Knurrhähne

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Knurrhähne
Bellator militaris

Bellator militaris

Systematik
Acanthomorphata
Stachelflosser (Euacanthomorphacea)
Barschverwandte (Percomorphaceae)
Ordnung: Barschartige (Perciformes)
Unterordnung: Triglioidei
Familie: Knurrhähne
Wissenschaftlicher Name
Triglidae
Risso, 1826

Die Knurrhähne (Triglidae) sind eine Familie bodenbewohnender Meeresfische. Sie kommen in allen Schelfmeeren vor und leben bevorzugt auf sandigem oder weichem Grund, in dem sie mit ihren verlängerten Flossenstrahlen nach Nahrung stochern. Die Tiere leben in Wassertiefen bis 400 Metern. Namensgebend für die Familie ist die Fähigkeit, knurrende oder grunzende Geräusche von sich zu geben. Diese Geräusche erzeugen die Fische mittels eines Muskels, der die zweikammerige Schwimmblase zum Vibrieren bringt. Die Nahrung der Knurrhähne besteht aus kleinen Fischen, Krebstieren und Weichtieren.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Typisch für die Knurrhähne sind die mit Geschmackszellen besetzten und zu Tastorganen umgebildeten unteren zwei bis drei Strahlen der Brustflossen, mit denen die Knurrhähne auch kurze Strecken über den Meeresgrund trippeln können. Die Brustflossen sind groß, flügelartig und ihr Rand ist oft auffallend blau gefärbt. Sie werden bei der Balz und beim Drohen gespreizt und dienen als Tragflächen beim Schwimmen.

Markant ist ebenfalls die Kopfform sowie das große, breite, endständige Maul. Die Lippen sind fleischig, die Zähne auf den Kiefern und dem Gaumen bürstenartig. Der Kopf ist mit zahlreichen Leisten gepanzert und an Kiemen- und Vorderkiemendeckeln mit Stacheln besetzt. An der Schnauze können sich zwei Rostralfortsätze befinden. Knurrhähne werden je nach Art zehn bis 75 Zentimeter lang.

Die Rückenflosse ist geteilt, die erste hartstrahlige Rückenflosse ist viel kürzer und höher als die zweite weichstrahlige. Die Basis der Rückenflossen sind mit spitzen Schildern geschützt. Die Schwanzflosse ist groß und eingedellt. Die Bauchflossen sind brustständig. Knurrhähne sind oft rötlich, aber auch silbrig oder dunkel gefärbt.

Flossenformel: Dorsale 1 VII-XI, Dorsale 2 10-23, Anale 0-I/11-23, Caudale 9-10

Knurrhähne sind geschätzte Speisefische.

Innere Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt drei Unterfamilien und neun Gattungen mit über 120 Arten. Außerdem deuten molekulargenetische Daten an, das die Panzerknurrhähne, die üblicherweise als eigenständige Familie gelten, als Schwestergruppe einer Klade von Pterygotriglinae und Triglinae phylogenetisch innerhalb der Triglidae stehen und den Knurrhähnen als vierte Unterfamilie zugeordnet werden müssten.[1]

Kladogramm der Triglidae:[1]
   

 Prionotinae


   


 Triglinae


   

 Pterygotriglinae



   

 Panzerknurrhähne (Peristediinae)



Vorlage:Klade/Wartung/Style

Unterfamilie Prionotinae[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Unterfamilie Prionotinae ist die Seitenlinie auf dem Schwanz nicht gegabelt. Ein Band (Baudelots Ligament) verbindet das obere Ende des Schultergürtels mit dem Hinterschädel. 26 Wirbel.

Unterfamilie Pterygotriglinae[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unterfamilie Triglinae[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Roter Knurrhahn (Chelidonichthys lucerna)
Grauer Knurrhahn (Eutrigla gurnardus)
Lepidotrigla vanessa
Leierknurrhahn (Trigla lyra)
Gestreifter Knurrhahn (Trigloporus lastoviza)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b David S. Portnoy, Stuart C. Willis, Elizabeth Hunt, Dominic G. Swift, John R. Gold, Kevin W. Conway: Molecular phylogenetics of New World searobins (Triglidae; Prionotinae). Molecular Phylogenetics and Evolution, November 2016, doi: 10.1016/j.ympev.2016.11.017

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Knurrhähne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Knurrhahn – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen