Toni Mau

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Toni Florence Mau (* 2. September 1917 in Berlin-Reinickendorf; † 22. November 1981 in Berlin) war eine deutsche Malerin, Grafikerin und Hochschullehrerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Toni Mau studierte von 1934 bis 1939 und 1941 bis 1943 an der Kunstgewerbeschule Berlin-Charlottenburg, wo zu ihren Lehrern Hans Orlowski und Max Kaus gehörten. Nach ihrem Studium arbeitete sie zunächst freischaffend und als Zeichenlehrerin. 1946 setzte sie ihr Studium an der Kunstgewerbeschule Berlin bei Max Kaus fort und arbeitete von 1948 bis 1953 wieder freischaffend.

1953 wurde Toni Mau als Hochschullehrerin an die Hochschule für bildende und angewandte Kunst berufen, wo sie schnell im Rahmen der Formalismusdebatte in die Kritik geriet und schließlich ihre Tätigkeit aufgeben musste. Daher setzte sie 1957 ihre freischaffende Arbeit fort. Bereits sehr früh galt ihr Interesse dem Siebdruck, einer damals noch kaum beachteten Technik.[1]

Mehrfach waren Arbeiten von ihr auf den Kunstausstellungen der DDR und der Grafiktriennale intergrafik vertreten.

Zitat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Die Sensibilität der Künstlerin registriert Spannungen unserer konfliktreichen Zeit und deren Einfluss auf Gemütsleben und Verhaltensweisen. Eben diese Spannungen schwingen in ihren Werken mit; denn die anthropomorphen Tier- und Pflanzengebilde, die auf ihren graphischen Blättern und in den Miniaturen zu eigenwilligem Leben entstehen, sind visuell gestaltete Metaphern dieser Probleme. Auf der Szene des unbegrenzten Raumes einer Traumlandschaft erscheinen Figuren, manchmal Fabelwesen ähnlich, symbolische Gesten vollführend nach der Art mittelalterlicher Mysterienspiele. Die expressive Dynamik der Komposition lässt uns teilnehmen an der Handlung, deren Sinn wir erahnen.“ Ewa Garztecka, 1974[2]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baugebundene Arbeiten und Brunnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemälde und Grafiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1956 Mutter mit Kind (Farbsiebdruck)
  • 1966 Beweinung (Vietnam) (Siebdruck)
  • 1969 Am Strand (Siebdruck)
  • 1974 Traumlandschaft (Mischtechnik)
  • 1977 Porträt Tschesno Hell (Öl auf Leinwand)
  • 1979 Zwei kämpfende Fabelwesen (Serigrafie und Materialdruck, zweifarbig)

Werke von Toni Mau befinden sich unter anderem in der Akademie der Künste, dem Kupferstichkabinett Berlin, dem Kupferstichkabinett Dresden, der Kunsthalle Rostock, dem Museum Schwerin, dem Märkischen Museum Berlin, der Galerie Lidice, in öffentlichen Sammlungen in Finnland und Kuba und in zahlreichen Privatsammlungen.

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1966 Berlin, Verkaufsgenossenschaft Bildender Künstler
  • 1967 Kuba, Havanna und Provinzen
  • 1968 Erfurt
  • 1971 Halle-Neustadt
  • 1974 Berlin, Galerie im Turm
  • 1978 Berlin, Studio Bildende Kunst Berlin-Lichtenberg, Schlossgalerie Berlin-Köpenick
  • 1981 Suhl, Galerie am Steinweg
  • 1981 Königs Wusterhausen, Kleine Galerie des Kulturbundes
  • 1982 Berlin, Galerie Unter den Linden
  • 1984 Berlin, Galerie in der Deutschen Bücherstube

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Katalog zur Ausstellung Weggefährten Zeitgenossen. Bildende Kunst aus drei Jahrzehnten (Ministerium für Kultur und VBK der DDR, 1979)
  2. Toni Mau; Faltblatt zur Ausstellung in der Galerie im Turm, Berlin, 1974
  3. Kunst in der Großsiedlung. Kunstwerke im öffentlichen Raum in Marzahn und Hellersdorf (Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf von Berlin ISBN 978-3-00-026730-7) S. 163.