Konrad Knebel (Maler)

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Konrad Knebel
während einer Ausstellungseröffnung im August 2013

Konrad Knebel (* 24. Februar 1932 in Leipzig) ist ein deutscher Maler und Grafiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den großen Luftangriffen auf Leipzig im Dezember 1943 siedelte die Familie von Konrad Knebel nach Marienberg im Erzgebirge über. Seine Eltern waren Musiker. Knebel besuchte die Thomasschule zu Leipzig. Nach bestandenem Abitur 1951 und Absolvierung seines Studiums von 1951 bis 1957 bei Kurt Robbel, Arno Mohr, Bert Heller und Toni Mau an der Hochschule für bildende und angewandte Kunst Berlin-Weißensee arbeitet er seit 1957 freischaffend als Maler und Grafiker in Berlin. Zudem war er 1965/66 als freier Dozent an der Hochschule für bildende und angewandte Kunst Berlin-Weißensee tätig und leitete einen Malzirkel im VEB Tiefbau Berlin. Seit 1965 beginnt Knebel mit Eitemperafarben auf Papier zu malen. Neben der Ölmalerei entsteht damit eine neue Werkgruppe, die Temperablätter. Studienreisen und Ausstellungen führten ihn nach Polen, die Tschechoslowakei, in die Sowjetunion, nach Burma, Frankreich, Jugoslawien, Bulgarien, Italien, Norwegen, Vietnam und in die USA. Von 1989 bis 1990 war er Mitglied des Runden Tisches im Bauministerium. Er ist Mitglied des Künstlersonderbundes in Deutschland.

In der DDR war Knebel auf den meisten wichtigen Kunstausstellungen vertreten, u. a. von 1958 bis 1988 auf allen Deutschen Kunstausstellungen bzw. Kunstausstellungen der DDR in Dresden.

In seinen Bildern setzt er sich immer wieder mit dem Stadt-Thema auch als Symbol des Seins und des menschlichen Vergehens auseinander: Grenzen, Verfall, Leerstand, Verkehr und Abriss. 1982 wurde seine Arbeit in dem DEFA-Dokumentarfilm Stadtlandschaften vorgestellt. 2012 wurde berichtet, dass Knebel sein Atelier im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg, in dem er seit 38 Jahren gearbeitet hatte, verlassen musste, weil im Zuge der dort ablaufenden Gentrifizierung ein Umbau zu einem Großraumbüro anstand.[1]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Konrad Knebel gilt, wie Metzkes, als ein herausragender und prototypischer Vertreter der Berliner Kunst. Sein Motivfeld sind die Häuser und Straßen als Orte des Werdens und Vergehens menschlichen Daseins, Fassaden als Physiognomien.“[2]

Darstellung Knebels in der bildenden Kunst (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schacht im Erzgebirge (Öl auf Leinwand, 84 × 59 cm; 1959; Galerie Neue Meister Dresden)[4]
  • Moskauer Stadtlandschaft (Öl auf Leinwand, 50 × 70 cm; 1962; Galerie Neue Meister Dresden)[5]
  • Am Bahnhof Königstein (Mischtechnik auf Leinwand, 65 × 85 cm; 1976; Galerie Neue Meister Dresden)[6]
  • Vorstadtlandschaft (Öl auf Leinwand, 50 × 70 cm, 1976; Nationalgalerie Berlin)[7]
  • Am Bahnhof Lichtenberg (Öl auf Leinwand, 60 × 80 cm; 1977; Berlinische Galerie)
  • Pfarrstraße in Berlin (Mischtechnik Öl und Tempera auf Leinwand, 70 × 90 cm, 1977; Nationalgalerie Berlin)[8]
  • Dunckerstraße (Öl auf Leinwand, 80 × 90 cm; 1984/1985; Berlinische Galerie)
  • Luisenstraße (Öl auf Leinwand, 80 × 90 cm; 1984/1985; Berlinische Galerie)

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1962: Leipzig, Wort und Werk
  • 1963: Berlin, Institut für Lehrerweiterbildung
  • 1967: Weimar, Kunstantiquariat Katharina Becker
  • 1972: Rangoon (Burma), Museum
  • 1975: Berlin, Galerie am Prater
  • 1980: Berlin, Galerie Arkade
  • 2009: Berlin, Ephraimpalais[9]
  • 2013: Berlin, Galerie Forum Amalienpark (mit Anna Franziska Schwarzbach)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin, 2010, S. 455–456
  • 1968 Günter Meier: Konrad Knebel (Welt der Kunst)
  • Lothar Lang – Fragment zu Konrad Knebel, Berlin 1980 (Galerie Arkade, Staatlicher Kunsthandel der DDR)
  • Lothar Lang: Malerei und Graphik in der DDR. Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig, 1983, div. Seiten
  • Ausstellungskatalog Galerie Rähnitzgasse Dresden 1986
  • Konrad Knebel – Stadtlandschaften, Berlin 1989 (herausgegeben zur Ausstellung im Ephraim-Palais)
  • Konrad Knebel – Käthe-Kollwitz-Preisträger 1990, Berlin 1991 (Akademie der Künste zu Berlin)
  • Stiftung Stadtmuseum Berlin (Hrsg.): Hannah-Höch-Preis 2009 Konrad Knebel. Die Sprache der Steine
  • Schichtwechsel – Kunst aus 40 Jahren DDR / Katalog: Eine Ausstellung des Kunstarchivs Beeskow mit einem Beitrag von Dr. Herbert Schirmer. 2010 bis 2013.
  • Knut Elstermann: Der Canaletto vom Prenzlauer Berg. Der Maler Konrad Knebel, Be.bra-Verlag, Berlin, 2020; ISBN 978-3-89809-174-9

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Annett Gröschner: Die feinen Altbauviertel sind für alle da! Artikel vom 4. Juni 2012 im Portal welt.de, abgerufen am 14. August 2015
  2. Lothar Lang: Malerei und Graphik in der DDR. Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig, 1983; S. 184
  3. Dülerkop, Günter: Familie Konrad Knebel. 1976, abgerufen am 6. April 2022.
  4. SKD | Online Collection. Abgerufen am 20. Dezember 2021.
  5. Moskauer Stadtlandschaft, auf skd-online-collection.skd.museum
  6. Am Bahnhof Königstein, auf skd-online-collection.skd.museum
  7. Vorstadtlandschaft | Konrad Knebel | Bildindex der Kunst & Architektur - Bildindex der Kunst & Architektur - Startseite Bildindex. Abgerufen am 20. Dezember 2021.
  8. Pfarrstraße in Berlin | Konrad Knebel | Bildindex der Kunst & Architektur - Bildindex der Kunst & Architektur - Startseite Bildindex. Abgerufen am 20. Dezember 2021.
  9. Konrad Knebel. Die Sprache der Steine. Pirckheimer-Blog, 12. November 2009