Krimderode

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51.53055555555610.780555555556197Koordinaten: 51° 31′ 50″ N, 10° 46′ 50″ O

Krimderode
Wappen von Krimderode
Höhe: 195–210 m
Einwohner: 1300
Eingemeindung: 1. Juli 1950
Postleitzahl: 99734
Vorwahl: 03631
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Lage von Krimderode in Nordhausen

Krimderode (bis in die 1920er Jahre Crimderode) ist ein Stadtteil im Norden der Stadt Nordhausen in Thüringen.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Krimderode befindet sich 2 km nördlich des Nordhäuser Stadtzentrums in den äußersten Südausläufern des Harzes und liegt westlich der Rüdigsdorfer Schweiz. Nachbarortschaften sind Niedersachswerfen im Norden, Rüdigsdorf im Osten, Nordhausen im Süden und im Südwesten Salza. Nordwestlich vom Ort liegt die Siedlung Obersalza und der Kohnstein. Durch Krimderode fließt die Zorge und der Mühlgraben.

Geschichte[Bearbeiten]

Kirche St. Nicolai
Gutshof
Flehmüllers Eiche

Krimderode, ehemals Grimmelderode[1], ist zu unterscheiden von dem gleichnamigen Dorf, das ca. 5 km östlich von Nordhausen lag und im ausgehenden Mittelalter wüst wurde, was die Zuordnung von mittelalterlichen Dokumenten teilweise erschwert. Die urkundliche Ersterwähnung fand in der Zeit von 1240 bis 1268 statt.[2] Weiter ist das Dorf für die Jahre 1301, 1333 und 1370 bezeugt.

Der historische Ortskern von Krimderode liegt bei der um 1580 erbauten evangelisch-lutherischen Kirche St. Nicolai, die neben der „Alten Burg“ das älteste Gebäude des Dorfes ist.[3] Die Alte Burg befindet sich direkt hinter der Kirche und diente bis zum Brand 1609 als Wohnung der jeweiligen Lehnsbesitzer, u. a. der Familie Wurmb. Der letzte Nachkomme dieser Familien-Line starb am 18. Juni 1815 in der Schlacht bei Waterloo. Das Gasthaus des Ortes trug daher den Namen La Belle-Alliance und war ein beliebtes Ausflugsziel für Nordhauser Bürger. Nach dem Brand von 1609 wurde durch den Lehnsbesitzer Obertst von Römer das Herrenhaus auf dem Gutshof errichtet. Die wieder aufgebaute Alte Burg diente von 1610 bis 1818 als Amtshaus mit Gericht und Gefängnis. Nach dem Brand von 1818 wurde sie vor allem als Wohnung genutzt. Nach Jahren des Zerfalls wurde die Alte Burg in den 1990er Jahren bis auf den Keller abgerissen und ist heute Teil eines neu errichteten Wohnhauses.

1546 errichtete die Kirchengemeinde das erste „Schulhäuschen“, 1902 wurde das Schulgebäude an der Zorge errichtet, das heute als Kindergarten dient.

Krimderode war ehemals Reichsdorf und unterstand dem Reichschulzen in Nordhausen. Durch die Zugehörigkeit zur preußischen Provinz Hannover stand die Kirchengemeinde zur hannoverschen Landeskirche (Konsistorialbezirk Ilfeld).

Um 1817 hatte Krimderode ca. 230 Einwohner.[1] Ab 1885 gehörte das Dorf zum Kreis Ilfeld bzw. ab 1932 zum Landkreis Grafschaft Hohenstein.

Im Jahr 1948 wurde der Grundstein für die 1952 eingeweihte Grundschule gelegt, die nahezu komplett aus Trümmern der Stadt Nordhausen erbaut wurde.

Seit dem 1. Juli 1950 gehört Krimderode zum Gebiet der Stadt Nordhausen.[4]

Die Gegend um das Dorf ist sehr reich an Erfällen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Landschaftsprägend ist die auf dem Liethberg (235 m ü. NHN) oberhalb von Krimderode stehende Eiche, die mit etwa 600 bis 1000 Jahren eines der ältesten Naturdenkmale im Südharz ist. 2015 hat der Brusthöhenumfang 7,25 Meter betragen, bei einer Höhe von 21 Meter.[5] Die als Flehmüllers Eiche bekannte Stieleiche stand in einem Wald, der seit 1829 allmählich gefällt wurde. 1840 beantragte der damalige Krimderöder Rittergutsbesitzer Drechsler beim Hochgräflichen Stolberg-Hohnsteinischen Consisorium den Erhalt der Eiche. Seit 1992 wird unter dem Baum im Juni das „Eichenfest“ veranstaltet. 1995 wurde in direkter Nachbarschaft eine ca. 15 Jahre alte Eiche gepflanzt.

Der Krimderöder Karneval Club ist einer der ältesten Karnevalsvereine des Landkreises Nordhausen.

Verkehr[Bearbeiten]

Krimderode liegt an der Bundesstraße 4 und besitzt einen Haltepunkt der Harzquerbahn.

Söhne und Töchter Krimderodes[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Jürgen Grönke: Aus der Geschichte von Krimderode und Umgebung. In: Nordhäuser Nachrichten. Südharzer Heimatblätter, Bd. 13.2004, 4, S. 6–8.
  • Leni Arnold: Krimderode 1946 bis 1950. In: Beiträge zur Geschichte aus Stadt und Kreis Nordhausen. Nordhausen-Salza, Iffland, Bd. 35.2010, S. 7–26.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Justus Ludwig Günther Leopold: Kirchen-, Pfarr- und Schul-Chronik..., Nordhausen, Weichelt, 1817. S. 105
  2. Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Ein Handbuch. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 154
  3. Hans Jürgen Grönke: Aus der Geschichte von Krimderode und Umgebung. In: Nordhäuser Nachrichten. Südharzer Heimatblätter, Bd. 13.2004, 4, S. 6–8
  4. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  5. Flehmüllerseiche bei Monumentale Eichen

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Krimderode – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien