Konstantin Eduardowitsch Bronsit

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Konstantin Bronsit 2006

Konstantin Eduardowitsch Bronsit (russisch Константин Эдуардович Бронзит; * 12. April 1965 in Leningrad) ist ein russischer Filmregisseur und Animator.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bronsit kam als Sohn einer Krankenschwester und eines Optomechanikers in Leningrad zur Welt. Schon während der Schulzeit wurde sein Zeichentalent entdeckt, sodass er ab der 5. Klasse Kunstschulen besuchte. Er studierte am Repin-Institut für Malerei, Bildhauerei und Architektur in Leningrad bis 1983 Kunst und Gestaltung. Anschließend arbeitete ab 1985 bei Lennautschfilm, wo er als Animator an Erziehungs- und Wissenschaftsfilmen beteiligt war. Hier realisierte er sein Filmdebüt Karusel, in dem er den Kreislauf der Natur – Fliege wird von Frosch gejagt, Frosch wird von Vogel gejagt, während der Vogel vom Jäger gejagt wird, den wiederum am Ende die Fliege vertreibt – animiert darstellte. Ab 1988 war er zudem als Cartoonzeichner für Zeitungen aktiv.

Im Jahr 1992 absolvierte Bronsit die St. Petersburg Higher School of Industrial Art und wurde anschließend bis 1995 Schüler von Fjodor Chitruk, als er in Moskau den Höheren Kurs für Drehbuchautoren und Regisseure besuchte. Bis 1995 war Bronsit als Animator beim Animationsfilmstudio Pilot in Moskau tätig, wo unter anderem die Kurzanimationsfilme Fare-Well! (Пережёвывай!, 1993), Nock-Nock (Тук-тук, 1993) und Pacifier (Пустышка, 1994) entstanden. Ab 1996 arbeitete er bei einem Fernsehstudio im Werbebereich und ging 1998 zum Studio Folimage nach Valence, wo er als Artist in Residence seinen Kurzanimationsfilm Am Ende der Welt schuf. Er erhielt auf internationalen Festivals über 60 Preise[1] und wurde für einen César nominiert. Im Jahr 1999 kehrte Bronsit nach Russland zurück und ist seither künstlerischer Leiter des Animationsfilmstudios Melnitsa in St. Petersburg. Er führte unter anderem beim Langfilm Aljoscha, der ruhmreiche Recke Regie, der 2004 in die Kinos kam. Für den Kurzanimationsfilm Lavatory Lovestory erhielt Bronsit 2009 eine Oscarnominierung in der Kategorie Bester animierter Kurzfilm. We Can’t Live Without Cosmos, ein Animationsfilm um zwei befreundete Kosmonauten und ihren Alltag aus dem Jahr 2014, wurde auf zahlreichen Festivals ausgezeichnet und gewann 2015 unter anderem den Cristal d’Annecy des Festival d’Animation Annecy. Im Jahr 2016 wurde er für einen Oscar als Bester animierter Kurzfilm nominiert.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1988: Karusel (Карусель)
  • 1991: Memento Mori
  • 1993: Fare-Well! (Пережёвывай!)
  • 1993: Nock-Nock (Тук-тук)
  • 1994: Switchcraft (Свичкрафт)
  • 1994: Pacifier (Пустышка)
  • 1997: Die Hard
  • 1999: Am Ende der Welt (Au bout du monde)
  • 2003: Der Gott (Божество)
  • 2004: Aljoscha, der ruhmreiche Recke (Алёша Попович и Тугарин Змей)
  • 2006: Lavatory Lovestory (Уборная история – любовная история)
  • 2014: We Can’t Live Without Cosmos (Мы не можем жить без космоса)

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • The Tricks, Flies and Timing of Konstantin Bronzit. In: Chris Robinson: Animators Unearthed: A Guide to the Best of Contemporary Animation. Continuum, New York 2012, S. 157–162.
  • Konstantin Bronzit. In: Anima Mundi (Hrsg.), Julius Wiedemann (Bearb.): Animation Now! Taschen, Köln u. a. 2004, S. 284–289.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. vgl. Konstantin Bronzit auf festivalonwheels.org