Koalition zur Untersuchung der Verfolgung von Falun Gong in China

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Koalition zur Untersuchung der Verfolgung von Falun Gong in China (engl.: Coalition to Investigate the Persecution of Falun Gong in China (CIPFG)) ist eine internationale Nichtregierungsorganisation, die am 5. April 2006 von dem Falun-Dafa-Verein in Washington, D.C.[1] gegründet wurde.[2][3] Die Organisation hat auch Büros in Kanada.[3]

2006 bat CIPFG den ehemaligen kanadischen Staatssekretär und Kronanwalt David Kilgour PC und den kanadischen Immigrations- und Menschenrechtsanwalt David Matas, die Anschuldigungen des Organraubs an lebenden Falun-Gong-Praktizierenden in China zu untersuchen. Im Kilgour-Matas-Untersuchungsbericht,[4] der im Juli 2006 den Vereinten Nationen und anschließend weiteren Regierungen vorgelegt wurde, kamen die Ermittler zu dem Schluss, dass „die chinesische Regierung und ihre Behörden in zahlreichen Teilen des Landes, insbesondere in den Krankenhäusern, aber auch in Haftanstalten und Volksgerichtshöfen, seit 1999 eine große, aber unbekannte Anzahl von Falun-Gong-Gewissensgefangenen zu Tode kommen ließen“.[4][5][6]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Demonstranten des Menschenrechtsfackellaufs; auf dem Spruchband steht: „Menschenrechtsverletzungen können nicht mit der Olympiade in Peking koexistieren“

Im Dezember 2006 reagierte die australische Regierung auf die neu gestaltete Petition der CIPFG, in der unethische Organtransplantationen in China vorgeworfen wurden, indem sie die Ausbildungsprogramme chinesischer Ärzte für Organtransplantationsverfahren in den Prince-Charles- und Princess-Alexandra-Krankenhäusern abschafften. Auch beendete sie die gemeinsamen Forschungsprogramme zur Organtransplantation mit China.[7]

Boykott der Olympischen Spiele 2008 in Peking[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine der Läuferinnen des Menschenrechts-Fackellaufs

Die Koalition zur Untersuchung der Verfolgung von Falun Gong organisierte 2007 den internationalen Globalen Menschenrechtsfackellauf, der in 150 Städten in 35 Ländern Europas, Asiens, Nordamerikas und Australiens stattfand. Mit dem Menschenrechtsfackellauf unterstützte CIPFG den von EU-Politikern, wie dem Vizepräsidenten des Europäischen Parlaments Edward McMillan-Scott, dem Parlamentspräsidenten Hans-Gert Pöttering, dem Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso und der Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner, angestrebten Boykott der Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking zu unterstützen.[8][9][10]

Der Fackellauf begann am 9. August 2007 in Athen, ein Jahr vor Beginn der Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking. Nach Angaben von CIPFG war die Rolle des Menschenrechtsfackellaufs, die Öffentlichkeit über Verletzungen der Menschenrechte in der Volksrepublik China, insbesondere über die Verfolgung von Falun Gong zu informieren.[11] Am Menschenrechtsfackellauf nahmen auch einige bekannte Persönlichkeiten teil, wie Chen Kai, ehemaliges Mitglied des nationalen Basketball-Teams in China.[12]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. David Matas, China's Bloody Harvest: Waiting times for organ transplants in China are a matter of days. Everywhere else waiting times are measured in years, National Post (Canada) auf Minghui, 24. August 2006, abgerufen am 23. August 2017
  2. Thomas Lum, CRS Report for Congress #RL33437. China and Falun Gong (PDF), Congressional Research Service, S. CRS-7, Paragraph 3, 25. Mai 2006, abgerufen am 23. August 2017
  3. a b Canadian report implicates China in organ harvesting, Agence-France-Presse, Taipei Times, 8. Juli 2006, abgerufen am 23. August 2017
  4. a b David Kilgour, David Matas, An Independent Investigation into Allegations of Organ Harvesting of Falun Gong Practitioners in China (in 22 Sprachen), organharvestinvestigation.net, 6. Juli 2006, aktualisiert 31. Januar 2007, abgerufen am 23. August 2017
  5. David Kilgour, David Matas: „Blutige Ernte – Untersuchungsbericht zu den Anschuldigungen der Organentnahmen an Falun-Gong-Praktizierenden in China“ (revidierte und erweiterte Fassung November 2007), abgerufen am 23. August 2017
  6. China’s Pre-emptive Public Relations, Stratfor, 18. November 2006, abgerufen am 23. August 2017
  7. Hospitals ban Chinese surgeon training, The Sydney Morning Herald, 5. Dezember 2006, abgerufen am 23. August 2017
  8. Wakas To Bring Human Rights Torch Into Nelson, Press Release: CIPFG, Scoop Independent News, 26. Dezember 2007, abgerufen am 23. August 2017
  9. Alanah May Eriksen, Human rights marchers want Olympic boycott, New Zealand Herald, 17. Dezember 2007, abgerufen am 23. August 2017
  10. City rally hears student’s tale of torture, imprisonment in China, The Calgary Herald, 20. Mai 2008, abgerufen am 23. August 2017
  11. Apaak Clement, Human Rights Torch Comes to Vancouver, Media With Conscience News, 20. Mai 2008, abgerufen am 23. August 2017
  12. Christa Hillstrom, Activists carry torch to protest human-rights violations in China, Medill Reports Chicago, 14. Mai 2008, abgerufen am 23. August 2017