Kiu Eckstein

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Kiu (Klaus Manfred) Eckstein (* 13. Mai 1927 in München[1]) ist ein deutscher Fernsehjournalist, Autor und Filmemacher.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kiu Eckstein ist der Sohn von Hans Eckstein und Erna Eckstein (* 15.11.1890 in Augsburg; † 14.12.1949 in München).

Eckstein studierte Theaterwissenschaft sowie Soziologie und Psychologie im Nebenfach an der Ludwig-Maximilians-Universität München[2] und promovierte 1951 mit einer von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno inspirierten Arbeit über das Thema Zur Soziologie der Kulturindustrie. Voraussetzung, Erscheinung, Standort. Er arbeitete zunächst als Regieassistent, und dann als Filmeditor, u. a. für Robert Adolf Stemmle, Wolfgang Staudte, Julien Duvivier und den Dokumentarfilmproduzenten Otto Schulz-Kampfhenkel. Ab 1960 war er für Peter von Zahns Documentary Programs in Washington, D.C. tätig. Nach Arbeitsaufenthalten in Canada, USA, Afrika und Brasilien arbeitete Eckstein auf Einladung von Klaus Harpprecht 1963 zunächst im ZDF Studio in Washington, D.C. und anschließend als freier Mitarbeiter im Studio Rio de Janeiro. Eckstein war Produzent des preisgekrönten brasilianischen Spielfilms Macunaíma und Koproduzent mehrerer Filme des Cinema Novo. Von 1969 bis 1980 war er ZDF Auslandskorrespondent für Südamerika. Danach machte Eckstein Dokumentarfilme u. a. über den brasilianischen Spiritismus und paranormale Phänomene. Nach Dreharbeiten in den USA über erweiterte Bewusstseinszustände in Meditation, Nahtoderfahrung, Biofeedback und Stanislav Grofs Holotropem Atem absolvierte Eckstein die Ausbildung für Facilitators und gab dann Workshops in Brasilien. Ende der neunziger Jahre ging er nach Rishikesh (Indien) zu dem Kundalini-Meister Chandrasekharand Saraswati, der ihn durch einen Kundalini-Prozess führte. Seine Erfahrungen und Einblicke dieser Jahre sind Grundlage seines 2008 erschienenen Buches Kundalini-Erfahrungen. Eine Meister-Schüler-Begegnung. Das Buch wurde ins Englische (2013) und Portugiesische (2017) übersetzt. 2017 erschien Ein Leben – Zwei Welten. Biografische Notizen in Zeiten des Wandels. Besonders bedeutsam und aufschlussreich wurde Eckstein das Werk des Philosophen Jean Gebser.

Eckstein ist verheiratet und lebt seit 2009 wieder in der Nähe von München.

Am 1. Februar 2018 hat der Kommunalausschuss des Münchner Stadtrats den Beschluss gefasst, eine Straße im Neubaugebiet an der Paul-Gerhardt-Allee im 21. Stadtbezirk Pasing-Obermenzing nach seiner Mutter Erna Eckstein zu benennen. Als Begründung wurde angeführt: „Erna Eckstein (1890 – 1949) war Lehrerin und unterrichtete von 1927 bis zu ihrem Tod an der Grotheschule in Pasing. In ihrer Zeit dort hat sie viele Schülerinnen positiv geprägt und während der NS-Zeit, im Rahmen ihrer Möglichkeiten, Gegnerschaft zur verordneten Indoktrination gezeigt.“[3]

Bücher und Aufsätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zur Soziologie der Kulturindustrie. Voraussetzung, Erscheinung, Standort. (Inauguraldissertation), 153 S., München 1951
  • Ballett-Libretto "Revanche", Musik: Walter Faith, 1956
  • Cinema Novo, Über den jungen brasilianischen Film, in: Der Monat, Heft 197, Februar 1965 
  • Brief aus Peru, Der Monat, Heft 206, November 1965
  • Über kirchliche Basisgemeinden in Lateinamerika, in: Psychosozial, 1/79, Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH, Mai 1979
  • Kuba und Südamerika, in: Dieter Kronzucker (Hrsg.) Kuba in der Klemme. Wissen aktuell, Droemer 1981
  • Raíces Profundas, in Uno Mismo N° 73, Santiago de Chile-Enero,1996
  • Kundalini Erfahrungen. Eine Meister-Schüler-Begegnung. Gräfing 2008, ISBN 973-3-89427-3
  • Ein Leben – Zwei Welten. Biografische Notizen in Zeiten des Wandels. Hamburg 2017, ISBN 978-3-7439-3297-5
  • Bildungsprozesse beim Kundalini-Yoga, in: AUFGANG Band 10, Stuttgart 2013, S. 231–250, ISBN 978-3-17-022974-7
  • Was die neue Welt benötigt – Über Bewusstseinsmutationen und persönliche Prozesse; in: Aufgang. Jahrbuch für Denken – Dichten – Musik|AUFGANG Band 15, Augsburg 2018, S. 133 – 152, ISBN 978-3-945732-25-0
  • Swamiji Chandrasekharanand Saraswati – Ein Kundalini-Meister unserer Zeit; in: Aufgang. Jahrbuch für Denken – Dichten – Musik|AUFGANG Band 15, Augsburg 2018, S. 199 – 207, ISBN 978-3-945732-25-0

Filme (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Improvisiert und zielbewusst. Über den jungen brasilianischen Film. BRD/Brasilien 1967; s/w, 16mm, 30 min
  • Umgang mit Geistern. Über Brasiliens magische Dimension. ZDF, 5. November 1978, Wdh. 5. November. 2008, 45 Minuten
  • Gotan, Gotan. Bericht über den argentinischen Tango, ZDF 1978, Wdh. 4. August 2008, 30 Minuten
  • Ärzte aus dem Jenseits. ZDF, 14. November 1985, 45 Minuten
  • Kirche der Armen, ZDF, 1985, 30 Minuten
  • Wahn oder Heilung. ZDF, 10. Januar 1991, 45 Minuten
  • Die stille Revolution. ZDF, 28. Februar 1993, 45 Minuten

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kiu Eckstein: Ein Leben – Zwei Welten. Biografische Notizen in Zeiten des Wandels. Hamburg 2017, 292 Seiten, ISBN 978-3-7439-3297-5
  2. Kiu Eckstein: Ein Leben – Zwei Welten. Biografische Notizen in Zeiten des Wandels. Hamburg 2017, ISBN 978-3-7439-3297-5; die folgenden biografischen Angaben beziehen sich auf diese Quelle.
  3. Stadtrat beschließt neue Straßennamen in Pasing – Obermenzing. In: Rathaus Umschau. Abgerufen am 16. Februar 2018.