „Stolpersteine“ in Bad Neuenahr-Ahrweiler
  30. Heinrich Gemkow: Karl Marx’ letzter Aufenthalt in Deutschland. Als Kurgast in Bad Neuenahr 1877. Plambeck, Neuss 1986 ISBN 3-88501-063-1.
  31. Kurzbiografie von Conrad Albert Ursprung auf der Website des Stadtteils Barmen; Dietrich Kämper: Conrad Albert Ursprung jr., in: Karl Gustav Fellerer (Hrsg.): Rheinische Musiker. 5. Folge. A. Volk, Köln 1967, S. 129–130
  32. Nachruf zum Tod von Georg Feydt. ZS-Magazin – Zeitschrift für Zivilschutz, Katastrophenschutz und Selbstschutz, Ausgabe Mai 1972. Abgerufen am 7. März 2014. (PDF)