Klein-Welzheim

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Klein-Welzheim
Wappen von Klein-Welzheim
Koordinaten: 50° 2′ 33″ N, 9° 0′ 17″ O
Höhe: 108 m ü. NHN
Fläche: 5,6 km²[1]
Einwohner: 2968 (30. Jun. 2015)[2]
Bevölkerungsdichte: 530 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1977
Postleitzahl: 63500
Vorwahl: 06182

Klein-Welzheim (im Hessischen Klaa Welzem) ist ein Stadtteil der Stadt Seligenstadt am Main im südhessischen Kreis Offenbach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Welzheim (im Mittelalter wird noch nicht zwischen Klein- und Großwelzheim unterschieden) wurde 772 in einer Schenkungsurkunde des Klosters Lorsch erstmals urkundlich erwähnt.[3] Der Ort hieß damals „Walinesheim“ (nach dem fränkischen Maingaugrafen Walah). Eine weitere Schenkung datiert aus dem Jahr 786.[4] Während der Regierungszeit Karls des Großen kamen zahlreiche weitere Schenkungen dazu. Später kam das Kloster in Seligenstadt zu ausgedehntem Grundbesitz in Klein-Welzheim. Im Mittelalter gehörte der Ort zum Kurfürstentum Mainz.

1705 wurde die Wasserburg als Sommersitz der Äbte des Seligenstädter Klosters erbaut. Im Jahre 1791 wurde gegen Zahlung von 175 Gulden an den Kurfürsten die Leibeigenschaft aufgehoben.

1803 kam Klein-Welzheim mit der Amtsvogtei Seligenstadt von Kurmainz an Hessen-Darmstadt. Die Nachkriegsentwicklung war dabei insbesondere mit dem langjährigen Bürgermeister der Gemeinde Klein-Welzheim, Jakob Hetzer (CDU) verbunden.

Durch Erschließung weiterer Baugebiete erreicht der Stadtteil im Jahre 2005 ca. 3000 Einwohner.

Die Gemeinde Klein-Welzheim ging 1972 eine Partnerschaft mit der niederländischen Gemeinde Wessem ein. Diese Partnerschaft wurde zunächst nach Gebietsreformen auf deutscher wie auch niederländischer Seite (Stadt Seligenstadt und Gemeinde Heel) fortgeführt, aber 2008 offiziell auf Wunsch der Gemeinde Maasgouw, in die Heel 2007 überging, beendet. Die „Wessemer Straße“ in Klein-Welzheim erinnert hieran.

Gebietsreform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde Klein-Welzheim am 1. Januar 1977 nach erfolglosem Widerstand gemeinsam mit Froschhausen durch Landesgesetz nach Seligenstadt eingemeindet.[5][6]

Historische Ortsnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In erhaltenen Urkunden wurde Klein-Welzheim unter
den folgenden Namen erwähnt (Jahr der Erwähnung):[1]
Ortsname Jahr
Walinesheim 772
Walenensheim 782
Walinesheim 788
Uualihinesheim um 1000
Welengesheym um 1290
Wellinshem 1292
Welnsheim um 1400
Welnsheim off der siten by Selgenstat gelegen 1440
Welnszhem nostri litoris 1495
Welnsheym 15. Jahrhundert
Welßheim 1544

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohnerzahl Hauptwohnsitz[7] Nebenwohnsitz
1823 370
1934 432
1939 1181
1961 1761
1970 2122
31.12.2009 3002 2822 180
31.12.2010 3059 2878 181
31.12.2011 3094 2927 167
31.12.2014 3124 2963 161
30.06.2015 3166 2968 198

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Banner Klein-Welzheim.svg

Wappen

DEU Klein-Welzheim COA.svg

Blasonierung: „In Rot über einem silbernen Wels das silberne Mainzer Rad.“[8]

Das Wappen wurde der Gemeinde Klein-Welzheim am 15. April 1953 durch den Hessischen Innenminister genehmigt. Gestaltet wurde es durch den Heraldiker Georg Massoth.

Dieses Ortswappen vereinigt das redende Zeichen des Welses mit dem Symbol der geschichtlichen Vergangenheit des Ortes, dem Mainzer Rad, da der ursprünglich dem Kloster Lorsch gehörige Ort mit diesem 1232 an Kurmainz fiel und bis zum Übergang an Hessen-Darmstadt im Jahre 1803 zum Erzbistum geh

Flagge

Die Flagge wurde der Stadt am 16. Januar 1954 durch das Hessische Innenministerium genehmigt und wird wie folgt beschrieben:

„Auf der weißen Mittelbahn des rot-weiß-roten Flaggentuches das Wappen der Gemeinde Klein-Welzheim.“[9]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wasserburg

Bei Klein-Welzheim befindet sich die Wasserburg Seligenstadt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Klein-Welzheim – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Klein-Welzheim, Landkreis Offenbach. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 11. Juli 2014). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Stadt Seligenstadt: Daten und Zahlen. Einwohnerzahlen HW (Memento des Originals vom 11. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.seligenstadt.de, abgerufen im Juni 2016.
  3. Minst, Karl Josef [Übers.]: Lorscher Codex (Band 5), Urkunde 3444, 2. April 772 – Reg. 744. In: Heidelberger historische Bestände – digital. Universitätsbibliothek Heidelberg, S. 184, abgerufen am 3. März 2016.
  4. Minst, Karl Josef [Übers.]: Lorscher Codex (Band 1), Urkunde 12, 25. Februar 786 – Reg. 1952. In: Heidelberger historische Bestände – digital. Universitätsbibliothek Heidelberg, S. 67, abgerufen am 3. März 2016.
  5. Der Hessische Minister des Inneren: Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Offenbach (GVBl. II 330-33) vom 26. Juni 1974. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 22, S. 316–318, § 4 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,5 MB]).
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 375.
  7. Nur die Zahlen in dieser Spalte sind kompatibel mit Zahlen des Hessischen Statistischen Landesamtes.
  8. Der Hessische Minister des Inneren: Genehmigung zur Führung eines Wappens an die Gemeinde Klein-Welzheim im Landkreis Offenbach, Regierungsbezirk Darmstadt vom 15. April 1953. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1953 Nr. 18, S. 395, Punkt 442 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 4,0 MB]).
  9. Der Hessische Minister des Inneren: Genehmigung zur Führung einer Flagge der Gemeinde Klein-Welzheim im Landkreis Offenbach, Regierungsbezirk Darmstadt vom 16. Januar 1954. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1954 Nr. 5, S. 68, Punkt 62 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 4,2 MB]).}