Kremmeldorf
Kremmeldorf Gemeinde Memmelsdorf
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|---|---|
| Koordinaten: | 49° 56′ N, 11° 1′ O |
| Höhe: | 312 m ü. NHN |
| Einwohner: | 223 (31. Dez. 2024)[1] |
| Eingemeindung: | 1. Januar 1972 |
| Postleitzahl: | 96117 |
| Vorwahl: | 09505 |
Luftbild (2025)
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Kremmeldorf ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Memmelsdorf im Landkreis Bamberg (Oberfranken, Bayern).[2] Die Gemarkung Kremmeldorf hat eine Fläche von 5,057 km². Sie ist in 637 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 7938,66 m² haben.[3] In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Schmerldorf.[4]
Geografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Kirchdorf liegt am Leithenbach, einem linken Zufluss des Leitenbachs, und ist von Acker- und Grünland umgeben außer im Osten: hier erhebt sich die bewaldete Anhöhe Stammberg (460 m ü. NHN). Nördlich von Kremmeldorf gibt es einen Hohlweg, der als Geotop ausgezeichnet ist. Die Staatsstraße 2210 führt nach Schammelsdorf (1,5 km südlich) bzw. nach Köttensdorf (2 km nördlich). Die Kreisstraße BA 16 führt nach Schmerldorf (1 km westlich).[5]
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Ort wurde 1312 das erste Mal genannt. „Gut Cremelndorf“ war ein Gut, das zu Giech gehörte. Zusammen mit anderen Orten wurde es immer wieder verkauft. 1390 kam das Scheßlitzer Land zum Bistum Bamberg.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Kremmeldorf aus 34 Anwesen und einem Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Scheßlitz aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Amt Scheßlitz. Grundherren waren
- die Hofkanzlei Bamberg: 2 Halbhöfe, 1 Gütlein;
- das Domkapitel Bamberg, Fragment: 1 Gut, 2 Sölden, 2 Gütlein, 1 Tropfhäuslein;
- das Domkapitel Bamberg, Vikarie: 2 Sölden, 2 Güter, 1 Wirtshaus, 2 Häuslein;
- das Amt Scheßlitz: 1 Hof, 1 Gut, 2 Sölden, 4 Gütlein, 1 Zapfenwirtshaus;
- der Herzog von Sachsen-Coburg: 1 zerschlagener Hof mit Haus;
- das bambergische St. Elisabeth und St. Katharina-Hospital: 1 Gut;
- das bambergische St. Martin-Hospital: 3 Sölden, 1 Tropfhaus;
- der bambergische Frauen-Siechhof: 1 Gut, 1 Sölde;
- das Pfarramt Memmelsdorf: 1 Gut.[6]
Im Jahre 1802 kam Kremmeldorf an das Kurfürstentum Bayern. Im Zuge des Gemeindeedikts wurde 1811 der Steuerdistrikt Kremmeldorf gebildet, zu dem Schmerldorf gehörte. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Kremmeldorf, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Scheßlitz zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Scheßlitz (1919 in Finanzamt Scheßlitz umbenannt, ab 1928 Finanzamt Bamberg-Land). Ab 1862 war das neu gebildete Bezirksamt Bamberg I für die Verwaltung zuständig, mit dessen Auflösung im Jahr 1929 ist es das Bezirksamt Bamberg (1939 in Landkreis Bamberg umbenannt). Die Gerichtsbarkeit lag weiterhin beim Landgericht Scheßlitz (1880 in Amtsgericht Scheßlitz umbenannt, seit 1932 Amtsgericht Bamberg).[7] 1964 hatte die Gemeinde eine Gebietsfläche von 5,039 km².[8]
Am 1. Januar 1972 wurde Kremmeldorf im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Memmelsdorf eingemeindet.[9][10]
Baudenkmäler
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Kremmeldorf gibt es vier Baudenkmäler:[11]
- Kirchweg 2: Ehemalige Schule, 1878 eingeweiht
- Kirchweg 4: Katholische Kapelle Heiliges Herz Jesu
- Lange Straße 12: Bauernhaus
- Bildstock
Bodendenkmäler
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In der Gemarkung Kremmeldorf gibt es drei Bodendenkmäler.[11]
Einwohnerentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gemeinde Kremmeldorf
| Jahr | 1818 | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1952 | 1961 | 1970 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 212 | 253 | 262 | 250 | 277 | 266 | 292 | 293 | 328 | 331 | 332 | 321 | 308 | 323 | 343 | 314 | 284 | 306 | 281 | 415 | 432 | 390 | 319 | 356 |
| Häuser[12] | 44 | 47 | 54 | 54 | 53 | 54 | 57 | 60 | ||||||||||||||||
| Quelle | [7] | [13] | [13] | [13] | [14] | [15] | [16] | [17] | [18] | [19] | [20] | [13] | [21] | [13] | [22] | [13] | [23] | [24] | [24] | [24] | [25] | [24] | [8] | [26] |
Ort Kremmeldorf
| Jahr | 1818 | 1861 | 1871 | 1885 | 1900 | 1925 | 1950 | 1961 | 1970 | 1987 | 2024 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 151 | 188 | 194 | 220 | 219 | 190 | 277 | 215 | 230 | 215 | 223 |
| Häuser[12] | 30 | 36 | 35 | 35 | 38 | 41 | 53 | ||||
| Quelle | [7] | [14] | [16] | [19] | [21] | [23] | [25] | [8] | [26] | [27] | [1] |
Religion
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Kremmeldorf ist römisch-katholisch geprägt und war ursprünglich südlich des Bachs nach Mariä Himmelfahrt (Memmelsdorf) gepfarrt und nördlich des Bachs nach St. Kilian (Scheßlitz).[6] Seit Anfang des 20. Jahrhunderts ist die Pfarrei St. Sebastian (Peulendorf) zuständig.[21]
Einrichtungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Katholische Herz-Jesu-Kapelle
- Freiwillige Feuerwehr, 1885 gegründet
- Jugendraum
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Johann Kaspar Bundschuh: Kremeldorf. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 3: I–Ne. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753092, Sp. 209 (Digitalisat).
- Konrad Schrott: Memmelsdorf: seine Ortsteile und ihre Menschen im Spiegel der Geschichte. Gemeinde Memmelsdorf, 1982, DNB 209759305.
- Hildegard Weiß: Stadt- und Landkreis Bamberg (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 21). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1974, ISBN 3-7696-9884-3.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Kremmeldorf in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 21. Februar 2023.
- Kremmeldorf in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 22. Dezember 2025.
- Kremmeldorf im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 22. Dezember 2025.
Fußnoten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ a b Einwohnerzahlen nach Ortsteilen. Gemeinde Memmelsdorf, abgerufen am 10. Februar 2025.
- ↑ Gemeinde Memmelsdorf, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 22. Dezember 2024.
- ↑ Gemarkung Kremmeldorf (092207). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 22. Dezember 2025.
- ↑ Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 22. Dezember 2025.
- ↑ Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 22. Dezember 2025 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).
- ↑ a b W. Weiß: Bamberg, S. 139.
- ↑ a b c W. Weiß: Bamberg, S. 251f.
- ↑ a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 646 (Digitalisat).
- ↑ Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 430.
- ↑ Memmelsdorf > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 22. Dezember 2025.
- ↑ a b Denkmalliste für Memmelsdorf (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege
- ↑ a b Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 und von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.
- ↑ a b c d e f Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 136, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
- ↑ a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 832, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
- ↑ Kgl. statistisches Bureau (Hrsg.): Verzeichniß der Gemeinden des Königreichs Bayern nach dem Stande der Bevölkerung im Dezember 1867. XXI. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Ackermann, München 1869, S. 127 (Digitalisat).
- ↑ a b Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1002, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern. Hergestellt auf Grund der neuen Organisation der Regierungsbezirke, Bezirksämter und Gerichtsbezirke. Nachtrag zum Heft 36 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1879, OCLC 992516308, S. 48 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern. Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1880. Heft 35 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1882, OCLC 460588127, S. 139 (Digitalisat).
- ↑ a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 949 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern : Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dez. 1890. Heft 58 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1892, OCLC 162230561, S. 139 (Digitalisat).
- ↑ a b c K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 993 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichnis für das Königreich Bayern Nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und dem Gebietsstand vom 1. Juli 1911. Heft 84 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1911, OCLC 162230664, S. 139 (Digitalisat).
- ↑ a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1014 (Digitalisat).
- ↑ a b c d Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 134, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
- ↑ a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 877 (Digitalisat).
- ↑ a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 146 (Digitalisat).
- ↑ Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 290 (Digitalisat).
