Koskull (Adelsgeschlecht)

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Stammwappen derer von Koskull

Koskull auch Koschkull ist der Name eines baltischen Adelsgeschlechts, das auch in Schweden, Preußen und Russland zu Ansehen gelangte und dessen Zweige in der Gegenwart fortbestehen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Koskull gehören zu den ältesten deutschen Geschlechtern Livlands. Sie sind wappen- und wahrscheinlich auch stammverwandt mit den von der Pahlen. 1302 wurde die Familie mit dem erzstiftschen Vasallen Ritter Andreas de Koskule zuerst urkundlich genannt. Es wird gemeinhin davon ausgegangen, dass der Name Koskull von einem baltischen, vermutlich estnischen Ortsnamen entlehnt wird. Die Koskull gehörten mit ihrem umfangreichen Grundbesitz zu den einflussreichsten und angesehensten rigischen Vasallengeschlechtern. Bereits um 1400 war die Familie weit verbreitet und machte sich bis ins 17. Jahrhundert auch in Estland, Kurland, Schweden und Finnland, im 18. Jahrhundert auch in Preußen sesshaft.

Die Familie wurde 1742 in die Livländische Ritterschaft, 1777 in die Estländische Ritterschaft und 1841 in die Kurländische Ritterschaft immatrikuliert. Bereits 1834 erging ein preußisches Freiherrndiplom, 1862 und 1879 wurde dem Gesamtgeschlecht das Führen des russischen Baronstitels genehmigt. 1803 kam der Reichsgrafenstand an das Geschlecht und 1898 wurde noch einmal ein russisches Grafendiplom erteilt.

In Schweden wurden die Koskull 1638 naturalisiert und mit der Nr. 248 in die Adelsklasse und nach Hebungen in den Freiherrenstand 1719 und 1720 mit den Nrn. 160 und 184 in die Freiherrnklasse der schwedischen Ritterschaft introduziert.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stamm- und freiherrliche Wappen zeigt in Blau (oder in Silber) drei grüne Seeblätter (2:1). Auf dem Helm mit grün-gold-blauen Decken ein goldener aus vier Federn bestehender Pfauenspiegel, zwischen den Federn drei natürliche Rohrkolben.[1]

Bekannte Familienmitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Carl Arvid von Klingspor: Baltisches Wappenbuch. Wappen sämmtlicher, den Ritterschaften von Livland, Estland, Kurland und Oesel zugehöriger Adelsgeschlechter. Stockholm 1882, S. 79, Abb. 57.
  2. Anders Koskull im Svenskt biografiskt lexikon (schwedisch).
  3. Koskull, Josepha Benita Baronesse von in der Ostdeutschen Biographie (Kulturportal West-Ost); Heinrich von Lersner: Nachruf auf Josi von Koskull. In: Herold-Nachrichten, NF 15, 1996/00, S. 17–18.