Klytia (Geliebte des Apollon)

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Klytia (griechisch Κλυτία, auch Klytie, lateinisch Clytia) ist in der griechischen Mythologie die Tochter von König Orchamos und Eurynome. Klytia taucht mit einer eigenen Geschichte erstmals bei den Römern auf. Möglicherweise ist sie identisch mit der gleichnamigen Tochter des Okeanos.

Clytia bei Ovid[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ovid erwähnt Clytia in seinen Metamorphosen, Buch 4, 206–270. Apollon verschmähte die in ihn verliebte Clytia wegen Leukothoe. Daraufhin berichtete Clytia aus Eifersucht und Zorn Leukothoes strengem Vater Orchamos von der Affäre. Da Apollon Leukothoe geschwängert hatte, begrub Orchamos sie, um die Schande zu tilgen, bei lebendigem Leib. Danach begab sich Clytia wiederum zu Apollon und suchte erneut seine Liebe zu gewinnen; aber der Verrat hatte sein Herz gegen sie verhärtet.

Clytia setzte sich nun nackt auf einen Felsen nieder, aß und trank nichts, starrte in die Sonne und beklagte ihr Unglück. Nach neun Tagen wurde ihr Herzeleid zu gelben und braunen Farben: Sie wurde in eine „Sonnenblume“ verwandelt, die ihre Blüte stets nach Apollos Sonnenwagen drehte.

Die heutigen Sonnenblumen der Gattung Helianthus waren allerdings in der Antike unbekannt und wurden erst 1530 aus Amerika eingeführt. Die Ovidsche Erzählung meint deshalb höchstwahrscheinlich die „Sonnenwenden“, deren Name (Heliotrop) wörtlich aus dem Griechischen übersetzt ist, weil sie sich auffällig nach der Sonne drehen. Mit einer wesentlich geringeren Wahrscheinlichkeit könnten noch die Ringelblumen in Frage kommen. Ovid schreibt in seinen Metamorphosen (Buch 4, 262–269), dass sich Klytia teils in ein ‚blutleeres Kraut‘ (exsangues […] in herbas) verwandelt, teils in eine dem ‚Veilchen äußerst ähnliche‘ Blume (violaeque simillimus […] flos). Es sind also wohl Untergattungen der Sonnenwenden gemeint, die es sowohl mit violetten als auch weißlichen Blüten gibt.

Marmorbüste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Britischen Museum zu London befindet sich eine antike weibliche Marmorbüste, die durch Nachbildungen des 19. Jahrhunderts sehr populär geworden ist. Weil man glaubte, der Kranz, aus dem die Büste herauswächst, setze sich aus Blütenblättern der Sonnenblume zusammen, erhielt die Skulptur den Namen Klytias, der nach Ovid in eine Sonnenblume verwandelten Verehrerin Apollons. Vermutet wurde auch, dass es sich um eine Porträtbüste aus römischer Zeit handeln könnte, die entweder Antonia minor, die Tochter des Marcus Antonius und der Octavia Minor, oder Agrippina maior zeigt. Stefan Lehmann kommt in einer neuen Untersuchung zu dem Ergebnis, dass es sich bei der Marmorbüste um ein Werk des 18. Jahrhunderts handelt und möglicherweise aus der Hand des englischen Bildhauers Joseph Noellekens (1737–1823) stammt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Klytia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien