Kisköre

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Kisköre
Wappen von Kisköre
Kisköre (Ungarn)
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Basisdaten
Staat: Ungarn
Region: Nordungarn
Komitat: Heves
Kleingebiet bis 31.12.2012: Heves
Koordinaten: 47° 30′ N, 20° 30′ OKoordinaten: 47° 29′ 44″ N, 20° 29′ 41″ O
Höhe: 86 m
Fläche: 68,42 km²
Einwohner: 2.721 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte: 40 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: (+36) 36
Postleitzahl: 3384
KSH kódja: 18281
Struktur und Verwaltung (Stand: 2016)
Gemeindeart: Stadt
Bürgermeisterin: Csilla Magyar[1] (Fidesz-KDNP)
Postanschrift: Széchenyi út 24
3384 Kisköre
Website:
(Quelle: A Magyar Köztársaság helységnévkönyve 2011. január 1. bei Központi statisztikai hivatal)

Kisköre ist eine ungarische Kleinstadt im Komitat Heves, die an der Südspitze des Theiß-Sees in der Großen Tiefebene liegt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftaufnahme auf das Wasserkraftwerk Kisköre

Kisköre liegt in Nordostungarn, etwa 20 Kilometer südöstlich der Kreisstadt Heves. Der Komitatssitz Eger befindet sich gut 50 Kilometer nördlich. Kisköre liegt an der Theiß, die an dieser Stelle in den 1970er-Jahren zur Regulierung der Flusshochwasser zum Theiß-See aufgestaut wurde. Der See wurde daher ursprünglich als Kiskörei-víztározó („Kiskörer Stausee“) bezeichnet.[2] Die Stadt ist neben Tiszafüred und Poroszló einer der größten Orte am Theiß-See.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Archäologische Funde belegen, dass das Gebiet um die heutige Stadt Kisköre bereits vor rund 4000 Jahren von Menschen besiedelt war. In der Zeit zwischen 324 und 337 entstand nahe der heutigen Ortschaft an der Verbindungslinie von Donau und Theiß ein Teil der Befestigungsanlagen des Limes Sarmatiae. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Siedlung im Jahr 1323 als Kure. Später sind auch die Bezeichnungen Kerey und Kywre belegt. Den Namen Kisköre trägt der Ort offiziell seit 1901.

Die Bewohner der Ortschaft lebten lange Zeit hauptsächlich von der Landwirtschaft und dem Fischfang in der Theiß. Nach der Reformation war der Großteil der Bevölkerung protestantisch, im Jahr 1777 wurde die erste Kirche im barocken Baustil errichtet. Ende des 19. Jahrhunderts erhielt Kisköre einen Anschluss an das ungarische Eisenbahnnetz, als 1890 eine durchgehende Strecke von Kisterenye im nördlichen Mátra-Gebirge nach Kisújszállás eröffnet wurde. Bei Kisköre überquerte die Strecke auf einer damals 780 m langen Brücke die Theiß.[3]

Im Zuge der Regulierungsarbeiten an der Theiß wurden ab Mitte des 19. Jahrhunderts die Überschwemmungsebenen des Flusses für die Landwirtschaft nutzbar, die dadurch einen Aufschwung erlebte.[4] Zwischen 1967 und 1973 wurde bei Kisköre ein Damm errichtet, durch den der Theiß-See aufgestaut wurde. Ab den späten 1980er-Jahren spielte daraufhin der Tourismus in Kisköre eine bedeutende Rolle. Unter anderem entstanden im Ort ein Strand, ein Campingplatz und ein Bootsverleih.[4]

Seit 2005 trägt Kisköre das Stadtrecht.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kisköre unterhält offizielle Städtepartnerschaften mit drei Orten:[5]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Landhaus (Tájház), erbaut 1856, mit Heimatmuseum
  • Römisch-katholische Kirche Szent Péter és Pál apostol, erbaut 1777

Verkehr und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Kisköre verläuft die eingleisige, nicht elektrifizierte Eisenbahnstrecke KisújszállásKál-Kápolna. Auf dieser verkehren derzeit (Stand: 2016) sechs Zugpaare pro Tag, die die Stadt auch mit Heves verbinden. Busverbindungen bestehen unter anderem nach Budapest, Debrecen, Gyöngyös, Eger, Tiszafüred und Jászberény.

Bei Kisköre überqueren Eisenbahn- und Autoverkehr auf der einspurigen Kiskörei tisza-híd gemeinsam auf einer Fahrspur die Theiß. 1890 als reine Eisenbahnbrücke erbaut, wurde sie im Laufe der Zeit mehrfach durch modernere Bauwerke ersetzt. Sie ist (Stand 2007) die drittlängste Eisenbahnbrücke in Ungarn.[3]

Am Kiskörer Staudamm befindet sich bei Flusskilometer 404 der Theiß ein Laufwasserkraftwerk, das mit einer installierten Leistung von 28 MW[6] das größte seiner Art in Ungarn ist.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kisköre – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nemzeti Választási Iroda: Wahlergebnisse der Kommunalwahl 2014
  2. Tisza tó. Országos Vízügyi Főigazgatóság, 19. April 2010. Abgerufen am 12. Oktober 2016
  3. a b Béla Rege: A kiskörei Tisza-híd története. In: Sínek Világa, Nr. 3-4, 2007, S. 9–11 (online, abgerufen am 6. November 2016)
  4. a b Mária Vasvári, Katalin Erdős Martonné: Difficulties of the Tourism Development in the Middle Tisza (Tisa) Region, Hungary. In: Studia UBB Geographia. Band LX, Nr. 1, 2015, S. 145–156 (online, abgerufen am 6. November 2016)
  5. Testvértelepüléseink. Gemeinde Kisköre, abgerufen am 5. November 2016
  6. Datenblatt des Wasserkraftwerks Kisköre, Tiszavíz Vízerőmű Kft., abgerufen am 6. November 2016