Kloster Farfa

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Benediktinerabtei Farfa

Das Kloster Farfa (ital. Abbazia di Santa Maria di Farfa; lat. Abbatia Farfensis) ist eine Benediktinerabtei in Fara in Sabina in Italien, benannt nach dem Fluss Farfa, ein Nebenfluss des Tiber.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Gründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Überlieferung der aus dem 12. Jahrhundert stammenden Chronik von Farfa wird die Gründung des Klosters in die Zeit der Kaiser Julian und Gratian und von Laurence von Syrien angenommen. Laurence war nach Rom gekommen und wurde Bischof von Spoleto. Archäologische Grabungen im Jahr 1888 ergaben eine erste klösterliche Einrichtung wohl auf den Ruinen eines antiken Tempel oder römischen Villa. Diese ersten Klosterbauten wurden bereits um 500 wieder verwüstet.

Zweite Gründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im siebten Jahrhundert kamen irische Pilger nach Gallien und Italien. Sie begründeten die Abtei Bobbio und wohl auch Farfa im Herzogtum Spoleto neu. Die Constructio Monasterii Farfensis von 857 bezieht sich auf die Geschichte seines Hauptgründers Thomas von Maurienne, der eine Pilgerfahrt nach Jerusalem gemacht hatte, dort drei Jahre zubrachte und im Gebet vor dem Heiligen Grab von der Jungfrau Maria in einer Vision ermuntert wurde nach Italien zurückzukehren und Farfa wieder neu aufzubauen. Auch der Herzog von Spoleto Faroald II., hatte eine Vision, ihm wurde befohlen ihn in dieser Arbeit zu unterstützen.

Die Lombardischen Herrscher und später die Karolinger förderten das Kloster, so auch in der Regierungszeit Karls des Großen. Er besuchte das Kloster vor seiner Krönung zum Kaiser am 25. Dezember 800, der spätere Abt Ingoald war mit ihm verwandt. Als Reichsabtei war es eines der mächtigsten Klöster in Italien. Die Äbte hatten zeitweise großen Einfluss auf den Papst. Unter Abt Ratfredo wurde 930 die Basilika fertiggestellt. Im Jahr 1103 schrieb der Mönch Gregory das Largitorium oder Liber Notarius sive emphiteuticus, eine Liste von Schenkungen und Vergabungen an das Kloster sowie die Chronik des Klosters. Die Mittelalterliche Bibliothek des Klosters ist bis heute erhalten. Als der heilige Fintan von Rom nach Alemannien reiste, soll er hier einige Zeit als Mönch gelebt haben.[1]

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter Kardinal Alessandro Farnese wechselte 1547 das Kloster zur Cassinensischen Kongregation. Danach sank die Abtei fast zur Bedeutungslosigkeit. 1861 wurden Teile der Vermögenswerte an Privatpersonen verkauft. Graf Giuseppe Volpi schenkte dem Kloster einige Grundstücke und Immobilien.

Jüngere Vergangenheit und Gegenwart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1920 entstand unter Abt Ildefonso Schuster eine neue Gemeinschaft. 1928 wurde das Kloster zum Nationaldenkmal erklärt. Die Benediktiner-Gemeinschaft ist heute in der Pfarrseelsorge und der geistigen Arbeit tätig, daneben bewahren sie die Anlage und die Bibliothek.

Kunstschätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Romanisches Portal zur Basilika
  • Der Kreuzgang Lombard und der große Kreuzgang
  • Der karolingische Turm aus dem 9. Jahrhundert
  • Die Basilika mit drei Kirchenschiffen, an der Rückwand ein Jüngstes Gericht des flämischen Malers Henri van der Broek von 1561 sowie ein Altar aus der Karolingerzeit.
  • Die Krypta mit einem Sarkophag aus der römischen Zeit
  • Die Bibliothek mit rund 45000 Bänden

Erste Äbte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thomas von Maurienne (680/700–720)
  • Aunepert (720–24)
  • Lucerius (724–40)
  • Fulcoald (740–59)
  • Wandelbert (759–761)
  • Alan (769)
  • Guicpert (769–770)
  • Probatus (770–781)
  • Ragambald (781–786)
  • Altpert (786–790)
  • Mauroald (790–802)
  • Benedict (802–815)
  • Ingoald (815–830)
  • Sichard (830–842)
  • Hilderich (844–857)
  • Perto (857–872)
  • Johann I. (872–881)
  • Anselm (881–883)
  • Teutopert (883–888)
  • Nordepert (888)
  • Spento (888)
  • Vitalis (889)
  • Peter (890–919)
  • Rimo (920–930)
  • Ratfredus (930–936)
  • Hildebrand (936–943 / 7)
  • Campo (936–943 / 7)
  • Dagobert (943 / 7–952)
  • Johann II. (967–)
  • Hugh (998–1039)
  • Berard I. (–1089)
  • Berard II. (–1099)
  • Oddo (1099)

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Chronicon Farfense di Gregorio di Catino, ed. Ugo Balzani. Rom 1903.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kloster Farfa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. David Farmer: The Oxford Dictionary of Saints, 5e Édition révisée. Oxford 2011, S. 167.

Koordinaten: 42° 13′ 17,4″ N, 12° 43′ 7,3″ O