Konrad Seige

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Konrad Seige (* 27. Oktober 1921 in Jena) ist ein deutscher Internist und Hochschullehrer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seige studierte Medizin an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. 1938 wurde er Mitglied der Kameradschaft „Saaleck“, die das Corps Saxonia Jena nach der erzwungenen Suspension 1936 gegründet hatte.[1] Nachdem er an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen zum Dr. med. Promotion hatte, ging er 1946 zu Max Bürger an die Universität Leipzig. 1959 wurde er dort unter Bürgers Nachfolger Rolf Emmrich zum a.o. Professor ernannt.

Am 1. April 1964 folgte er dem Ruf der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg auf den Lehrstuhl für Innere Medizin.[2] Als Direktor der II. Medizinischen Klinik und Poliklinik war er Gründungsvorsitzender der Gesellschaft für Endokrinologie und Stoffwechselkrankheiten der DDR und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Klinische Medizin in der DDR. Er ist Mitglied der New York Academy of Sciences und der American Diabetes Association. Er war Präsident der International Society of Internal Medicine (1982–1988) und des Weltkongresses für Innere Medizin in Kyoto (1985). Dass er über Jahrzehnte enge Beziehungen zur Universität Posen pflegte, dankte sie ihm mit dem Ehrendoktor.[3] Besonders auf den Gebieten des Diabetes mellitus und der Angiologie hatte seine Klinik einen „legendären“ Ruf; Seige kämpfte aber für die Erhaltung der „großen“ Inneren Medizin und hielt die Fakultät von politischen Einflüssen weitgehend frei.[3] Dennoch wurde er 1987 – noch vor der Wende (DDR) – mit hohen Ehren emeritiert.

1950 wurde er (wie sein Bruder und Kollege Dietrich Seige) auch Mitglied des nach Frankfurt am Main gegangenen Corps Franconia Jena. Das Corps Saxonia Bonn verlieh ihm 1985 das Band.[1] Nach der Wiedervereinigung unterstützte Seige das Land Sachsen-Anhalt in mehreren Kommissionen. Der Ministerpräsident Wolfgang Böhmer verlieh ihm im Juli 2006 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Im hohen Alter veröffentlichte Seige die Geschichte der „Saaleck“.[4]

Ehrenmitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gesellschaft für Endokrinologie und Stoffwechselkrankheiten der DDR
  • Gesellschaft für Gastroenterologie der ČSSR
  • Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin
  • Polnische Gesellschaft für Gastroenterologie
  • Deutsche Diabetes-Gesellschaft [5]
  • Sächsische Gesellschaft für Innere Medizin

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Kösener Corpslisten 1996, 146, 822; 141, 622; 37, 765
  2. Universitätszeitung Leipzig (PDF; 4,8 MB)
  3. a b Universitätszeitung Halle (2003) (PDF; 555 kB)
  4. K. Seige: Kameradschaft Saaleck auf dem Sachsenhaus in Jena. Halle 2005
  5. DDG
  6. Mitgliedseintrag von Prof. Dr. Konrad Seige bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 22. Juli 2016.