Kling, Glöckchen, klingelingeling

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Kling, Glöckchen, klingelingeling ist ein deutsches Weihnachtslied aus dem 19. Jahrhundert.

Der Text wurde von Karl Enslin (1819–1875) unter dem Titel „Christkindchens Einlass“ verfasst und erschien erstmals 1854 im zweiten Heft der von dem Komponisten Benedikt Widmann (1820–1910) herausgegebenen Sammlung Liederquelle.[1] Widmann hatte von Enslin die Erlaubnis erhalten, auch eine Reihe von dessen noch ungedruckten Kindergedichten, darunter „Christkindchens Einlass“, für seine Sammlung zu verwenden, und eine Reihe von Komponisten eingeladen, Enslins Texte zu vertonen. Die Melodie in der Erstausgabe komponierte Wilhelm Speyer (1790–1878) aus Offenbach am Main,[2] diese Melodie stimmt aber nicht mit der heute gesungenen überein. Den Text soll Enslin dann ferner in seiner Sammlung Lieder eines Kindes (1855) veröffentlicht haben.[3][4][5]

Der Komponist der heute bekannten Melodie konnte bislang nicht ermittelt werden. Häufig ist die Angabe zu finden, es handle sich um eine traditionelle deutsche Volksmelodie.[6][7] 1873 ist die Melodie mit wenigen Abweichungen im 7. Heft der von Johann Nepomuk Ahle herausgegeben Sammlung Geistlicher Christbaum nachweisbar,[8] dort mit der Quellenangabe „Aus »H. Oberhoffer« kleinen Sänger“.[9] 1882 wurde es in dem deutschsprachigen Liederbuch Liederlust und Psalter abgedruckt, das Heinrich Liebhart für den Gebrauch in methodistischen Sonntagsschulen und Familien in Cincinnati herausgab.[10] Die gelegentlich zu findende Angabe, die Melodie sei 1884 von Benedikt Widmann komponiert worden,[11][12][13] kann demnach nicht stimmen.

Eine andere Vertonung von Enslins Text komponierte Carl Reinecke 1875 unter dem Titel Christkindchens Einlass op. 138 Nr. 2.[14][15]

Melodie[Bearbeiten]


\relative c''
{ \autoBeamOff \key f \major \time 2/4 
c4 a8 bes | c16 d c d c4 | bes4 g8 c8 | a2 | \break
g8 g a f | a4 g | bes8 bes c g | bes4 a | \break 
g8 g a b | c4 g | a8 d c b | d4 c | \break
c4 a8 bes | c16 d c d c4 | bes4 g8 c8 | a2 \bar "|." } 
\addlyrics 
{ 
Kling, Glöck -- chen, klin -- ge -- lin -- ge -- ling, kling, Glöck -- chen, kling!
Lasst mich ein, ihr Kin -- der, ist so kalt der Win -- ter,
öff -- net mir die Tü -- ren, lasst mich nicht er -- frie -- ren!
Kling, Glöck -- chen, klin -- ge -- lin -- ge -- ling, kling, Glöck -- chen, kling!
}

Liedtext[Bearbeiten]

Kling, Glöckchen, klingelingeling,
kling, Glöckchen, kling!
Lasst mich ein, ihr Kinder,
ist so kalt der Winter,
öffnet mir die Türen,
lasst mich nicht erfrieren!
Kling, Glöckchen, klingelingeling,
kling, Glöckchen, kling!

Kling, Glöckchen, klingelingeling,
kling, Glöckchen, kling!
Mädchen, hört, und Bübchen,
macht mir auf das Stübchen,
bring euch viele Gaben,
sollt euch dran erlaben.
Kling, Glöckchen, klingelingeling,
kling, Glöckchen, kling!

Kling, Glöckchen, klingelingeling,
kling, Glöckchen, kling!
Hell erglühn die Kerzen,
öffnet mir die Herzen!
Will drin wohnen fröhlich,
frommes Kind, wie selig.
Kling, Glöckchen, klingelingeling,
kling, Glöckchen, kling!

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Benedict Widmann (Hrsg.): Liederquelle. 100 Gedichte für die Jugend von Karl Enslin. Mit 1-, 2- und 3-stimmigen Original-Kompositionen und Volksweisen. Zweites Heft. G. W. Körner, Erfurt und Leipzig o.J. [1854], S. 40 f.
  2. Christoph Hust: Speyer, Wilhelm. In: Musik in Geschichte und Gegenwart. Neuausgabe. Personenteil Band 15, Bärenreiter/Metzler, Kassel/Stuttgart 2006, ISBN 3-7618-1135-7, Sp. 1178–1179.
  3. Karl Enslin: Lieder eines Kindes. Gedichte für die Jugend. Merseburger, Leipzig 1855.
  4. Kling Glöckchen klingelingeling! bei volksliederarchiv.de, abgerufen 16. Mai 2015
  5. Kling, Glöckchen, klingelingeling bei DeutschesLied.com, abgerufen 16. Mai 2015.
  6.  Ingeborg Weber-Kellermann: Das Buch der Weihnachtslieder. 10 Auflage. Atlantis, Zürich 2003, ISBN 3-254-08213-3, S. 258–260.
  7.  Franz Xaver Erni, Heinz Alexander Erni: Stille Nacht, heilige Nacht. Die schönsten Weihnachtslieder. Herder, Freiburg im Breisgau 2002, ISBN 3-451-27367-5, S. 108.
  8. Johann Nepomuk Ahle (Hrsg.): Geistlicher Christbaum. 7. Heft: Kleinere Weihnachtsspiele, Lieder, Gedichte. Pustet, Regensburg 1873, S. 30 f. (Digitalisat).
  9. Diese Quellenangabe konnte bislang nicht verifiziert werden.
  10. H. Liebhart: Liederlust und Psalter. Walden & Stowe, Cincinnati 1882, Nr. 176, S. 187 f. (Digitalisat).
  11. Kling, Glöckchen, Liedtext bei german.about.com
  12. Frohe Weihnacht. Eine Sammlung von 40 der bekanntesten Weihnachtslieder. Herausgegeben und arrangiert von Wilhelm Lutz. Edition Schott 4006, Mainz 1946, S. 14.
  13. Hildegard Meyberg (Hrsg.): Laßt uns singen in der Weihnachtszeit. Ludwig Auer, Donauwörth 1985, ISBN 3-403-01602-1, S. 249.
  14. Carl Reinecke, Op. 131–140
  15. Carl Reinecke’s Kinderlieder. Neue Gesammtausgabe. Zweiter Band. Breitkopf & Härtel, Leipzig o.J., S. 18 (online: Noten und Audiodateien im International Music Score Library Project.)